Zika-Virus in Lateinamerika: Reisewarnung für Schwangere! Was Urlauber jetzt wissen müssen

Jahrzehntelang galt es als harmlos, jetzt steht das Zika-Virus im Verdacht, Mikrozephalie auszulösen. Ein Grund für Urlauber, um Südamerika und die Karibik in diesem Sommer einen Bogen zu machen? Diese und weitere Fragen beantwortet news.de hier für Sie.

Die Asiatische Tigermücke ist einer der Hauptgründe für die rasante Verbreitung des Zika-Virus. Bild: Akil Rolle-Rowan/Shutterstock/spot on news

Tausende Verdachtsfälle in Lateinamerika, schlimme Fehlbildungen bei Neugeborenen, globaler Gesundheitsnotstand - Urlauber, die für dieses Jahr eine Reise in die Karibik oder nach Südamerika geplant haben, dürften angesichts dieser Nachrichten über eine Stornierung nachdenken. Doch wie gefährlich ist das Virus wirklich? Ein kurzer Überblick über den aktuellen Kenntnisstand und Reisewarnungen.

Wem kann das Zika-Virus gefährlich werden?

Das Virus steht im Verdacht, Mikrozephalie bei Ungeborenen auszulösen. Bei dieser Entwicklungsstörung weist der Kopf des betroffenen Kindes proportional zum Körper gesehen eine zu geringe Größe auf. Allein in Brasilien wurden seit Ausbruch des Virus mehr als 4.000 Fälle von Mikrozephalie gemeldet. Schwangeren wird daher dringend von Reisen in die betroffenen Länder abgeraten. Bereits gebuchte Reisen dürfen kostenlos storniert werden. Eine allgemeine Reisewarnung für Länder in Lateinamerika existiert bisher jedoch noch nicht.

Was sind die Symptome?

Das Virus löst beim Menschen das sogenannte Zikafieber aus. Die Symptome ähneln denen eines grippalen Infekts: Leichtes Fieber sowie Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen. In seltenen Fällen kann es auch zu Hautrötungen, Juckreiz oder Schwellungen an den Gelenken kommen. Ein Großteil der Infektionen verläuft unbemerkt, da die Symptome nach wenigen Tagen wieder abklingen. Nachhaltige Schädigungen bei erwachsenen Menschen oder gar Todesfälle sind nicht dokumentiert. Der Nachweis einer Infektion ist grundsätzlich sehr schwierig, da bisher nur wenige Labore weltweit Zika-Forschung betreiben.

Wie wird das Zika-Virus übertragen?

Hauptüberträger sind die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke. Diese Insekten der Stechmücken-Gattung "Aedes" können das Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Da die Gattung in den tropischen Klimazonen weit verbreitet ist, gelingt es den Behörden in Südamerika bisher kaum, die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO vor kurzem bekanntgab, ist es auch denkbar, dass das Virus durch sexuellen Kontakt direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte.

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