Kinderfreie Hotels Ruhige Ferien statt Kinderlärm am Pool

Hotels mit Erotikfaktor
Hier turtelt sich's besonders gut

Was erwarten Sie von einem perfekten Urlaub? Sonne, Strand, Kultur - und natürlich Ruhe? Nicht jeder kann entspannen, wenn kleine Kinder am Hotelpool spielen oder Babys im Restaurant schreien. Die Lösung für ruhebedürftige Feriengäste: kinderfreie Hotels.

Keine fröhlich spielenden Kinder in der Hotellobby oder am Swimmingpool - das bekommen Urlauber in immer mehr spanischen Hotels mit dem Label «adults only», also «nur für Erwachsene». Singles und Paare ohne Kinder, die in den Ferien die Ruhe genießen möchten, schätzen die wachsende Zahl dieser Nischenhotels auf der Iberischen Halbinsel.

Der Trend zu Erwachsenenhotels hat sich in der Tourismuswelt eher leise eingeschlichen - schließlich möchte sich kein Hotel den Vorwurf gefallen lassen müssen, offen kinderfeindlich zu sein. Sowohl auf Mallorca, an der Costa del Sol, auf den kanarischen Inseln als auch in anderen Ferienzielen Spaniens haben sich kinderfreie Hotels inzwischen etabliert - wenn auch als Minderheit.

Offenbar müssen Singles und kinderlose Paare auch weniger auf ihr Urlaubsbudget achten, denn der Großteil der «adults only»-Hotels ist unter den Vier- und Fünf-Sterne-Häusern zu finden. Die Hinweise, dass minderjährige Gäste nicht erwünscht sind, finden sich lediglich in dezenten Hinweisen. Beispielsweise sind diese Unterkünfte in Hotelverzeichnissen mit dem Vermerk «+14», «+16» oder «+18» gekennzeichnet.

Selbst wenn Familien mit kleinen Kindern in Erwachsenenhotels eine Diskriminierung vermuten: Die Tourismusbranche stellt «adults only»-Hotels klar auf eine Stufe mit Sportlerhotels oder rein vegetarischen Restaurants. Kinderfreie Hotels bereichern demnach die Tourismuslandschaft als Nischenangebot für spezielle Zielgruppen. Immerhin sind familienfreundlich ausgerichtete Hotels im Vergleich nach wie vor in der starken Überzahl zu reinen Erwachsenenunterkünften.

Übrigens: Familien mit Kindern ist der Aufenthalt in «adults only»-Hotels nicht komplett verboten, es fehlt lediglich an speziellen Kinderangeboten. Das beginnt bei nicht vorhandenen Kinderbeistellbetten in den Zimmern, setzt sich bei der Restaurantbestuhlung ohne Kindersitze fort und hört bei fehlenden kindgerechten Freizeitaktivitäten auf.

Im Gegenzug richtet sich das Hotelangebot ganz an die Erwachsenen: Wellness-Bereiche mit Whirlpool, Dinner-Menüs bei Kerzenschein und für Gäste nutzbare Golfplätze schaffen den richtigen Rahmen, in dem sich Erwachsene in den Ferien entspannen und den Alltag draußen lassen können - Kindergeschrei kann dabei mitunter stören.

In der Bundesrepublik ist dieser Trend noch nicht richtig angekommen, gibt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zu bedenken. Während sich kinderfreie Hotels in Südeuropa wachsender Beliebtheit erfreuen, gibt es keine Angaben, wie viele «adult-only»-Hotels es in Deutschland aktuell gibt.

Allerdings können Feriengäste auch in Deutschland ohne Kindergeschrei entspannen, zum Beispiel in Wellnesshotels. Viele Hotelbetreiber legen Wert darauf, ihren Gästen separate Bereiche für Wellness-Behandlungen und entspannende Massagen zu bieten - hier sind herumtollende Kinder nicht erlaubt.

loc/sca/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • jvc
  • Kommentar 2
  • 17.01.2013 11:08

Dass man nichts verdienen kann, gerade in Deutschland...das glaube ich nicht.! Egal wie viel man sich zwingen würde kinderfreundlich zu werben, ist man hier doch nicht. Denn bei der Alltagsstress ist man Gott froh, wenn man in Urlaub bloß entspannen kann. Sogar diejenigen die Kinder haben: sie haben keinen anderen Wahl als mit Kinder zu verreisen, aber würden die nicht auch einmal ohne Kinder wieder Kraft schöpfen wollen? Ist doch klar, dass man nicht als "adults only" sich benennt,; Wellnesshotel ist bloß eine andere Bezeichnung davon

Kommentar melden
  • jpm
  • Kommentar 1
  • 08.01.2013 16:10

Wer es nötig hat, mit "kinderfreien" Hotels zu werben, der wir mit mir sicher niemals auch nur einen Cent verdienen. Ich würde mich schämen, wenn ich sowas anbieten genauso, wenn ich auf "Kinderfreiheit" Wert legen würde!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig