Ryanair Notlandungen am laufenden Band

Abenteuer Flughafen
Hier kommen Piloten ins Schwitzen

Zum dritten Mal in vier Tagen ist ein Flugzeug der irischen Gesellschaft Ryanair in Spanien außerplanmäßig gelandet. Am Sonntag zwang ein technisches Problem eine Maschine in Madrid zu Boden. Die Politik will reagieren, weiß aber nicht recht, wie.

Die Pannenserie bei Ryanair setzt sich fort: Ein Flugzeug der irischen Billigfluglinie musste am Sonntagnachmittag wegen technischer Probleme auf dem Madrider Flughafen Barajas notlanden. Die Landung sei ohne Zwischenfälle verlaufen, teilte ein Sprecher des spanischen Flughafenbetreibers Aena der amtlichen Nachrichtenagentur Efe mit.

Die Maschine war auf dem französischen Flughafen Beauvais zum Airport Teneriffa Süd gestartet. Der Pilot hatte laut Aena eine ungeplante Landung auf Barajas beantragt. Die Art der technischen Probleme war zunächst unbekannt. Nach dreistündiger Reparatur habe die Maschine den Flug Richtung Kanarische Inseln fortgesetzt.

Es war bereits der zweite Zwischenfall bei einem Ryanair-Jet in Spanien binnen 24 Stunden. Ein Flugzeug der Billiglinie, das am Samstag von Bristol in Großbritannien zur katalanischen Stadt Reus gestartet war, musste wegen eines Motorschadens eine Notlandung auf dem Flughafen El Prat von Barcelona machen.

EU hat Ryanair im Visir

Die Pannenserie ruft die Politik auf den Plan. Die EU-Kommission bekräftigte Pläne, die Mitgliedsländer per Gesetz zur gegenseitigen Information über Vorkommnisse im Luftverkehr zu verpflichten. Bis Ende des Jahres solle der entsprechende Entwurf vorliegen, kündigte die Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Montag in Brüssel an. Derzeit gibt es für die EU-Staaten keine derartige Verpflichtung.

In Berlin kündigte derweil die Bundestagsfraktion der Grünen an, die Sicherheit bei Ryanair zum Thema der nächsten Sitzung Verkehrsausschusses machen zu wollen. Grünen-Verkehrspolitiker Stephan Kühn forderte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, sich in Deutschland und auf EU-Ebene für eine Überprüfung der Sicherheitsvorschriften für Flugzeuge und für die Kontrolle ihrer Einhaltung einzusetzen. «Sollte sich erweisen, dass Ryanair oder andere Billigfluglinien auf Kosten der Sicherheit sparen, muss dies umgehend Konsequenzen haben», sagte Kühn.

Ryanair: «absolut keine Probleme»

Auch am vergangenen Donnerstag musste eine Ryanair-Maschine aus Weeze am Niederrhein nach schweren Turbulenzen beim Landeanflug auf dem Flughafen Palma de Mallorca notlanden. Drei Menschen wurden bei die Turbulenzen leicht verletzt.

Am 26. Juli waren drei Ryanair-Flugzeuge mit Ziel Madrid wegen eines Gewitters nach Valencia umgeleitet worden. Die Maschinen hatten dabei den Notruf Mayday abgesetzt, da die Kerosinmenge ein kritisches Minimum erreichte. Anschließend wurden Vorwürfe laut, die Fluglinie setze die Piloten unter Druck, um die Maschinen aus Kostengründen nur minimal zu betanken.

Nach Auffassung der irischen Billigfluglinie stellen die außerplanmäßigen Landungen kein Warnzeichen für die Sicherheit dar. Es gebe «absolut keine Probleme». Die ungeplanten Landungen seien vielmehr ein Zeichen, dass die Sicherheit für Ryanair oberste Priorität habe. Man biete täglich mehr als 1500 Flüge an, es handele sich um Einzelfälle.

Fluglinie vermutet spanische Hetzkampgane

Die spanische Regierung nimmt die jüngsten Zwischenfälle sehr ernst. So hat das Verkehrsministerium schriftlich um «sofortige Kontakte» mit EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und der irischen Luftfahrtbehörde gebeten. Es rief Kallas und die irländische Luftfahrtbehörde IAA dazu auf, die Luftfahrtsicherheit zu verbessern, und forderte mehr nationale Befugnisse bei der Kontrolle ausländischer Fluggesellschaften.

Er sei zuversichtlich, dass «binnen wenigen Wochen» die EU-Richtlinien in Sachen Luftfahrtsicherheit geändert werden könnten, sagte der stellvertretende spanische Verkehrsminister Rafael Catalá am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur Efe. Seine Vorgesetzte Ana Pastor hatte bereits vergangene Woche mehr nationale Kompetenzen bei der Überwachung jener Fluggesellschaften gefordert, die in dem südeuropäischen Land eine starke Präsenz haben.

«Es ist gut, dass es niedrige (Flug-)Preise gibt, aber es darf keine niedrige Sicherheit geben», betonte die Ministerin. Ryanair-Chef Michael O'Leary weist Vorwürfe mangelnder Sicherheit seiner Airline entschieden zurück. In einem Gespräch mit einer spanischen Zeitung bezichtigte er das spanische Verkehrsministerium, eine Hetzkampagne gegen Ryanair zu betreiben.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Unixxx
  • Kommentar 4
  • 31.01.2013 13:07

Keine Todesopfer, keine Abstuerze .. Was will man mehr? Das kann kaum eine der "teueren Fluggesellschaften" behaupten! Ob Flughansa, Condor, British Airways, United Airlines, etc keiner kann von sich behaupten was bei Ryanair Standart ist. Was bringt es mehr fuer Sicherheit zu bezahlen, wenn die Statistik trotzdem deutlich mehr Todesopfer und Abstuerze bei den anderen Flugunternehmen zeigt? Ich bezahle lieber bis zu 10x weniger und fliege sicher als die teuren Gesellschaften zu nehmen die statistisch deutlich häufiger abstuerzen !

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  • Doc Evil
  • Kommentar 3
  • 18.09.2012 03:35

Alte rheinische Weisheit: Wat nix koss, es ooch nix. (Ripoarėsch / Bonner Raum)

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  • Paul Herchenbach
  • Kommentar 2
  • 18.09.2012 01:38

Wer da noch mitfliegt,spielt russisches Roulette !!! Nein DANKE ! ! !

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