Wandern in der Schweiz Vier Flussquellen in fünf Etappen erleben

Den Alltag vergessen, die Lungen mit frischer Bergluft füllen und alpine Panoramen genießen - seit Anfang August lädt der Vier-Quellen-Weg in der Schweiz zum Wandern entlang des Rheins, der Reuss, des Ticinos und der Rhone ein.

Wanderfreunde können in der Schweiz neue Pfade erobern. Der Vier-Quellen-Weg ist für  Wanderurlauber eine neue Attraktion. Die beste Zeit, um den Ursprüngen der vier Flüsse in der Natur nachzuwandern, ist von Juni bis September.

Einsteigertipps
Wandern Sie los

Insgesamt 85 Kilometer umfasst die Strecke, die bewegungsfreudige Schweizurlauber zu den Quellen der Flüsse Rhein, Reuss, Ticino und Rhone führt. Auf dem Wanderweg wechseln sich schroffe Alpenlandschaften mit blühenden Almwiesen und malerischen Hochmooren ab. Wanderer haben zudem die Möglichkeit, einen Blick auf die vielfältige Tierwelt der Schweizer Alpen zu erhaschen und Murmeltiere, Gämsen oder Alpendohlen zu beobachten.

Der Wanderweg ist in fünf Etappen eingeteilt, die bequem in Tagesmärschen bewältigt werden können. Die Wanderwege liegen zwischen 1400 und 2700 Höhenmetern. An den Anfangs- und Endpunkten der einzelnen Abschnitte sind Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel eingerichtet - so können Wanderer ihre Tour optimal gliedern. Wer sich den kompletten 85 Kilometern nicht gewachsen fühlt, kann problemlos einzelne Abschnitte wandern.

Blühende Alpwiesen und Seelandschaften

Die erste Etappe über 14,5 Kilometer beginnt im Herzen der Schweiz am Oberalppass, der per Bahn oder Postauto zu erreichen ist. Der Pfad über den Tomasee, das Maighelstag bis zum Maighelspass und weiter über die Alp Portgeren bis zur Vermigel-Hütte bietet Wanderern den Anblick steiler Alpwiesen und steinigen Bergpanoramen. Dazwischen schlängeln sich zahlreiche Bäche und Flüsschen, Flach- und Hangmoore prägen die Landschaft. Bei einer Wanderung im Herbst bekommen Schweizurlauber die Pracht der Wollgräser zu sehen, die dann in voller Blüte stehen.

Wer den Abschnitt lieber gemütlich und nicht in einem Tag bewältigen will, kann in der Maighels-Hütte auf halber Wegstrecke oder in der Vermigel-Hütte am Ende der ersten Teilstrecke übernachten.

Wandertipps für Einsteiger
Raus jetzt!

Auf zum höchsten Punkt der Wanderroute

Der zweite Teilabschnitt schließt nahtlos an. Ausgehend von der Vermigel-Hütte auf gut 2000 Metern Höhe bahnen sich Wanderer ihren Weg durch eine waldige Wiesenlandschaft zum Sellapass und dem Piz Giübin - mit 2776 Metern der höchste Punkt der gesamten Wanderroute - weiter zum Sellasee und dem Gotthardpass.

Die saftigen Bergwiesen sind für ihren Mineralienreichtum bekannt, davon zeugen nicht zuletzt brachliegende Klüfte, an denen der Wanderweg entlang führt. Eine Übernachtungspause ist im Hotel San Gottardo oder im St. Gotthardhospiz am Ende der 13 Kilometer umfassenden Tageswanderung möglich.

Farbenpracht im schneereichsten Gebiet der Schweiz

Am Anfang der dritten Etappe, die mit 21,5 Kilometern die längste des Vier-Quellen-Weges ist, gelangen Wanderfreunde zum Ursprung der Reuss am Lucendro-Stausee. Auf dem weiteren Fußmarsch entlang der Staumauer zum Lucendropass führt der Vier-Quellen-Weg über die Alp Rosso di Fuori und den Höhenweg Bedrettotal. Dort fällt im Winter erfahrungsgemäß der meiste Schnee in der Schweiz, im Herbst dürfen Wanderer die Farbenpracht der Lärchenwälder genießen. Die Piansecco-Hütte auf 1982 Höhenmetern lädt zu einer wohlverdienten Verschnaufpause ein und schließt die Teilstrecke ab.

Bunte Pflanzenwelt und possierliche Murmeltiere

Der vorletzte Abschnitt des Vier-Quellen-Weges schlängelt sich auf 20 Kilometern durch die Gebirgs- und Tallandschaft um die Ortschaft Obergoms. Die lebendige Pflanzenvielfalt der Schweizer Alpen lernen Wanderer hier hautnah kennen, Murmeltiere sonnen sich auf den saftigen Wiesen und auch der vielleicht älteste Baum der Schweiz, eine rund 1500 Jahre alte Lärche, liegt auf der Route.

Kristallklares Panorama
Entspannung pur am Bergsee

Sobald die Alpe di Manio und die Alpe Cruina hinter Ihnen liegen, kommen Sie ins Quellgebiet des Ticino und wandern weiter über den Nufenenpass und Kittbrigg bis zum vorläufigen Ziel Obergesteln bei Ulrichen. Sie möchten vor der letzten Etappe eine Pause machen und Energie tanken für den nächsten Wandertag? Hotels in Ulrichen und Obergesteln freuen sich auf Ihren Besuch und bieten ein gemütliches Nachtlager.

Wo die Reichen und Schönen Urlaub machten

Bedeutende Schweizer Verkehrswege wie der Furka- und Grimselpass liegen auf dem Weg der Abschlussetappe des Vier-Quellen-Weges. In gut sieben Stunden können Wanderer die letzten 17 Kilometer des Wanderpfades bewältigen und angesichts der beeindruckenden Gletscherpanoramen nachvollziehen, weshalb das Gebiet Mitte des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Touristenziel wurde.

Auf der fünften Etappe sind 1600 Höhenmeter bis zum Zielpunkt Rhonegletscher zu überwinden - der Blick auf die faszinierende Schweizer Bergwelt entschädigt jedoch für müde Füße. Die Gipfelkette der Walliser Viertausender ist nur ein Highlight der Strecke. Eine stilvolle Übernachtung im traditionsreichen Hotel Belvédère am Furkapass ist der krönende Abschluss der Wandertour und verwöhnt mit einer spektakulären Aussicht auf die zuvor bewanderten Alpenwege.

Wanderweg für geübte Natururlauber

Der Vier-Quellen-Weg wird auf der Wanderskala des Schweizer Alpenclubs, der Schwierigkeitsgrade von 1 bis 6 kennt, bei 2 bis 3 angesiedelt. Wanderer, die das Schweizer Alpenpanorama entdecken wollen, sollten trittsicher sein, sich gut orientieren können und mit steilem, teils unwegsamen Gelände klarkommen.

Eine gute Wanderausrüstung ist das A und O für den Vier-Quellen-Weg. Wer noch keine ersten Erfahrungen beim Wandern in den Alpen gemacht hat, sollte zunächst die einfacheren Etappen ausprobieren und sich erst später in erfahrener Begleitung an die anspruchsvollen Abschnitte wagen.

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loc/som/news.de/dapd

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