Flug gestrichen – was nun?: Das sind Ihre Rechte bei Flugannullierungen

Die Flugreise ist für viele Urlauber der Beginn der schönsten Zeit des Jahres – doch wird ein Flug gestrichen oder verspätet sich, ist die Urlaubsfreude schon zerronnen, bevor die Ferien richtig begonnen haben. Allerdings haben Passagiere eine Reihe von Rechten bei Flugannullierungen.

Nichts ist ärgerlicher, als wenn der langersehnte Urlaub durch Probleme bei der Anreise getrübt wird. Flugannullierungen und verspätete Flüge zählen zu den ärgerlichsten Hindernissen beim Start in unbeschwerte Ferien. Allerdings müssen Fluggäste ihren Ärger nicht einfach hinunterschlucken, denn Gerichtsurteile – wie beispielsweise vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) – sichern Reisenden eine Reihe von Rechten zu, sollte eine Flugreise nicht wie geplant vonstatten gehen.

Das müssen Airlines bei Annullierungen leisten

So steht Fluggästen beispielsweise eine Rückerstattung des Ticketpreises zu, wenn der Flug gestrichen wird oder eine Nichtbeförderung stattfindet. Alternativ haben Passagiere das Recht, ein Ticket für die Rückbeförderung zum ersten Abflugort der gewählten Route einzufordern oder auf einer geänderten Flugroute zum ursprünglichen Zielort befördert zu werden. Zudem stehen Passagieren während der Wartezeit am Flughafen von der Airline zur Verfügung gestellte Erfrischungen und Verpflegung zu, des Weiteren muss die Fluggesellschaft eine Hotelunterkunft sowie den Transfer vom Flughafen zum Hotel gewährleisten.

Fluggastrechte im Überblick

Diese Rechte greifen dann, wenn ein Flug mit einer mehr als dreistündigen Verspätung startet, überbucht ist oder ganz gestrichen wird. Festgeschrieben ist das in der EU-Fluggastrechteverordnung, die für alle Fluggesellschaften gilt, die ihren Firmensitz im EU-Gebiet haben, aus der EU abfliegen oder dort landen. Wann genau diese Betreuungsleistungen angeboten werden müssen, hängt von der gebuchten Flugstrecke und der Länge der Flugverspätung ab: Passagiere, die bis zu 1500 Kilometern mit dem Flieger zurücklegen wollten und länger als zwei Stunden warten müssen, sind ebenso berechtigt wie Fluggäste mit eine maximal 3500 Kilometer langen Flugroute und mehr als drei Stunden Wartezeit. Bei Flügen ab 3500 Kilometern greift die Regelung nach einer Aufenthaltszeit von vier Stunden. Wer wegen einer Flugannullierung jedoch länger als fünf Stunden am Airport festsitzt, kann die Rückerstattung des kompletten Ticketpreises bei der Airline einfordern.

FOTOS: Einfach abgehoben Diese Stars sind im Flugrausch

Wann müssen Airlines bei Annullierungen zahlen?

Allerdings führen die Gründe, weshalb ein Flug nicht pünktlich starten kann, oft zu hitzigen Debatten. Nicht in jedem Fall ist die Airline zu Ausgleichszahlungen verpflichtet. Aktuellen Gerichtsurteilen zufolge zählen Streiks ebenso wie schlechtes Wetter nicht zu Annullierungsgründen, bei welchen Fluggäste eine Entschädigung der Fluggesellschaft verlangen können. Bei einem Streik der Piloten oder des Kabinenpersonals handelt es sich der Definition zufolge um «außergewöhnliche Umstände», auf die Airlines keinen Einfluss haben – demzufolge sind Fluggesellschaften in diesem Fall auch nicht zu Ausgleichszahlungen verpflichtet.

Beförderungsalternativen für Passagiere

Trotzdem sind Airlines dazu verpflichtet, auch im Fall von Flugannullierungen seine Passagiere so schnell wie möglich an ihr gewünschtes Ziel zu bringen – ob mit alternativen Verkehrsmitteln oder auf anderen Routen, ist zweitrangig. So können Passagiere beispielsweise als Ersatz für Flugverbindungen innerhalb eines Landes alternativ mit Bussen oder Zügen befördert werden. Mitunter kommt auch der Abflug von einem benachbarten Airport in Frage.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

FOTOS: Streik am Flughafen Warten auf das Streikende? Nicht mit uns!

loc/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser