Flirt-Schule Bekommen Männer jede Frau ins Bett?

Renault Cabrios
Flirten unter freiem Himmel

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Eine Frau schüchtern ansprechen? So flirten Anfänger. Die Profis heißen Pick-Up-Artists. In ihrer Welt sind Frauen «Targets», Flirt-Strategien für schnellen Sex gibt's in Seminaren. Ist das nur eine Dating-Schule für schüchterne Jungs – oder die Männer-Antwort auf eine seit Jahrmillionen manipulierende Frauenwelt?

Das Flirten ist eine der Hauptbeschäftigungen der Männer. Speziell am Wochenende, wenn Feste, Feiern und Alkohol eine unnachahmliche Mischung bilden. Doch die Anmachversuche scheitern oft: falscher Zeitpunkt, falsche Frau, falscher Satz, falsche Formulierung, die zu schüchtern oder zu überzeugt vorgebracht wurde. Die Palette an Stolperfallen ist riesig.

Dagegen helfen sich die Pick-Up Artists, abgekürzt PUA, mit Professionalität. Das sind 20- bis 30-jährige Jünglinge und Jungmänner, die sich bei Vortragsrunden und Seminaren zu Persönlichkeitsentwicklung und Flirtstrategien treffen. Sie wollen den Flirterfolg zur erlernbaren Wissenschaft machen.

Flirterfolg per Fach-Kauderwelsch?

Frauen nennen sie nur «Targets». Eine Anmache heißt «Set», das Ziel ist oft ein «Same Night Lay» - Sex noch in derselben Nacht. Wichtig ist dabei das Vorgehen zu zweit. Der Kumpel lenkt als «Wing Man» das «Obstacle» ab - das Hindernis also, etwa eine Freundin des anzubaggernden «Targets», weil diese Freundin Anmachversuche eventuell blockieren könnte. Danach versucht der Pick-Up-Artist, sein «Target» zu «attracten», die Frau für ihn zu interessieren. Der Trick liegt darin, in ihr den Ehrgeiz zu entwickeln, seinen angeblichen Ansprüchen oder Standards zu genügen.

Alles klar? Nun, das Vokabular der selbsternannten Flirtprofis ist gewöhnungsbedürftig. Das Englisch-Kauderwelsch hilft nicht gerade der Verständigung. Es wirkt leicht zynisch, wenn Frauen auf einer zehnstufigen Skala eingeteilt werden, wo alle zwischen eins und vier als hässlich gelten.

Falls nun die erste Annäherung erfolgreich war und der Pick-Up-Artist sein «Target» ins Bett kriegen will, gibt es natürlich weitere Strategien – und Probleme. Zum Beispiel muss die «Buying Temperature» stimmen, die Kauftemperatur. Gemeint ist damit die Erregtheit der Frau. Auch die «Anti-Slut-Defense» stellt ein Hindernis dar, also die Angst der Frau, billig zu wirken. Ganz wichtig ist es offenbar, gegenüber der Frau auf den Satz «da ist mehr als nur körperliche Anziehung zwischen uns» zu verzichten. «Es schaltet ihr logisches Denken ein», berichtet Flirtexperte «Butterfly» in einem Pick-Up-Forum - und die Chance auf schnellen Sex sei dahin.

Pick-Up-Gurus verdienen gut

Sind es tatsächlich nur die enttäuschten, schüchternen Jungs, die sich so etwas ausdenken? Männer, die nie ein Date abbekommen? «Durch die Fachbegriffe bleibt die Aufreißmasche mysteriöser, und wie in jedem Fachgebiet ist es so, dass es sich mit Fachtermini leichter diskutieren lässt», erklärt der Pick-Up-Profi Richard La Ruina im news.de-Interview. Wobei er einräumt, dass auch Nerds, Frauenhasser und Männer dabei sind, «die einfach sozial inkompetent sind und dumme Sachen schreiben».

Richard La Ruina ist einer der Gurus im Pick-Up-Sektor, er kann vermutlich seinen Lebensunterhalt mit der Pseudo-Wissenschaft vom Flirten bestreiten. Sein im vergangenen Jahr erschienenes Buch Die Kunst der Verführung jedenfalls kostet 16,99 Euro. Auch andere Gurus verkaufen ihre angeblich wasserfeste Flirtstrategie, mit der angeblich jede Frau im eigenen Bett landet: David DeAngelo mit seiner Methode «Verdopple deine Dates» oder Pick-Up-Held Mystery mit seinem «Drei-Phasen-Modell der Verführung».

Nun geht es Pick-Up-Artists nicht immer nur um den schnellen Sex. Teilweise verabreden sie sich zu Flirt-«Challenges», bei denen es darum geht, möglichst viele Frauen anzumachen, ihre Nummer zu bekommen, sich vielleicht auch körperlich näherzukommen. Sie treffen sich mit Gleichgesinnten, üben Anmachtaktiken und Sprüche - auf der Straße, in der Disko, an der Haltestelle.

Frauen tun das doch schon seit Jahrtausenden!

Die Zahl der Anhänger wächst, gleichzeitig wächst die Kritik. Frauen würden nur ausgenutzt und zum Sex manipuliert, heißt es. Pick-Up sei «eine aufdringliche Art, die die Frau zwar bedrängt, aber ihr dennoch das Gefühl geben soll, frei entscheiden zu können», schreiben Nutzerinnen des Forums gofeminin. Andere Frauen im Forum beschreiben, wie eine Romanze mit einem Pick-Up-Artist verlief. «Mit dieser Person fror ich die ganze Zeit, es raubte mir die Energie», berichtet eine Nutzerin, weil ihre Gefühle nicht erwidert, sondern strategisch ausgenutzt worden seien.

Wieder andere Frauen sind gelassener: «Männer nutzen Pick-Up auch als Ausgleich dazu, dass Frauen das Manipulationstalent quasi schon in die Wiege gelegt bekommen haben», schreibt «Esteryal». Und weiter: «Ich finde es lustig, wenn sich Frauen darüber aufregen, dass Männer anfangen, etwas zu nutzen, was sie selbst schon seit Jahrtausenden tun.»

iwi/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • 1805
  • Kommentar 4
  • 11.06.2012 07:33

Manche Männer denken doch Sie wirken unwiederstellig .Diesen Typ von Mann kennt man auf 10 Meter Entfernung schon !

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  • Scarlotta
  • Kommentar 3
  • 10.06.2012 18:53

Na ,ne Urgroßmutter nimmt der Mann bestimmt nicht mehr .

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  • Andreas
  • Kommentar 2
  • 08.06.2012 17:10

Wer als Mann flirten lernen will, dem empfehle ich das hier www.meinflirtdoktor.de Mich persönlich hat es um etliche Dates weitergebracht =)

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