Sterne-Hotels Was steckt hinter den Hotelkategorien?

Ein Vergleich zwischen den Sternen einzelner Länder ist eigentlich kaum möglich. Fünf Sterne auf Bora Bora müssen nicht den gleichen Standard wie fünf Sterne in den USA bieten. (Foto)
Ein Vergleich zwischen den Sternen einzelner Länder ist eigentlich kaum möglich. Fünf Sterne auf Bora Bora müssen nicht den gleichen Standard wie fünf Sterne in den USA bieten. Bild: dpa

Wie viele Sterne hat das Hotel am Urlaubsort? Für viele Reisende ist dieses Kriterium ausschlaggebend. Doch gerade im Ausland unterscheidet sich die Hotelausstattung oft gravierend von deutschen Unterkünften.

Deutsche Urlauber sind durch einheitliche Standards verwöhnt. Hierzulande sorgt ein Bewertungssystem des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) dafür, dass ein Drei-Sterne-Hotel in München die gleiche Ausstattung hat wie eines in Schwerin. Inzwischen orientieren sich 40 Prozent der deutschen Urlauber bei der Auswahl ihres Feriendomizils an der Anzahl der vergebenen Sterne.

Im Ausland sieht die Situation anders aus. Wer beispielsweise Vier-Sterne-Luxus nach deutschen Standards in einem Hotel dieser Kategorie in Florida erwartet, kann schon zu Urlaubsbeginn sein blaues Wunder erleben. Statt gehobenem Standard müssen Reisende beispielsweise mit abgewohnten Zimmern oder fehlender Minibar Vorlieb nehmen - in einer deutschen Unterkunft dieser Kategorie undenkbar.

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Regionale Unterschiede bei ausländischen Hotelkategorien

In einigen Ländern gibt es zudem regionale Unterschiede. Spanien kategorisiert seine Hotels nach 17 verschiedenen regionalen Gesetzen mit jeweils eigenen Bewertungsaspekten. Sie suchen ein Vier-Sterne-Hotel in Finnland? Ein Ding der Unmöglichkeit - das skandinavische Land kennt keine Hotelkategorien. In Griechenland werden Hotels unterdessen anhand von Buchstaben eingeteilt.

Die länderspezifischen Abweichungen liegen darin begründet, dass es kein weltweit einheitliches Klassifizierungssystem für Hotels gibt. Deshalb sind drei Sterne in Spanien nicht gleichzusetzen mit drei Sternen in Thailand. Grundsätzlich gilt: Länder mit längerer touristischer Tradition haben meist strengere Vorgaben in puncto Komfort für Urlauber. In etablierten Reiseländern wie Ägypten, Griechenland und der Türkei sagt die Anzahl der Sterne eines Hotels also durchaus etwas über die Qualität aus.

Vergleicht man die Ansprüche in den Urlaubsländern, erscheinen weltweit einheitliche Kategorien auch nicht sinnvoll. Jedes Land hat eigene Präferenzen, wenn es um die Qualität eines Hotelzimmers geht. Während Nordeuropäer ein geräumiges Bett bevorzugen, messen Franzosen den Standard ihrer Urlaubsunterkunft am Vorhandensein eines Bidets. Amerikanern wiederum ist beides egal, solange es eine Eismaschine im Hotel gibt.

Reiseveranstalter bewerten oft eigenständig

Zunehmend gehen Reiseveranstalter dazu über, eigene Bewertungskategorien einzuführen, um den regionalen Unterschieden entgegenzuwirken. Regelmäßige Besuche von Länderverantwortlichen sorgen dafür, dass die Qualitätskriterien auf dem neuesten Stand sind. Die schlichte Vergabe von Punkten nach einem eigenen System genügt jedoch nicht: Reiseveranstalter müssen ihre Bewertungskriterien detailliert aufschlüsseln. Das sichert sowohl den Anbieter als auch Urlauber ab, sollte es zu Reklamationen kommen. Denn Reiseanbieter müssen auch mit eigenen Bewertungssystemen halten, was sie versprechen.

Als wichtigste Punkte zählt für Reiseveranstalter neben Hygiene und Erhaltungszustand des Hotels auch der subjektive Gesamteindruck. Nachdem die Hotelbetreiber eine Selbstauskunft eingereicht haben, prüfen zwei Kontrolleure die Angaben auf Herz und Nieren. Kundenfeedback fließt ebenfalls in die Hotelbewertungen von Reiseveranstaltern ein.

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