Zoff im Flieger Wenn der Nachbar zur Nervensäge wird

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Schnarchende Sitznachbarn und der ewige Kampf um die Armlehne: Wer seinen Flug konfliktfrei genießen möchte, sollte ein paar Benimmregeln kennen. Wir erklären, was an Bord erlaubt ist und was nicht.
 

Wer ständig fliegt, kennt das Problem: Die Sitze sind oft schmal und der Sitznachbar ist unbekannt. Fluggäste sollten deswegen einige Benimmregeln einhalten, sagt Rainer Wälde, Vorsitzender des deutschen Knigge-Rates.

«Wenn Sie einsteigen, suchen Sie gleich den Blickkontakt mit Ihrem Nachbarn und sagen Sie freundlich ‹Hallo›», empfiehlt Wälde. Wer einen Platz am Fenster gebucht hat, sollte nicht über den Nachbarn klettern. «Wenn Sie am Fenster sitzen und zu Ihrem Platz möchten, bitten Sie den Sitznachbarn höflich, aufzustehen und in den Gang zu treten.» 

Am Arm berühren, aber nicht wecken!

Schläft der Sitznachbar am Gang allerdings während des Fluges, sei es besser, über ihn drüberzusteigen. «Gerade bei Langstrecken- oder Nachtflügen ist es unhöflich, den anderen zu wecken.» Was aber tun, wenn der Sitznachbar extrem laut schnarcht? «Sie können den anderen vorsichtig am Arm berühren, aber Sie sollten ihn nicht unbedingt wecken.»

Bei Nachtflügen sollten sich die Gäste aus Rücksicht auf andere Passagiere nicht unterhalten. «Tagsüber sind Unterhaltungen in einer gedämpften Lautstärke erlaubt», sagt Wälde. Auch dann sollte das Gespräch aber nicht länger als eine Viertelstunde dauern. Beim Small-Talk mit dem unbekannten Sitznachbarn sind Themen wie Politik, Religion oder Familie tabu. Höflicher sei es laut Wälde beispielsweise, über das Reiseziel zu sprechen und Tipps auszutauschen.

Das Recht auf eine Armlehne

Kooperativ müssen Sitznachbarn sein, wenn es um die Armlehne in der Mitte geht: «Wem die mittlere Armlehne gehört, ist Verhandlungssache», erklärt Wälde. Wenn der Nachbar die Armlehne während des ganzen Flugs blockiert, sei ein freundlicher Hinweis angebracht. «Bleiben Sie freundlich und weisen Sie den Nachbarn ohne Anklage darauf hin, dass Sie die Armlehne auch gerne nutzen würden.»

Gerade beim Essen wird es im Flugzeug oft so eng, dass die Gäste kaum Platz haben. «Teilen Sie Ihr Essen gleich am Anfang in mundgerechte Stücke, damit Sie dann alles mit der Gabel essen können», rät Wälde. Bevor Passagiere die Lehne nach dem Essen wieder zurückschrauben, sollten sie darauf achten, dass der Gast hinter ihnen bereits aufgegessen hat.

Generell rät Wälde, auch dann ruhig und freundlich zu bleiben, wenn der Sitznachbar bei Anmerkungen oder Bitten pampig reagiert. Lässt sich keine Lösung finden, müsse das Bord-Personal behilflich sein.

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som/news.de/dpa

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