Trotz Zuwanderung: Darum ist Deutschland ein Land der Auswanderer

Alle reden von Flüchtlingen und der Zuwanderung. Dabei ist Deutschland auch ein Land der Auswanderer und wird es weiterhin bleiben. Hier ein paar Zahlen und Erklärungsversuche dafür, warum Menschen die wohlhabende Bundesrepublik verlassen könnten.

Das Glück in der Ferne suchen jedes Jahr immer mehr Deutsche. Bild: Bernd Kubisch/dpa

Knapp zwei Millionen Flüchtlinge und andere Zuwanderer sind 2015 laut Statistischem Bundesamt in die Bundesrepublik Deutschland gekommen. Bei einem Fortzug von 860.000 Ausländern im letzten Jahr ergab sich so ein Wanderungsüberschuss von 1,14 Millionen Menschen – der höchste jemals gemessene Saldo in der Geschichte Deutschlands.

Egal, ob in Zeitungen, im Internet oder an den Stammtischen: Derzeit ist vor allem die Einwanderung ein bestimmendes Thema. Doch was viele vergessen: Deutschland war und ist nach wie vor auch ein Land der Auswanderer.

Auswandererland Deutschland: 3,4 Millionen Deutsche leben im Ausland

Einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zufolge leben derzeit etwa 3,4 Millionen Deutsche irgendwo im Ausland. Viele wandern aus und bleiben - freiwillig oder nicht - in der Ferne: Jedes Jahr kehren mehr deutsche Staatsangehörige Deutschland den Rücken, als Bundesbürger zurückkehren.

Zwischen 2009 und 2013 registrierten die Ämter rund 710.000 Fortzüge. 2014 war die Zahl der Fortzüge sogar auf einem Rekordniveau: Laut Statistischem Bundesamt zogen 140.000 Bundesbürger fort.

Auswandern: Vor allem Junge und Hochqualifizierte zieht es ins Ausland

Laut einer Studie vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) sind es bei den betreffenden Personengruppen vor allem junge Menschen, die während ihres Studiums für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen, zum Beispiel durch Austauschprogramme mit Partneruniversitäten in anderen Ländern.

Aber auch die sogenannten Hochqualifizierten, wie etwa Wissenschaftler oder Ärzte, kehren Deutschland den Rücken: Der Anteil der Hochqualifizierten liege bei den Auswanderern sogar bei 70 Prozent. Bis zu 25.000 Staatsbürger insgesamt sind es laut SVR, die die Bundesrepublik jedes Jahr durch Abwanderung verliert.

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