Von news.de-Volontärin Anne Schier - 11.05.2016, 17.04 Uhr

Kommentar: Beißvorfälle mit Hunden: Kampfhunde sind keine Monster - Schuld ist das andere Ende der Leine

Man liest es immer wieder in den Nachrichten: "Kampfhund zerfleischt Kleinkind." Das löst sowohl Wut bei Eltern als auch bei Hundebesitzern aus. Jedoch gibt es nicht das personifizierte Böse in Gestalt eines Kampfhundes. Wer verantwortlich ist und wie man sich schützen kann, lesen Sie hier.

Einen sogenannten "Kampfhund" gibt es nicht. Bild: juliecorcoran2

Schaut man auf die Zahlen wird schnell klar, dass die angeblichen Kampfhund-Rassen gar nicht die Liste der meisten Beißvorfälle anführen. Dieser Platz gehört nämlich dem Mischling. Somit ist klar, eine Hunderasse ist nicht generell gefährlicher als die andere.

Wenn man eine Rasse verteufeln wollen würde, dann müsste man dafür Deutschlands beliebteste Hunderasse nehmen, den deutschen Schäferhund. Dieser beißt am häufigsten zu. Dennoch weiß jeder, was dieser Hund für den Mensch leistet.

Was jedoch den "Kampfhunden" zur Last gelegt werden kann, ist, dass sie um einiges härter zubeißen, da ihr Kiefer viel stärker gezüchtet wurde. Ein Biss eines Chihuahuas wird kaum in solchen Statistiken auftauchen, obwohl die Zahl sicher weitaus größer wäre.

Wie kommt es zu Beißvorfällen?

Besitzer sagen meistens: "Das habe ich nicht kommen sehen" - genau das ist aber das Problem. Denn Hunde sind in ihrer Körpersprache eigentlich sehr deutlich, wenn es darum geht, jemanden zu attackieren. Wenn es wirklich zu plötzlichen Reaktionen des Hundes kommt, sollte ein guter Hundeführer solche Situationen abschätzen können und rechtzeitig reagieren.

Das Problem ist, dass viele Besitzer ihren Hund nicht verstehen und schon die Anfangszeichen für aggressives Verhalten oder Jagdtrieb nicht wahrnehmen. Auch die Anschaffung großer Tiere, die im Notfall nicht gehalten werden können, ist problematisch.

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