Kreditkarte im Ausland So nutzen Sie Plastikgeld im Urlaub

Immer mehr Urlauber nutzen in den Ferien Alternativen zum Bargeld: Kreditkarte, Bankkundenkarte und Co. stehen hoch im Kurs. Alternativen zum Plastikgeld sind jedoch sinnvoll - das geben Verbraucherschützer zu bedenken.

Nicht nur auf das Plastik vertrauen: Neben der Kreditkarte gehört immer auch etwas Bargeld in die Reisekasse. (Foto)
Nicht nur auf das Plastik vertrauen: Neben der Kreditkarte gehört immer auch etwas Bargeld in die Reisekasse. Bild: dpa

Vor allem im Ausland ist das Bezahlen mit der Kreditkarte bequem: Der Umtausch von Euro in die Währung des Urlaubslandes vor dem Abflug fällt weg. Zudem finden es viele Urlauber riskant, mit viel Bargeld im Urlaub unterwegs zu sein. Obwohl Kreditkarten in den meisten Urlaubsländern akzeptiert werden, kann es vorkommen, dass das Plastikgeld die Funktion verweigert. Ferienreisende sollten zudem bedenken, dass der Einsatz von Kredit- oder Bankkundenkarten nicht überall kostenlos ist – vor allem beim Geldabheben an Automaten fallen oft hohe Gebühren an.

Kreditkarten: Plastikgeld mit Sicherheitslücken

Geschäftsbedingungen schaffen Klarheit

Damit es bei der Reise im Ausland nicht zu teuren Überraschungen kommt, empfehlen Verbraucherschützer, vor Reiseantritt in aller Ruhe die Geschäftsbedingungen des Kreditkartenanbieters zu studieren. In den Unterlagen ist nachzulesen, welche Konditionen für den Einsatz der Kreditkarte im Ausland gelten und mit welchen Gebühren zu rechnen ist. Manche Kreditkarten erlauben es zwar, weltweit kostenlos an Bargeld zu kommen - der Hinweis darauf, dass bei jedem Karteneinsatz im Ausland Gebühren anfallen, ist aber oft gut versteckt.

Von Bank zu Bank variieren die anfallenden Gebühren: Pro Transaktion können bis zu drei Prozent des abgehobenen Betrages fällig werden. Urlauber sollten zudem die Gebühr bedenken, die beim Geldabheben an Geldautomaten erhoben wird - je nach Höhe des Betrages ist diese meist gestaffelt, beträgt aber im Schnitt um die fünf Euro. Wer im Urlaub also mehrere kleine Summen am Geldautomaten zieht, kann bei der folgenden Kreditkartenabrechnung schnell böse überrascht werden.

Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Bank, ob es Kooperationen mit ausländischen Banken gibt - das kann anfallende Gebühren abfedern. Wer sein Konto beispielsweise bei der Deutschen Bank hat, kann bei der Bank of America in den USA, bei BNP Paribas in Frankreich, bei der Scotiabank in Kanada, bei TEB in der Türkei oder bei Barclays in Großbritannien kostenlos Bargeld abheben.

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Weltweite Akzeptanz der Bankkundenkarte wächst

Neben der Kreditkarte ist die Bankkundenkarte, die vielen noch als ec-Karte bekannt sein dürfte, ebenfalls als weltweites Zahlungsmittel einsetzbar - wenn sie mit dem Maestro- oder V-Pay-Zeichen versehen ist. Das 2006 eingeführte Zahlungsverfahren V-Pay soll den Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlichen und die Sicherheit für Bankkunden durch eine verbesserte Chip- und PIN-Technologie erhöhen. Das Bezahlen mit V-Pay-Karte ist im europäischen Ausland ebenso unkompliziert wie zu Hause.

Für die Reise in die USA, nach Australien oder Kanada sind Kreditkarten jedoch nach wie vor das Mittel der ersten Wahl. Der Einsatz von Bankkundenkarten mit dem Maestro-Zeichen in den USA ist weiterhin ein Glücksspiel, denn die Karten werden nicht überall akzeptiert. Mit einer Maestro-Karte können Sie beispielsweise an Geldautomaten mit dem Cirrus-Zeichen Geld abheben.

Die Sicherheitsvorkehrungen der Banken für den weltweiten Einsatz sollen zwar vorrangig vor Kartenmissbrauch schützen, werden aber manchmal auch beim Geldabheben zur Stolperfalle. Auf Nummer sicher gehen Urlauber, wenn sie sich vor der Reise ins Ausland bei ihrer Bank erkundigen, ob es ein Limit oder gar eine Sperre für die Kartennutzung im Ausland gibt. Zahlungsbeschränkungen werden auf Kundenwunsch von den Kreditinstituten aufgehoben.

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So schützen Sie die Kreditkarte vor Diebstahl und Missbrauch

Zu 100 Prozent ist kein Urlauber vor Diebstahl oder Missbrauch der Kreditkarte gefeit. Geldkarten sollten immer getrennt von der Pin aufbewahrt werden - wer sich unbedingt seine Geheimnummer notieren muss, sollte das möglichst in codierter Form tun. Im Urlaub sollten Sie Ihre Kreditkarte möglichst nicht aus den Augen lassen. Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn ein Händler mit Ihrer Kreditkarte kurz den Raum verlässt – hier besteht das Risiko, dass die Kartendaten heimlich ausgelesen werden.

Kommt die Kredit- oder Bankkundenkarte im Urlaub abhanden, sollten diese sofort telefonisch gesperrt werden. Sowohl im In- als auch im Ausland gilt dafür die zentrale Rufnummer 11 61 16 – wer außerhalb Deutschlands anruft, wählt die 0049 vor. Außerdem gehört die Notfallrufnummer der Bank ins Reisegepäck, die die Kreditkarte ausgegeben hat.

Urlaubsfallen: So werden Touristen betrogen

Viele Banken bieten neben den herkömmlichen Visa- oder Master-Karten auch Prepaid-Kreditkarten an. Diese funktionieren auch im Ausland wie eine gewöhnliche Kreditkarte, werden aber im Vorfeld mit einem beliebigen Betrag aufgeladen. Besonders für Bankkunden mit schlechter Bonität oder für minderjährige Nutzer ist eine solche Karte eine gute Möglichkeit, im Ausland ohne ein dickes Bündel Bargeld zahlungsfähig zu sein. Kommt die Karte abhanden, ist der Verlust auf den aufgeladenen Betrag begrenzt.

Eine weitere Zahlungsmöglichkeit im Ausland sind Reiseschecks. Diese können in vielen Banken und Wechselstuben weltweit in Bargeld umgetauscht oder in Geschäften, Hotels und Restaurants als Zahlungsmittel genutzt werden. Werden die Traveler Cheques gestohlen oder gehen verloren, bieten die meisten Kreditinstitute einen Ersatz innerhalb von 24 Stunden an.

loc/ham/news.de/dapd

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