«Ab-in-den Urlaub»-Umfrage Die Deutschen in Beschwerdelaune

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Auch wenn die Deutschen Reiseweltmeister sind: Sie sind auch der Schreck der Reiseveranstalter. Denn niemand beschwert sich so vehement wie die Bundesbürger. Wie eine aktuelle Umfrage ergab, ist die Reklamation für über 1,75 Millionen Urlauber schon vor Reiseantritt fest eingeplant.

Das wirft kein gutes Licht auf die Bundesbürger: Für 1,75 Millionen Deutsche gehört es zur festen Tradition, sich im Urlaub zu beschweren. Und dieses Vorhaben steht schon vor Reiseantritt fest.

Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Online-Reiseportals ab-in-den-urlaub.de unter 1000 Deutschen. Die Befragung richtet sich nach den Zahlen aus dem Jahr 2012, in dem allein 53 Millionen Deutschen im In- und Ausland auf Reisen gingen (ab fünf Tage Dauer, Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen, FUR).

Auch wenn hochgerechnet nur 3,3 Prozent aller Befragten sich grundsätzlich beschweren und es nur eine Minderheit der deutschen Urlauber betrifft, gewährt das Ergebnis einen erschütternden Einblick in die Moral dieser Touristen. Die Gründe sind so vielfältig wie die Reiseziele selbst.

Beschweren, um Geld für die Reisekasse zu bekommen

Demnach reklamieren 83 Prozent (etwa 1,45 Millionen Urlauber) nur, um vom Reiseveranstalter, dem Hotel, der Pension oder der Reederei wieder Geld zurück zu bekommen. Wie sie es anstellen werden, entscheiden die Touristen vor Ort kurzfristig.

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Fast 69 Prozent (1,2 Millionen Urlauber – Mehrfachnennungen waren möglich) nutzen die geplante Reklamation dazu, um ein Upgrade im Hotel herauszuholen. Beispielsweise wird das gebuchte Doppelzimmer links liegen gelassen, um sich im Zimmer mit Meerblick oder gar einer Juniorsuite einzunisten. Solch eine Hochstufung kann durchaus finanzielle Ausmaße von mehreren hundert Euro pro Person ausmachen - selbst bei einer Woche Urlaub.

56 Prozent (974.000 Urlauber) der «Querulanten» fanden nach der festen Buchung ein günstigeres Angebot und wollen mit der Beschwerde wieder Geld zurückholen. Aber: Meist sind kostenfreie Stornierungen etwa bei Pauschalreisen nach der Buchung nicht möglich.

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Noch dreister: Ein Drittel der Befragten (582.000 Urlauber) lasen angeblich erst nach der Buchung negative Kritiken über das Reiseziel und planen deshalb schon im Vorfeld eine Reklamation fest ein. 28 Prozent (487.000 Urlauber) sind bereits vor Reiseantritt sicher, etwas Negatives wie Lärm am und im Hotel, Ungeziefer, miese Unterkunft, schlechtes Essen oder Ähnliches vorzufinden.

Rund ein Viertel hingegen (437.000 Urlauber) gab an, noch eine offene Rechnung mit dem Veranstalter oder dem Hotel zu haben und es ihnen mit einer vorab geplanten Reklamation heimzuzahlen.

Vorsicht vor gebildeten Urlaubern

Als besonders beschwerdefreudig stellten sich in der Umfrage jene Deutschen heraus, die Abitur oder einen Uni-Abschluss besitzen. Sie wollen vor allem Geld zurückbekommen (33 Prozent). Ähnlich verhält es sich auch im Bereich Upgrade - auch hier sind diese Schulabschlüsse vorne dabei. Als nachtragend stellten sich die Deutschen mit Hauptschulabschlüssen heraus. Angeblich haben elf Prozent mit dem Reiseveranstalter oder dem Hotel noch eine Rechnung offen.

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Im Bezug auf die Altersstruktur der Beschwerdeführer sind die 30- bis 49-jährigen Urlauber besonders aktiv. Um Geld zu schnorren, planen 22 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und 25 Prozent der 40- bis 49-Jährigen schon vor dem Urlaub eine Reklamation. Auffällig: Im Bereich «Günstigeres Angebot erst nach der Buchung gefunden» führen die 60- bis 69-jährigen mit 17 Prozent.

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sca/news.de

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