Sexy oder Out? Wie Sie Bart richtig tragen

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Ein Vollbart wie Sexsymbol George Clooney oder doch lieber schön glatt rasiert? Die Geister scheiden sich an dieser Frage. In jedem Fall brauchen Bart und Haut viel Pflege. Wir verraten, welche.

«Er hat auf jeden Fall ein Zeichen gesetzt, indem er bis zur Oscar-Verleihung Bart getragen hat», sagt Jürgen Burkhardt vom Bartclub Belle Moustache über Oscar-Preisträger Ben Affleck. Doch hat Afflecks Rasur das Ende des Vollbarts eingeläutet - ist der Trend vorbei?

Klaus-Dieter Kaiser vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks meint, dass der Bart sich noch halten wird. «Er hat ein bisschen seinen Höhepunkt überschritten», sagt der Creative Director für die Männer. Aber: «Er ist immer noch da, es ist kein Trend, der komplett weg ist.»

Zahlreiche Bartträger können die Gesichtsbehaarung also noch ein bisschen länger behalten. Vom Studenten über den Fußballer bis zum Model hatten sich vor allem junge Männer einen Vollbart zugelegt. «Das Bewusstsein ist wieder da, dass man mit dem Bart ein Gesicht gestalten kann», findet Burkhardt.

Wer trendy ist, geht oben ohne

Anders sieht es der Modeexperte und Buchautor Bernhard Roetzel - für ihn ist die Zeit des Vollbarts definitiv vorbei: «Für Leute, für die es wichtig ist, trendy zu sein, ist er passé», sagt er. «Bei jedem biederen Modehaus haben die Models einen Bart.»

Dass viele Männer sich überhaupt den Bart wachsen ließen, liegt seiner Meinung nach an der Mode aus V-Ausschnitt, Röhrenjeans und Chucks, die sowohl Männer als auch Frauen tragen.

«Das ist dann spannend, wann man den Kontrast Vollbart zu femininem Outfit hat.»

Bekannte Bartträger in Deutschland wie Wolfgang Thierse oder Mario Adorf gehörten lange Zeit der älteren Generation an. Auch US-Sexsymbol George Clooney - immerhin auch schon 51 - setzt schon seit längerem auf Bart. Starfriseur Udo Walz findet ihn auch mit Gesichtsbehaarung attraktiv. Und: «Alle Frauen, die ich kenne, werden bei ihm schwach», sagte er vor kurzem.

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Bärte sind nichts für alte Männer. Oder doch?

Für Kaiser ein Unding, gerade beim Vollbart sei ab 40 Schluss. «Ich finde, das ist was für junge Leute. Ein Vollbart macht fünf Jahre älter.» Auch die Absicht des Bartträgers passe dann nicht mehr: «Sie wollen anders sein, wollen schon das Lässige raushängen lassen.»

Auf keinen Fall dürfe der Bart daher frisiert aussehen. «Ein Vollbart darf nicht so exakt arrangiert sein.» Hat ein Mann keinen besonders dichten Bartwuchs an den Wangen, schlägt Burkhardt einen Schnurrbart als Alternative vor. In Berlin haben die Hipster den Schnauzer bereits für sich entdeckt: Beim Spaßwettkampf Hipster Winter Cup trugen die Szenegänger Jutebeutel, Röhrenjeans und Schnurrbart. «Der Schnurrbart kann nicht die Nachfolge antreten», findet jedoch Roetzel. «Das Kopfhaar bleibt weiterhin länger, aber nun ist Glattrasiertheit angesagt.»

Ob Bart ab oder Bart dran - heutzutage sei der Mann sowieso nicht mehr so festgelegt, findet Kaiser: «Früher hatte man den Vollbart lebenslänglich, heute ist das eine Tages- oder Monatsgeschichte.» Möglicherweise kommt daher bald das glatt rasierte Gesicht wieder zum Vorschein. Bei Affleck habe der Vollbart sowieso nicht gut ausgesehen: «Ben Affleck ist viel zu gebügelt dafür.»

Mit oder ohne - auf die richtige Pflege kommt es an

Wenn der Bart ab soll: Nachdem die Haut lange von den Haaren vor äußeren Einflüssen geschützt war, ist sie nach der Rasur nun empfindlich. «Die Haut wird sich weich anfühlen und nicht so gegerbt sein wie an anderen Stellen», sagt Jürgen Burkhardt. Um Rötungen und Pusteln zu vermeiden, muss die lange geschonte Partie jetzt stärker aufs Rasieren vorbereitet werden. Gut seien etwa warme Kompressen.

Wichtig ist aber vor allem die Pflege danach: «Die Haut sollte gut eingecremt werden», rät Burkhardt. Sie brauche nun extra Nährstoffe und an warmen Tagen einen hohen Sonnenschutz. Wer rasiert, sollte auch darauf achten, dass dies vor einem Urlaub in sonnigen Gefilden oder vor dem deutschen Sommer geschieht. Sonst bleibt von dem haarigen Trend eine weiße Hautfläche zur Erinnerung im Gesicht zurück.

Wenn der Bart bleiben darf: Jeden Morgen sollte man das Gesichtshaar durchkämmen, sagt Burkhardt. «Der Bart sieht viel gepflegter aus, wenn alle Haare in eine Richtung zeigen.» Der Experte rät zu einer speziellen Bartbürste mit Naturborsten. Diese ist kleiner als eine normale Haarbürste. Der Bart sollte alle zwei bis drei Tage mit einem milden Shampoo gewaschen werden. Außerdem wird er bei der täglichen Gesichtsreinigung oder unter der Dusche bedacht.

Der Vollbart sollte zudem nicht wild wachsen, sondern stets perfekt in Form sein. «Die Kante sollte über das Kinn gehen, damit der Bart eine schöne Form hat», erläutert Burkhardt. Je nach Geschmack könne die Kante über, am oder unter dem Kehlkopf liegen. Der Bart sollte aber nicht mit dem Brusthaar zusammenwachsen - «das sieht einfach nicht gut aus», findet Burkhardt. Um die Lippen braucht der Vollbart ebenfalls eine klare Kante. Die Haare sollten immer gleich lang sein und daher regelmäßig mit einer speziellen Bartschere getrimmt werden.

som/loc/news.de/dpa

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