Reisemängel Richtiges Reklamieren bringt Geld zurück

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Vorurteile über deutsche Urlauber
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Verdreckter Pool, Hotelzimmer mit Ungeziefer, Gepäck auf dem Flug verloren - wenn die schönsten Wochen des Jahres so beginnen, ist Erholung passé und der Ärger garantiert. Wie Sie Mängel im Pauschalurlaub richtig reklamieren, fasst news.de zusammen.

Die Vorfreude auf den All-Inclusive-Urlaub war groß, doch kaum am Urlaubsort angekommen, häufen sich die Mängel. Wenn das Angebot in der Hotelanlage deutlich von dem abweicht, was Urlauber gebucht haben, besteht Anspruch auf Entschädigung.

Damit die Forderungen auch Aussicht auf Erfolg haben, zählt schnelles Handeln: Pauschalurlauber, die mit einem schmutzigen Hotelzimmer, einem unbenutzbaren Pool oder abgesagten Ausflügen konfrontiert werden, müssen sich gleich vor Ort an die Reiseleitung wenden - am besten schriftlich, um die Einwände später belegen zu können. Das regelt Paragraph 651d, Absatz 2, des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Deswegen sollten Sie für alle Fälle die Kontaktdaten des Reiseveranstalters parat haben, denn eine Beschwerde beispielsweise beim Hotelier ist nicht gerechtfertigt. Ist kein Reiseleiter vor Ort, sollte der Veranstalter in Deutschland per E-Mail oder Fax informiert werden. Vergessen Sie nicht, eine realistische Frist zur Behebung der Mängel zu nennen - so haben Sie eine Chance auf Minderung des Reisepreises, falls die Mängel nicht durch den Umzug in ein mängelfreies Hotelzimmer oder ein anderes Hotel behoben werden.

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Dabei sollten Urlauber auch kooperationsbereit sein: Wer auf Sturm schaltet und eine vor Ort angebotene Entschädigung oder Quartieralternative ausschlägt, hat nach der Reise keine Ansprüche auf Reisepreisminderung mehr. Auf eigene Faust ein anderes Hotel zu suchen oder vorzeitig abzureisen verursacht ebenfalls nur unnötige Zusatzkosten - das Geld bekommen Sie garantiert nicht zurückerstattet.

Belege für Reisemängel sammeln

Lassen sich die Gründe für die Unzufriedenheit nicht bereits am Urlaubsort abstellen, bleibt enttäuschten Ferienreisenden die Möglichkeit, nach der Heimreise den Reisepreis teilweise oder komplett zurückzufordern. Wichtig für den Nachweis können Fotos der Mängel und Aussagen von Zeugen sein, beispielsweise von Mitreisenden.

Mit Ihren Forderungen sollten Sie nicht zu lange warten: Innerhalb eines Monats nach dem vertraglich vereinbarten Ende der Pauschalreise bleibt eine nachträgliche Reisepreisminderung in schriftlicher Form gültig, danach verfallen die Ansprüche. Urlauber können dann lediglich auf Kulanz des Veranstalters hoffen.

Wichtige Aspekte bei der schriftlichen Beschwerde

Bei der schriftlichen Beschwerde sind die Formulierungen besonders wichtig. Reisemängel müssen unmissverständlich und nachvollziehbar geschildert werden - wer nur über einen verhunzten Urlaub meckert, wird kaum eine Entschädigung erhalten. Aus dem Beschwerdeschreiben muss zudem klar hervorgehen, dass ein finanzieller Ausgleich gefordert wird, die bloße Bitte um Bearbeitung oder eine schriftliche Stellungnahme läuft erfahrungsgemäß ins Leere.

Reiseveranstalter sind gesetzlich verpflichtet, eine rückwirkende Reisepreisminderung in bar oder per Überweisung zu erstatten. Manchmal erhalten enttäuschte Urlauber auch einen Gutschein als Ersatzleistung - es ist Ihr gutes Recht, sich damit nicht zufrieden zu geben, vor allem, wenn der Reisemangel gravierend war.

Mit anwaltlichem Beistand können Sie verlangen, dass die geforderte Summe an Sie ausgezahlt wird. Bei kleineren Unannehmlichkeiten oder einer lediglich verspäteten Reaktion auf die Beschwerde beim Reiseleiter kann ein Gutschein hingegen Vorteile für den Urlauber haben.

Nicht jedes Ärgernis ist gleich ein Reisemangel

Die Grenze zwischen Unannehmlichkeiten und handfesten Reisemängeln ist für Laien oftmals schwer zu erkennen. Je nach Reiseziel müssen Urlauber einzelne Insekten im Hotelzimmer, unfreundliches Rezeptionspersonal oder zwei Einzelbetten statt eines Doppelbettes als lästiges Übel hinnehmen. Ist jedoch der im Reisekatalog angepriesene Pool nicht vorhanden, verzögert sich der Flug um mehrere Stunden oder wird am Büffet verdorbenes Essen serviert, sind Ersatzansprüche gerechtfertigt.

Sie sind am Swimmingpool ausgerutscht und haben sich verletzt? Dann sind Sie zwar zu bedauern, haben aber kein Recht auf finanzielle Entschädigung. Gerichtsurteilen zufolge gehören solche unangenehmen Zwischenfälle nämlich zum privaten Risiko beim Verreisen.

loc/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Tony Leisser
  • Kommentar 1
  • 01.01.2013 15:30

"Sie sind am Swimmingpool ausgerutscht und haben sich verletzt? ... Gerichtsurteilen zufolge gehören solche unangenehmen Zwischenfälle nämlich zum privaten Risiko beim Verreisen." Und wenn ich im heimische Supermarkt ausrutsche, heißt es die Verkehrspflicht wurde verletzt 3ai.de/3/rutschurteil)... Auf Gewerbeflächen ist man geschützt, aber die Bäderbetreiber müssen nicht auf Barierefreiheit achten... so ein Unsinn

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