Familie: Sophie, Maximilian oder Yoda: Trends bei der Vornamenwahl

Wiesbaden - Wie soll das Kind heißen: Sophie, Maximilian, Yoda, Danger oder Maybe? Die Sprachforscher haben die Vornamenwahl in Deutschland untersucht - mit interessanten Ergebnissen.

Sophie, Maximilian oder Yoda: Trends bei der Vornamenwahl Bild: Stephan Jansen/dpa

Sophie und Maximilian stehen am häufigsten in den Geburtsurkunden des vergangenen Jahres. Denn diese Vornamen haben Eltern in Deutschland 2013 besonders oft für ihre Babys ausgesucht, hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit Hilfe von Standesamt-Daten ermittelt.

Nicht alle Eltern wollen, dass beim Ruf nach dem Kind auf dem Spielplatz eine ganze Horde antwortet. Ein neuer Name ist da nicht immer die Lösung: «Maybe, komm her!» Warum sollte das Mädchen gehorchen? Wer «vielleicht» gerufen wird, kann durchaus erstmal abwarten. Den Namen Maybe, den sich ein Paar gewünscht hatte, habe das Standesamt denn auch nicht zugelassen, erzählt Andrea-Eva Ewels, Geschäftsführerin der GfdS.

Gemeinsam mit Marie und Alexander sind Sophie und Maximilian seit Jahren unter den ersten drei Namen, die laut GfdS am häufigsten gewählt werden. «Der Geschmack der Eltern in Deutschland ändert sich nur allmählich», sagt Frauke Rüdebusch, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der GfdS. Neu in den Top Ten sind lediglich Emilia und Noah.

Einen Wandel im deutschen Vornamen-Ranking bringen auch Namen aus dem islamischen Kulturkreis. Mohammed fand sich noch vor wenigen Jahren auf Platz 52, jetzt ist er auf Rang 47 vorgerückt. Der Jungenname Ali ist unter den ersten hundert wie Mira, Leila, Elif und Nur bei den Mädchen. «Da verändert sich einiges», sagte Ewels.

Einen Trend erkennt ihre Kollegin Frauke Rüdebusch in alten Namen. «Die Leute erinnern sich wohl wieder an ihre Großeltern.» Denn viele Eltern interessierten sich wieder für alte Namen und nennen ihre Kinder Anton, Emil oder Oskar, Emma oder Frieda. Lange hieß kein Kind so wie Oma und Opa. Umso außergewöhnlicher seien die Namen und deshalb attraktiver, vermutet Rüdebusch.

Aber nicht alle Namen erlauben die Standesämter. «Wenn das Kindeswohl gefährdet ist, lehnt das Standesamt die Eintragung des Namens ab», sagt der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Standesbeamten in Salzschlirf, Dieter Hahnel.

In Deutschland gehe also nicht alles durch, sagt Ewels von der Gfds. «Glücklicherweise.» Hummer und Superman, Danger und Maybe zum Beispiel haben die Standesämter nicht eingetragen. Famous und Fridds dagegen schon. Und den Namen eines Weisen und Meisters im Umgang mit dem Lichtschwert, einer berühmten Star-Wars-Figur: Yoda.

Schön soll es klingen

Wenn Eltern heutzutage einen Vornamen für ein Neugeborenes wählen, soll er vor allem schön klingen. Für drei Viertel aller Eltern ist entscheidend, wie sich der Name anhört, so die GfdS. Deshalb stehen seit Jahren vokalreiche, oft antike Namen wie Maria, Sophie, Maximilian und Luka an der Spitze. Die herber klingenden Namen germanischen Ursprungs wie Gerhard oder Gerlind haben es derzeit schwer.

Für viele Eltern ist auch wichtig, dass der Vorname für das Kind keinen Nachteil bringt (42 Prozent) und zu jedem Alter passt (31 Prozent). Fast jedes dritte Elternpaar lässt sich durch Familie und Freunde bei der Namensgebung anregen. Jedes vierte Kind bekommt den Namen einer bestimmten Person.

news.de/dpa

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