21.09.2014, 06.00 Uhr

Antike Sex-Protze: So trieben es Ägypter, Griechen & Co.

Überall Brüste, Penisse und nackte Haut? Was im 21. Jahrhundert als sexueller Overkill nervt, ist in der Antike total normal. Ägypter haben viel Phantasie - vor allem, wenn der Nil Hochwasser führt. In Griechenland und Sparta sucht man den Partner beim Sport aus - natürlich nackt. Von den Römern mal ganz zu schweigen...

Das Wort prüde scheint in der Antike noch nicht existiert zu haben. Auf Vasen und Tellern aus Griechenland und Rom reiben sich Frauen an Männern oder Männer an Jünglingen, in Sparta wurden Jugendliche in lesbischer Liebe unterwiesen und auf ägyptischen Darstellungen ist die Bezeichnung «drittes Bein» für männliche Geschlechtsteile keine Übertreibung.

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Bunt treiben es Ägypter vor mehr als 3000 auf dem erotischen Papyrus. Bild: Twitter (@Pourmecoffee)

Auf die Idee, dass Sex nur der Fortpflanzung dient, wäre im Altertum niemand gekommen. Fast 2000 Jahre, bevor das berühmte indische Kamasutra geschrieben und gezeichnet wurde, bannten die Ägypter bereits hoch erotische Szenen auf Papyrusrollen.

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Sex am Nil: Wenn das Land fruchtbar ist, sind es auch die Ägypter: erotischer Papyrus 55001

Bezeichnend für die sexuelle Offenheit der Ägypter: Ihr erster Gott Amun soll die Schöpfung durch Masturbieren in Schwung gebracht haben. Ägypten war immer dann besonders fruchtbar, wenn der Nil Hochwasser hatte, in den Sommermonaten wurden mit Abstand die meisten Kinder gezeugt, fand die US-Forscherin Lana Williams kürzlich heraus. Davon, dass die Ägypter sexuell sehr aktiv waren, zeigt schon die Kinderschar des Ramses II: 95 sollen es gewesen sein. Wie genau es beim Sex zwischen alten Ägyptern zuging, ist der Nachwelt dank einer berühmten Papyrusrolle erhalten geblieben, die Jahrtausende verborgen im Museum von Turin lagerte und nun im Alter von mehr als 3000 Jahren richtig berühmt geworden ist: Der Papyrus 55001 von Turin.

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2,59 Meter lang und 20 Zentimeter hoch zeigt die Rolle aus der Ramsessidenzeit zwölf Stellungen, in denen sich Ägypterinnen und Ägypter orgienhaft vergnügen - inklusive Dirty Talk in Hieroglyphen. Ein Bild zeigt die Frau, wie sie breitbeinig auf einem Bein balanciert, währen der Mann sie ebenfalls stehend mit seinem Riesen-Penis penetriert. Dabei zieht er sich am Haar, die Frau lässt eine Leier fallen - mit dem Instrument brachten Kurtisanen ihre Kunden in Stimmung.

Eine andere Frau sitzt mit gespreizten Schenkeln auf einem Salbkegel, der eigentlich als Schmuck auf die Perücke gehörte. Zudem wird sie von einem Mann manuell befriedigt, der dabei ein absurd riesiges Geschlechtsteil zur Schau stellt.

Giganten-Penisse und Dirty Talk im alten Ägypten

Auf der Spitze eines solchen Phallus thront in einer weiteren Skizze die Frau, während sie in einer wieder anderen Position gymnastisch zusammengefaltet die gewaltige Manneskraft empfängt. Schließlich wird der Mann erschöpft von Frauen davongetragen. Besonders pikant auch die Textbrocken, die zwischen den Zeichnungen verteilt sind: «Schau her, komm hinter mich ... ich umhülle deine Lust, dein Penis ist bei mir», lockt die Frau, der Mann wimmert: «Mein großer Penis ... der innen ... wehtut» - so werden sie im Wissenschafts-Magazin PM übersetzt.

Lange rätselten Forscher, was es mit dieser pornografischen Darstellung auf sich hat, die gegen 1150 vor Christus entstand. Ein antikes Pornoheft vielleicht? Machen sich hier etwa Frauen über Männer lustig? Inzwischen ist man sich einig, das es sich um Satire handelt: Am Ende der Ramsessidenzeit ging es in jeder Hinsicht drunter und drüber.

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