news.de-Expertenrat: Ferien im Eimer? 10 Tipps bei Ärger im Urlaub

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres. Doch eine Garantie für ungetrübte Urlaubsfreuden gibt's leider nicht. Statt voller Koffer ein leeres Gepäckband. Statt sanftem Meeresrauschen Presslufthämmern in der Luft. Statt üppigem Buffet herrscht magere Auswahl.

Die Ferien hätten so schön werden können: Ein herrliches Hotelzimmer in ruhiger Lage, ein schneeweißer Traumstrand und dazu die feinsten Köstlichkeiten der lokalen Urlaubsküche. Doch nicht immer erfüllen sich alle Versprechungen aus den Hochglanzprospekten - Ärger und gedämpfte Urlaubsfreude sind die Folgen. Wieder zu Hause reimt sich als Antwort auf die Frage nach der Reise schnell ein Wort. Damit es nicht ganz so schlimm wird, sollen folgende Tipps helfen.

Wenn die Kreuzfahrt zum Alptraum wird, haben Reisende bestimmte Rechte - welche das genau sind, lesen Sie hier.

Verspäteter Flug - was tun?

Bei Flugverspätungen haben Passagiere je nach Dauer der Verspätung folgende Rechte: Zunächst einmal muss das Flugunternehmen sich um seine festsitzenden Fluggäste kümmern. Frühester Zeitpunkt dafür sind zwei Stunden Verspätung bei einer Flugstrecke bis zu 1500 km. Bei bis zu 3500 km beginnt die Versorgungspflicht ab drei Stunden Verspätung. Bei über 3500 km sind Passagiere ab vier Stunden zu versorgen. Zu erbringen ist dabei eine Essensverpflegung und Getränkeversorgung. Je nach Verspätungsdauer reichen dabei zunächst einfache Speisen wie etwa ein Snack aus. Mit zunehmender Verspätungsdauer steigt jedoch der Aufwand. Zudem müssen Passagiere mindestens zweimal kostenlos telefonieren, faxen oder E-Mails versenden können. Zieht sich die Verspätung über die Nacht hin, müssen Fluggesellschaften zudem auf ihre Kosten für eine Hotelunterbringung und den dafür notwendigen Transport sorgen. Des Weiteren gibt es ab drei Stunden Verspätung eine Entschädigung, die abhängig von der Flugstrecke zwischen 250 und 600 Euro beträgt. Ab fünf Stunden Verspätung ist der Flugpreis zu erstatten. Bei einer nutzlos gewordenen Weiterreise gilt das auch für die Kosten vorheriger Flüge.

Das Gepäck lässt im Urlaub auf sich warten? In gewissen Fällen ist die Airline zu Schadensersatz verpflichtet. Bild: Bodo Marks/dpa

Nur wer richtig reklamiert, hat Chancen auf Schadensersatz - hier lesen Sie, was es zu beachten gilt.

Umzug in anderes Hotel - was müssen sich Reisende gefallen lassen?

Beim Hotelwechsel gilt, dass er kostenlos erfolgen muss. Das gilt auch dann, wenn das neue Hotel besser und damit teurer als das ursprünglich gebuchte Hotel ist. Ein Aufpreis ist nicht zu zahlen. Umgekehrt gilt das nicht. Vom Wechsel in ein billigeres Hotel betroffene Urlauber können den Reisepreis entsprechend mindern.

Gehören Wettereskapaden zu Reisemängeln? Hier lesen Sie mehr dazu.

Ungenießbares Essen als Reisemangel

Lediglich ungewohntes Essen ist noch nicht ungenießbar. Die typische Küche des jeweiligen Urlaubsortes ist kein Reisemangel. Doch immer das gleiche Essen, ungenügend erhitzte Speisen, ein mageres Buffet oder lange Warteschlangen davor muss keiner hinnehmen. Je besser das Hotel, umso niedriger ist dabei die Schwelle für solche Mängel. Verdorbenes Essen muss hingegen niemand hinnehmen, egal in welchem Hotel. Haben Urlauber sich obendrein nachweislich mit Keimen infiziert, sind sie zur vollständigen Reisepreisminderung berechtigt.

Lärm von der Baustelle - wann gibt's Schadensersatz?

Nachts ist Baustellenlärm niemals hinzunehmen. Bei Tagesbaustellen entscheidet vor allem der Inhalt der Reiseinformationen. Dabei bedarf es etwas Aufmerksamkeit. Denn Hinweise auf neue Hotels oder aufstrebende Urlaubsziele müssen Reisende mit einer gewissen Bautätigkeit verbinden. Bei Oasen der Stille oder Orten der Ruhe ist bei Baulärm eine Beschwerde dagegen schneller berechtigt.

Kakerlaken und Co. - Ungeziefer ist nicht immer ein Reisemangel

Silberfische, Kakerlaken und anderes Ungeziefer sorgen häufig für Unbehagen. Nicht immer berechtigen solche Mitbewohner aber gleich zur Reisepreisminderung. Je nach Urlaubsort entspricht eine gewisse Anzahl von Krabbeltieren dem Normalfall. So hielt das Amtsgericht Kleve 20 Kakerlaken auf den Kanaren noch für akzeptabel. Da es sich um Einzelfallentscheidungen handelt, kann ein anderes Gericht das durchaus anders sehen. Bei zu vielen Tieren ist allerdings eine Minderung von bis zu 50 Prozent beim Reisepreis drin.

Im Urlaub krank - Wissenswertes zu Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung

Krank ist niemand gerne, besonders im Urlaub. Nur vermeiden lässt es sich leider nicht. Wird man im Urlaub krank, müssen Arbeitnehmer dies ihrem Arbeitgeber so schnell wie möglich mitteilen. Dazu gehört auch die Info, wie lange die Arbeitsunfähigkeit dauert. Des Weiteren ist auch die Krankenkasse zu informieren. Dieser Aufwand ist wichtig, damit Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung erhalten bleiben.

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