Reisestornierung in die Türkei und Nizza: So funktioniert der Reise-Rücktritt ganz ohne Stornokosten

Die Türkei erlebte in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Terror-Anschläge, nun sogar einen Putsch-Versuch, und auch Frankreich verzeichnet mit Nizza ein weiteres blutiges Attentat. Viele deutsche Urlauber fragen sich nun zu Recht, ab wann ein Reiserücktritt ohne damit verbundene Stornokosten möglich ist. Wir verraten es Ihnen!
 

Unzählige Menschen tummeln sich am Strand von Nizza am 26. Juli 2006. Bild: epa/dpa

Einige der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen werden derzeit immer wieder durch gewalttätige Ereignisse erschüttert: Zuletzt traf es mit dem Attentat von Nizza - tragischerweise muss man sagen: mal wieder - Frankreich, aber auch die Türkei wurde durch den jüngsten Putschversuch von Teilen des Militärs kurzzeitig zu einem hochgradig chaotischen Pulverfass. Viele Deutsche fragen sich nun angesichts der aktuellen Urlaubssaison: Wann kann ich eine bereits gebuchte Reise wieder stornieren? Ist es möglich, aufgrund von Ereignissen wie denen in der Türkei, einen bereits gebuchten Urlaub umzubuchen?

Verbraucherzentrale Hamburg: Reiserücktritt von Gefahrensituation im Urlaubsland abhängig

Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) zufolge kommt bei der Bewertung, ob im angestrebten Urlaubsland etwa eine Gefahrensituation vorliegt, dem hiesigen Auswärtigen Amt eine zentrale Bedeutung zu. Denn dieses legt in gewisser Hinsicht fest, ob die Situation im Urlaubsgebiet als - objektiv - gefährlich eingeschätzt wird. Das heißt, grundsätzlich werden rein subjektive Sichtweisen nicht akzeptiert: Wolle man partout nicht fahren, obwohl das Auswärtige Amt nicht von einer Reise abrät, kämen in der Regel Stornokosten auf den Verbraucher zu.

Storno-Kosten vermeiden: Viele Reise-Anbieter bieten aus Kulanz eine Umbuchung an

Eine letzte Möglichkeit, diese Kosten zu umgehen, ist dann meist nur noch der Gang vor das Gericht. Auch wenn dieses nicht an die Einschätzung des Auswärtigen Amtes gebunden ist, sollte man laut VZHH "sehr handfeste Belege" vorweisen können, weshalb der Urlaub nicht zumutbar ist. Generell gelte folgende Faustregel: "Einzelne" Terror-Akte lassen in der Regel keine Stornierung zu. Dies dürfte etwa auf das jüngste Attentat im französischen Nizza zutreffen. "Flächendeckende,(bürger-)kriegsähnliche Zustände" hingegen schon.

  • Seite:
  • 1
  • 2
Empfehlungen für den news.de-Leser