Urlaubstipp Den Herbstblues wegradeln

Für einen Kurzurlaub an der frischen Luft muss niemand in die Ferne schweifen. Alles, was bewegungsfreudige Herbsturlauber brauchen, ist ein Fahrrad und das passende Outfit – dann steht einer Radtour auf dem Elberadweg nichts mehr im Weg.

Der Elberadweg ist bei deutschen Urlaubern und Ausflüglern besonders beliebt. (Foto)
Der Elberadweg ist bei deutschen Urlaubern und Ausflüglern besonders beliebt. Bild: news.de

Der Elberadweg ist der beliebteste Fernradweg der Republik und erstreckt sich in Deutschland von der tschechischen Grenze bis Cuxhaven. Natürlich muss niemand den 1220 Kilometer langen Pfad komplett radeln. Kürzere Etappen bieten auch reizvolle Naturimpressionen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Fahrt auf dem Elberadweg von Bad Schandau bis Meißen? Auf gut 80 Kilometern wechseln sich hier schroffe Bergkulissen des Elbsandsteingebirges und idyllische Uferwälder mit einer reichen Tier- und Pflanzenwelt ab. Genau das Richtige also, um dem Herbstblues mit frischer Luft entgegenzuwirken. Zwischendurch laden Städte wie Dresden und Meißen zu einem Stadtbummel mit kulturellem Flair ein.

Alkohol auf dem Fahrrad: Riskanter Radausflug

Die östlichste Etappe von Schöna über Bad Schandau nach Rathen ist geprägt von der schroffen Kulisse des Elbsandsteingebirges. Der benachbarte Nationalpark Sächsische Schweiz, der sich über gut 90 Quadratkilometer erstreckt, bietet besonders im Herbst einen spektakulären Mix aus Felsformationen und vielfältiger Pflanzenwelt - Naturliebhaber kommen im östlichsten Abschnitt des Elberadwegs voll auf ihre Kosten.

Kulturbegeisterte Radurlauber finden in Rathen einen idealen Platz zum Verweilen: Die dort ansässige Felsenbühne ist mit ihrer spektakulären Naturkulisse Schauplatz für vielfältige Theaterinszenierungen. In diesem Herbst wird neben Old Surehand (5., 8. und 16. September) auch Carmina Burana (1. und 2. September) gegeben, bevor sich das Ensemble ab dem 17. September in die Spielpause verabschiedet.

Vom Rad steigen und flanieren

Der Elberadweg führt vorbei an der Festung Königstein zu den Stationen Pirna und Heidenau. Gönnen Sie Ihrem Drahtesel ruhig eine Pause, denn beide Städte laden zum ausgiebigen Flanieren ein. Pirnas historische Altstadt mit Marktplatz und der Kirche St. Marien ist ebenso sehenswert wie der kunstvolle Barockgarten Großsedlitz.

Mitten in Sachsen liegt dieses Paradebeispiel für französische Gartenbaukunst, das schon August den Starken in seinen Bann zog. Der sächsische Kurfürst war maßgeblich daran beteiligt, den Barockgarten mit Orangerien, opulenten Skulpturen und Wasserspielen auszugestalten. Heute ist der ehemalige Lustgarten des Dresdner Hofes ein beliebter Ort für Ausstellungen und Konzerte. Ein Chorkonzert (1. September, 16:00 Uhr) inmitten von duftenden Orangenbäumen sollten Sie sich ebenso wenig entgehen lassen wie eine Parkführung zu spannenden Geschichten rund um den schönsten Barockgarten Sachsens (9. September, 11:00 Uhr).

Dresden ist das beliebteste Zwischenziel auf dem Elberadweg und knapp 20 Kilometer vom Barockgarten Großsedlitz entfernt. Von der Elbe aus haben Radwanderer den besten Blick auf die drei Elbschlösser: Schloss Eckberg, Schloss Albrechtsberg und die Villa Stockhausen laden zu einer kurzen Pause vom Radeln ein. Für die bekannten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt bleibt trotzdem genug Zeit. Neben der Frauenkirche, die nach dem Wiederaufbau 2005 neu geweiht wurde, sind der Dresdner Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister und die Semperoper ein Muss für Besucher der sächsischen Landeshauptstadt.

Vor den westlichen Toren Dresdens in Radebeul finden Liebhaber des Rebensaftes einen perfekten Platz für eine entspannte Pause vom Radfahren. Direkt an der sächsischen Weinstraße gelegen, hat das «Sächsische Nizza» jedoch mehr zu bieten als Wein: Besucher können den Weg von der Weinrebe bis zur Flasche hautnah in Schloss Wackerbarth erleben, dem einzigen Erlebnisweingut in Europa. Im ehemaligen Wohnhaus des Schriftstellers Karl May, der «Villa Shatterhand», schnuppern Urlauber einen Hauch Indianerromantik mitten in Sachsen. Wer mag, kann sich nach den informativen Ausstellungen in Karl Mays Wigwam beim Bogenschießen im Museumsgarten versuchen.

Auf den Spuren des Meißner Porzellans

Bis zur Stadt des «Weißen Goldes» sind es von Radebeul aus nur wenige Kilometer: Meißen ist seit dem 18. Jahrhundert die Porzellanstadt schlechthin. Das Meißner Porzellan mit den zwei gekreuzten Schwertern stand schon bei August dem Starken hoch im Kurs. Heute können Urlauber die Schauwerkstatt der Porzellanmanufaktur besichtigen und die Geschichte des «Weißen Goldes» drei Jahrhunderte zurückverfolgen.

Wer auf den Spuren der Porzellangeschichte wandelt, kommt auch an der Albrechtsburg nicht vorbei. Die erste europäische Porzellanmanufaktur hatte hier mehr als 150 Jahre ihr Domizil, heute beherbergen die Schlossräume verschiedene Ausstellungen. Familien mit Kindern können die Albrechtsburg vom 25. Oktober bis 1. November bei spannenden Taschenlampenexpeditionen erkunden - ein Blick in die geheimnisvollen Kellergewölbe gehört natürlich dazu. In den Sommer- und Herbstmonaten ist die Albrechtsburg täglich von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.

Meißen ist aber auch für Weinfreunde eine gute Adresse. Das milde Klima entlang der Elbe machte die Porzellanstadt bereits im 12. Jahrhundert zum idealen Standort für Weinanbau. Und was gibt es Schöneres, als nach einer ausgiebigen Radtour in einer Meißener Weinstube ein Glas sächsischen Müller-Thurgau oder Goldriesling zu genießen?

sca/ham/news.de

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