Sa., 18.05.13

Oktoberfest Tipps für den ersten Wiesn-Besuch

Nur noch einmal schlafen, dann fließt auf der Münchener Theresienwiese wieder das Bier in Strömen. Und lockt Hunderttausende Nichtbayern an, die das Spektakel Oktoberfest einmal erleben wollen. Wer Wiesn-Premiere feiert, sollte aber folgende Tipps beherzigen.

Das Oktoberfest ist das Volksfest der Superlative: Knapp sieben Millionen Gäste strömten im vergangenen Jahr auf die Wiesn, tranken oder verschütteten 7,5 Millionen Maß Bier und verspeisten insgesamt 118 Ochsen, 53 Kälber und mehrere Tausend Brathendl. Die Dunkelziffer bei Brezen liegt noch höher.

Doch die Gaudi hat auch ihre Schattenseiten: Über 770 Besucher haben so tief in ihren Maßkrug geschaut, dass sie erst im Krankenhaus wieder aufgewacht sind. 58 Streitlustige haben den Maßkrug für sich entdeckt und ihn als Meinungsverstärker zweckentfremdet. Von den tausenden Diebstählen und Polizeieinsätzen mal ganz zu schweigen.

Gerade die Exzesse haben das Image der Wiesn ramponiert. Das schreckt viele ab, wie eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Ipsos zeigt: Während 42 Prozent der Deutschen sich einen Besuch auf der Wiesn durchaus vorstellen können, lehnen 43 Prozent den Trubel komplett ab. Die Theresienwiese ist aber trotz allem einen Besuch wert - ob als Single oder mit der Familie. Folgende Tipps sollten Sie aber beherzigen:

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Tracht um jeden Preis?

Definitiv nicht! Im Gegenteil: Seit Jahren ist das Bild vom Oktoberfest verzerrt. Es suggeriert, man sei als Bewohner außerhalb des Weißwurst-Äquators nur mit Tracht erwünscht. Das sehen die Münchner ganz anders. Das Oktoberfest ist kein Karneval. Die Bayern akzeptieren die Preußen auch ohne Tracht. Und sich für einen Tag Wiesn ein Gewand im hohen dreistelligen Euro-Bereich zuzulegen, entsagt jeglicher Logik. Bleiben Sie einfach so, wie Sie sind!

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Sie haben ein bestimmtes der 14 Groß- und 21 kleineren Festzelte ins Visier genommen? Da sind Sie nicht allein. Gerade am Wochenende werden die Bierstätten schon Stunden vor der Öffnung belagert - ab 9 Uhr ist Einlass, wochentags ab 10 Uhr. Generell herrscht am Wochenende Ausnahmezustand. Vor allem das zweite Festwochenende (29. und 30. September) ist nichts für schwache Nerven, wenn aus Tradition die Italiener in die Stadt kommen.

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Wer entspannt über die Wiesn gehen will, tut dies am besten unter der Woche zur Mittagszeit. Zum einen sind die Zelte noch nicht überfüllt. Zum anderen bieten die Wirte spezielle Mittagsangebote mit Rabatten von bis zu 30 Prozent an. Und es wird Blasmusik gespielt, bevor abends die Partymusik die Gäste beschallt. Da ist die Gelegenheit größer, auch mit den Ureinwohnern ins Gespräch zu kommen. Übrigens: Die Rabattschlacht gilt zu dieser Zeit auch bei Fahrgeschäften.

Sicherheit auf der Wiesn

Da es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Schnittverletzungen an den Füßen durch zerbrochene Glasflaschen gekommen ist, sind diese ab sofort auf dem Gelände nicht mehr erlaubt.

Wer mit Kindern auf das Oktoberfest will, muss aus Sicherheitsgründen einige Vorschriften beherzigen. Kinder unter sechs Jahren dürfen nach 20 Uhr auch in Begleitung ihrer Eltern nicht mehr in die Bierzelte – zu laut und zu gefährlich, erdrückt zu werden. Empfehlenswert: Ziehen Sie den Kindern auffällige Kleidung an, um sie dadurch im Getümmel schneller wieder zu finden.

Samstags mit Kinderwagen auf das Festgelände? Mitnichten, hier gilt ein Verbot. Sonntags bis freitags sind sie bis 18 Uhr erlaubt. Aber das sollten sich Eltern grundsätzlich in der Menschentraube nicht antun. Besser: Das Bayerische Rote Kreuz hat direkt an der U-Bahn-Station Theresienwiese eine Gepäckaufbewahrung eingerichtet. Hier können neben sperrigen Kinderwägen auch Rucksäcke und Koffer abgegeben werden. Rücknahme ist noch am gleichen Tag. Schließfächer gibt es auf dem Oktoberfest indes keine. Dafür am Hauptbahnhof, eine U-Bahn-Station entfernt.

Vorsicht von Langfingern

Im vergangen Jahr ist laut Polizei die Zahl der Diebstähle fast um die Hälfte gestiegen. Nur 75 Taschendiebe wurden geschnappt. Daher rät die Polizei zur Vorsicht und verstärkt zugleich ihre Präsenz. Taschendiebfahnder aus dem In- und Ausland werden den bayerischen Kollegen zur Seite stehen. Zudem sind 300 Beamten auf der Wiesn im Einsatz. Hinzu kommen etwa 200 Polizisten rund um die Theresienwiese.

Der Gerstensaft hat es in sich

Oans, zwoa, gsuffa: Der Verkaufsschlager auf der Wiesn ist das Festbier. Durch den erhöhten Stammwürzeanteil ist es besonders süffig, hat aber auch mehr Alkohol. Daher Vorsicht beim Trinken. Auf der Wiesn gibt es Bier von sechs Münchener Brauereien im Ausschank. Wer die «Light-Version» will, ist mit Hacker-Pschorr beraten, das hat nur 5,8 Volumenprozent. Schnellere Betäubung gibt es durch die Hofbräu-Maß mit 6,3 Volumenprozent.

Auf eine stabile Basis setzen

Wer das Festbier ohne Nebenwirkungen genießen will, sollte vorab für eine gute Grundlage sorgen. Die Wiesn präsentiert sich als Mekka aller Kaloriensüchtigen. Der König unter den Dickmachern ist das halbe Brathendl mit rund 700 Kalorien, dicht gefolgt von Käsespätzle (690 Kalorien) und dem obligatorischen Schweinebraten ohne Knödel und Blaukraut (520 Kalorien). Wer auf Mineralien setzt, aber auf die Figur achtet, der hält sich an die Laugenbrezen. In Kombination mit Radi (Rettich, 35 Kalorien) und Radieserl (Radieschen, 30 Kalorien) die figurfreundlichste Variante. Aber: Das Gemüse entwässert.

An das Rauchverbot denken

Rauchen ist in den Zelten verboten. Dadurch erlebt der Schnupftabak eine Renaissance. Doch Vorsicht: Denn der «Schmalzler» enthält neben Nikotin oft auch Menthol. Die Folge: Das erweitert die Bronchien und die Blutgefäße, das Nikotin geht schneller ins Blut. Gepaart mit dem Bier eine Mischung, die reinhaut.

Bei diesen Nummern finden Sie im Notfall schnelle Hilfe:

Fundbüro (Oktoberfest): (089) 233 82 825
Kinderfundstelle: (089) 233 30 296
Wiesn-Polizei: 110 / (089) 500 32 20
Sanitätsstation, Bayerisches Rotes Kreuz, Notruf: (089) 50 22 24 24

 

Lesen Sie hier: Bayer und news.de-Redakteur Andreas Schloder erklärt Kollegin Ulrike Bertus das Fest der Feste.

loc/news.de/dpa/dapd

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