Reisegepäck Damit der Koffer nicht verschollen geht

Jedes 100. Gepäckstück geht beim Fliegen verloren oder kommt nicht pünktlich am Ziel an. (Foto)
Jedes 100. Gepäckstück geht beim Fliegen verloren oder kommt nicht pünktlich am Ziel an. Bild: dpa

Albtraumszenario am Flughafen: Alle Fluggäste haben ihren Koffer vom Gepäckband abgeholt, nur die eigene Reisetasche ist spurlos verschwunden. Wie können Urlauber dieser ärgerlichen Situation am besten vorbeugen? News.de hat die passenden Tipps.

Knapp 20 Prozent der deutschen Urlauber haben die unangenehme Erfahrung bereits gemacht: Nach einer Flugreise ist das Gepäck abhanden gekommen - und mit ihm die Urlaubsfreude. Nicht immer sind die Fluggesellschaften allein am Gepäckverlust schuld. Urlauber können ihren Koffer mit wenig Aufwand besser gegen Verlust schützen.

Nicht auf den letzten Drücker einchecken

Das pünktliche Erscheinen am Check-in-Schalter ist besonders bei großen Abflughäfen ratsam. Immerhin legt der Koffer mitunter lange Beförderungswege zurück, bevor er in das Flugzeug geladen wird. Die Sicherheitsüberprüfung nimmt ebenfalls Zeit in Anspruch. Wer erst auf den letzten Drücker seinen Koffer aufgibt, riskiert im schlimmsten Fall, dass das Gepäck nicht pünktlich zum Abflug im Flieger ist. Je nach Flugziel ist es ratsam, zwei Stunden bis 90 Minuten vor der planmäßigen Abflugzeit am Schalter zu sein.

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Augen auf beim Check-in

Bevor das Gepäckstück den Check-in-Schalter in Richtung Verladeanlage zum Flugzeug verlässt, erhält es seinen eigene Identifikation, das sogenannte Baggage Label. Der Sticker hat einen individuellen Barcode, der Informationen zum Besitzer und zur Reiseroute enthält. Der Passagier erhält einen dazugehörigen Beleg, den Baggage Tag. Dieser sollte noch einmal kontrolliert werden, bevor der Koffer weiterrollt. Vor allem der Zielflughafen, die Flugnummer und der Name des Passagiers müssen korrekt aufgedruckt sein.

Zwar fertigen Check-in-Mitarbeiter täglich eine Vielzahl von Gepäck ab und sind entsprechend routiniert. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Baggage Label nicht richtig befestigt ist. Einmal mehr hinschauen kann verhindern, dass der Koffer nicht abhanden kommt.

Zusätzlich zum Baggage Label ist ein Adressanhänger mit der Heimat- und Zieladresse empfehlenswert. So kann der Koffer im Ernstfall wieder nach Hause geschickt werden. Alternativ eignet sich auch ein Zettel mit der privaten Adresse im Inneren des Koffers.

Sicherheitsrisiken im und am Koffer

Bevor Sie einen Koffer am Schalter aufgeben, müssen Etiketten von früheren Flügen unbedingt entfernt werden. Andernfalls kann es zu Verwechslungen innerhalb der Gepäcksortierung kommen und Ihr Koffer landet nicht wie Sie auf der griechischen Ferieninsel, sondern in Australien.

Die meisten Passagiere dürften sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass es für das Handgepäck strenge Vorschriften gibt. Doch auch in den aufgegebenen Koffern darf nicht alles eingepackt werden. Explosive und gasförmige Stoffe sind ebenso verboten wie entflammbare Flüssigkeiten und Feststoffe. Giftige Materialien lassen bei den Sicherheitskontrollen ebenso die Warnsysteme schrillen. Urlaubsmitbringsel aus exotischen Ländern fallen oft unter das Artenschutzgesetz - auch hier sortiert der Zoll rigoros aus. Entdecken die Scanner verdächtige Dinge im aufgegebenen Gepäck, muss der Koffer einzeln geprüft werden - das dauert mitunter zu lange, als dass der Koffer noch rechtzeitig an Bord kommt.

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Lieber bunt als schwarz

Beim Reisegepäck darf es gerne farbenfroh zugehen. Bunte Koffer stechen aus der vorwiegend schwarz-grauen Gepäckmasse sofort hervor. Dadurch fällt eine Identifizierung leichter, sollte eine Tasche verloren gehen. Individuelle Kofferbänder oder auffällige Sticker sind eine Option für Reisende, die sich nicht für einen Koffer mit flächendeckendem Blumenmuster oder einen knallpinken Trolley erwärmen können.

Bei Anschlussflügen Zeit einplanen

Der Flieger ist gerade gelandet und der Anschlussflug startet schon in einer halben Stunde - zu knappe Umsteigezeiten bei Anschlussflügen sind nicht nur für Passagiere stressig. Damit das Gepäck nicht beim Zwischenstopp zurückbleibt, sind Reisende gut beraten, wenn sie einen Weiterflug wählen, der genug Zeit zum Umsteigen lässt.

Keine Wertsachen in den Koffer

Die Reisekasse, Fotoapparat und Mobiltelefon sind im Handgepäck am sichersten aufgehoben. Geht der Koffer mit der wertvollen Heimelektronik nämlich verloren oder wird beschädigt, besteht kein Versicherungsschutz. Reisepapiere und Medikamente sollten ebenfalls im Handgepäck an Bord kommen. Wer auf Nummer sicher gehen will, verstaut zusätzlich eine Zahnbürste und einen Satz Unterwäsche im Handgepäck.

Koffer weg - was nun?

Das Gepäckband dreht seine Runden und die eigene Reisetasche ist nicht dabei? Dann sollten Reisende sofort tätig werden. Zwar hat ein Fluggast theoretisch eine Woche Zeit, den Verlust des Gepäcks zu reklamieren. Allerdings muss er nach Verlassen des Flughafens beweisen, dass der Koffer tatsächlich auf dem angegeben Flug und nicht auf einer anderen Strecke verloren ging.

Der erste Weg führt zur Gepäckermittlung, an internationalen Flughäfen auch «Lost & Found». Eine möglichst genaue Beschreibung des Gepäcks sowie die Bordkarte und der Kartenabriss vom Check-in-Schalter sind nötig, um die verschwundenen Gepäckstücke wiederzufinden. Kleiner Trost: Die meisten abhanden gekommenen Koffer sind binnen 48 Stunden wieder zurück beim Besitzer.

loc/sca/news.de/dpa

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