200 Jahre Gäubodenfest Wie das Oktoberfest, nur gemütlicher

Hektik sucht man auf dem Gäubodenfest vergebens. Außer man arbeitet als Bedienung. (Foto)
Hektik sucht man auf dem Gäubodenfest vergebens. Außer man arbeitet als Bedienung. Bild: dapd

Überfüllte Zelte, hunderte Bierleichen, überzogene Preise: Wem das Münchner Oktoberfest zu viel ist, für den gibt es eine Alternative. Das Gäubodenfest in Straubing ist Bayerns zweitgrößtes Volksfest - und feiert in diesem Jahr 200-Jähriges.

Wer kennt den Unterschied zwischen Ober- und Niederbayern? Richtig: Die einen haben das Geld, den Stolz und das Oktoberfest - die anderen blicken neidisch und ohne Selbstbewusstsein gen Landeshauptstadt. Dabei brauchen sich die Niederbayern nicht verstecken: Sie haben das Gäubodenfest.

Was 1812 als Bauernmarkt in der Donaustadt Straubing begann, hat sich mit über einer Million Besucher zu Bayerns zweitgrößtem Volksfest gemausert. Zur Jubiläumsgaudi vom 10. bis 20. August werden dieses Mal deutlich mehr Gäste erwartet.

Die Vorfreude in der Kreisstadt ist groß, denn mit der Jubiläums-Ausgabe zeigt sich Niederbayern von seiner schönsten Seite. Das Gäubodenfest zeichnet eine besondere Atmosphäre aus. Obwohl es das zweitgrößte Volksfest ist, hat es sich den familiären Charakter bewahrt. Es ist eine gelungene Mischung aus Bierzelten, Vergnügungspark, Verbrauchermesse und einem vielfältigen Rahmenprogramm.

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Nostalgie wird groß geschrieben

Anders als auf der Münchner Wiesn bleibt das Angebot überschaubar: Sieben Großzelte und 140 Jahrmarktaussteller werden auf dem Fest vertreten sein. Passend zum Jubiläum gibt es in diesem Jahr auf dem Festplatz in der Altstadt ein traditionelles Bierzelt und nostalgische Fahrgeschäfte.

Wichtig für Familien: Die Preise halten sich im Vergleich zum Oktoberfest deutlich im Rahmen. Auch wenn nach zwei Jahren Pause der Bierpreis erhöht wurde, ist die Maß im Schnitt um zwei Euro billiger als auf der Theresienwiese. Der Liter Gerstensaft kostet bis zu 7,90 Euro. Bei den bayrischen Schmankerln auf dem Teller ist der Preisunterschied noch größer.

Straubing hat sich passend zum Jubiläum ganz auf das Fest konzentriert. Abseits des Rummels gibt es zahlreiche Ausstellungen und Lesungen. Besonders sehenswert: Im Gäubodenmuseum beschäftigt sich eine Sonderausstellung mit der Geschichte des Festes. Die Schau «200 Jahre Gäubodenvolksfest» läuft noch bis zum 7. Oktober.

Wer Bier, Karussell und Blasmusik aber nicht mehr aushält, dem sei ein Gang über die Ostbayernschau empfohlen. Die größte Verbrauchermesse in Niederbayern und der Oberpfalz knüpft an die Tradition vor 200 Jahren an - mehr als 700 Aussteller präsentieren Produkte und Innovationen aus der Region. Die Ostbayernschau erstreckt sich auf einem Areal von 55.000 Quadratmetern. Da ist das Brathendl beim Spaziergang umso schneller verdaut.

Straubing hat aber auch noch mehr zu bieten als den großen Rummel: Ob die faszinierende Geschichte der Agnes Bernauer, die historische Altstadt oder das Donauufer, das zum Spaziergang einlädt. Genau das Richtige, um nach dem Besuch auf dem Gäubodenfest wieder runter zu kommen.

sca/loc/news.de

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