Rio de Janeiro Der Strand ist das schönste Wohnzimmer

Rio aus der Vogelperspektive setzt Glückshormone frei. Vom Himmel aus, auf einem Rundflug mit dem Hubschrauber, sieht man die Sechs-Millionen-Metropole inmitten kegelförmiger Granitberge liegen. Ein Vorgeschmack auf die Fußballhauptstadt 2014.

Olympiastadt Rio de Janeiro: Gelebte Leidenschaft

«Cidade maravilhosa», die «wundervolle Stadt», so nennen die Einwohner Rios, die Cariocas, stolz und beinahe ehrfürchtig ihre Metropole an der Atlantikküste im Südosten Brasiliens - trotz der Favelas, der Armenviertel, die teilweise wie Schwalbennester an steil zur Küste abfallenden Bergflanken kleben.

Der Hubschrauber fliegt zum wohl bekanntesten Granitfels der Stadt und dem fast 400 Meter hohen Zuckerhut. Zum Aussichtspunkt führt eine Gondel. An den Felswänden, die wie glatt poliert im Sonnenlicht glänzen, hangeln sich aber auch Kletterer hinauf.

Am Fuße des Zuckerhuts liegt die Einfahrt zur Guanabara-Bucht. Der Blick über die Bucht hinweg reicht bis zu kleinen Inseln. Mit ihren emporragenden Felsmassiven formen sie eine bizarre Meereslandschaft.

Rios grandioses Stadtpanorama

Eine gigantische Brücke - mehr als 15 Kilometer lang - überspannt die Bucht und verbindet Rio mit der Nachbarstadt Niterói. Oberhalb der Küste steht ein rundes Gebäude - wie ein Ufo, das gerade gelandet ist. Es ist das Museum für zeitgenössische Kunst, ein Bauwerk des brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer.

In entgegengesetzter Richtung schweift der Blick zu Rios bekanntesten Stadtteilen direkt am Strand - Botafogo und Flamengo, Copacabana, Ipanema und Leblon. Am Ende des Strandes von Leblon ragt der markante Zwillingsfelsen auf. Im Hintergrund wird dieses grandiose Stadtpanorama von einem Küstengebirge begrenzt.

Der Hubschrauber nimmt Kurs auf den Corcovado gegenüber vom Zuckerhut. Auf dem mehr als 700 Meter hohen und von Regenwald bewachsenen Buckel breitet die Christus-Statue, 38 Meter hoch, ihre schützenden Arme über Rio aus. Wenn sie aus Wolken herausragt, wirkt ihre Aura fast mystisch. Fantastische Panoramablicke eröffnet die Aussichtsplattform auf ihrem Sockel. Zum Gipfel führt eine serpentinenreiche Straße. Stilvoller ist die Fahrt durch den Dschungel mit einer rot lackierten Zahnradbahn aus der Schweiz.

Rio ist die schönste Stadt der Welt

Kilometerlange Sandstrände, sichelförmig geschwungene Buchten, die Brandung des Atlantik, Granitfelsen und tropischer Wildwuchs - das ist ein Mix, den kaum eine andere Großstadt in zu bieten hat. Vielen Reisenden gilt Rio daher nicht nur als schönste Stadt Südamerikas, sondern als schönste der Welt.

Dazu kommt die Lebensfreude der Cariocas. Die Einwohner von Rio de Janeiro leben am Strand. Der Strand sei für die Cariocas Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, ungeachtet der sozialen Herkunft, sagt der Direktor des Tourismusbüros von Rio, Paulo Senice. «Schon als Kinder wachsen wir am Strand auf und als ältere Menschen sind wir immer noch da. Hier werden die ersten Kinder- und Schulfreundschaften geschlossen, hier lernt man seinen späteren Partner kennen, hier geht man zur Mittagspause hin und trifft sich am Wochenende mit der Familie.»

Der Ipanema-Strand gilt als Laufsteg der Schönen und Reichen. Der benachbarte, sanft geschwungene Strand Copacabana ist noch populärer. Zwischen den Stränden und ihren Hochhauskulissen mit Luxushotels, Restaurants und Geschäften liegen mehrspurige Straßen. An Wochenenden wird die Spur direkt an der Strandpromenade für den Autoverkehr gesperrt. Schon früh morgens tummeln sich Radfahrer, Jogger und Inlineskater auf dem Fahrstreifen. In regelmäßigen Abständen bieten Strandbuden eiskalte Getränke und kleine Imbisse. Vor den Buden türmen sich Pyramiden aus Kokosnüssen.

Rios Strände sind für alle da

Die Cariocas sind für ihren Körperkult bekannt. Sie trainieren am Strand an fest installierten Fitnessgeräten, spielen Volleyball und reiten mit ihren Surfbrettern auf den Wellen des Atlantiks. Nicht nur junge Menschen treiben Sport am Strand, sondern auch Ältere halten sich fit. An den Stränden von Rio nicht nur durchtrainierte, muskelbepackte Männer und Bikini-Schönheiten zu sehen, sondern auch Menschen, die nicht den Schönheitsidealen entsprechen. Die brasilianische Küche ist durchaus deftig.

Die bekanntesten Strände Rios sind nach den Hochsitzen der Rettungsschwimmer nummeriert und so in Abschnitte unterteilt, die ihr jeweils spezielles Publikum anziehen. An einem Punkt ist die Lesben- und Schwulenszene präsent, an einem anderen halten sich vorwiegend Familien auf. Touristen schmoren meist auf Höhe ihres Hotels in der Sonne. «Aber die Strände von Rio sind für alle da», betont Senice. «Egal ob weiß oder schwarz, ob reich oder arm, ob Carioca oder Tourist - Rio lebt am Strand.»

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ham/news.de/dapd

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