Sonnenallergie Ohne Ausschlag den Sommer genießen

Sonnenbrand (Foto)
Hier kommt die Hilfe schon fast zu spät: Wer sich sonnt, sollte sich vornherein gut einschmieren und Hautrötungen unbedingt meiden. Bild: dpa

Claudia LöweVon News.de-Redakteurin
Ganz Deutschland freut sich auf die bevorstehenden Sommertage. Doch nicht jeder kann die Sonnenstrahlen unbeschwert genießen. Inzwischen leidet rund jeder zehnte Mitteleuropäer an einer Sonnenunverträglichkeit. Wie Sie trotz Hautproblemen Ihren Urlaub genießen können, verrät news.de.

Wenn sich nach den ersten Sonnenstunden des Jahres unschöne Pickelchen und Flecken auf der Haut zeigen und dazu störender Juckreiz die Urlaubsstimmung trübt, tippen die meisten auf eine Sonnenallergie. Mediziner haben für solche Symptome jedoch mehrere Bezeichnungen parat. Denn meistens handelt es sich nicht um eine echte Allergie, sondern um eine sogenannte polymorphe Lichtdermatose oder um Acne aestivalis, die sogenannte Mallorca-Akne.

Sowohl bei der polymorphen Lichtdermatose als auch bei Mallorca-Akne reagiert die Haut auf UV-A-Strahlung. Typische Symptome der erst genannten Hautveränderung sind neben starkem Juckreiz Hautrötungen, Bläschen oder Quaddeln – die Merkmale sind unterschiedlich und variieren von Patient zu Patient. Bei der Malloca-Akne sind die Haarfollikel der Haut entzündet und verstopft, meist aufgrund des Zusammenspiels von fettigen Sonnenschutzmitteln, Schweiß und Sonneneinstrahlung.

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Empfindliche Haut auf den Urlaub vorbereiten

Doch nicht jedes Sonnenbad am Urlaubsstrand muss gleich mit Hautausschlag enden. Bereits vor dem Abflug ins Urlaubsparadies können Sie einem Sonnenekzem vorbeugen. Am besten gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne – besonders ratsam ist das bei empfindlicher Haut.

Auch mit der richtigen Ernährung legen Sie den Grundstein für einen sorglosen Sonnengenuss. Denn wer im Vorfeld des Strandurlaubs genügend Beta-Carotin aufnimmt, macht seine Haut widerstandsfähiger gegen freie RadikaleDie Winzlinge beschleunigen das Altern und machen krank. Im Körper wird Beta-Carotin zu Vitamin A umgewandelt. Dieses ist für die das Zellwachstum wichtig und wird benötigt, um Hautfunktionen zu stabilisieren – also genau das Richtige, wenn die Haut durch Sonneneinstrahlung strapaziert wird.

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Beta-Carotin ist in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten. Setzen Sie am besten auf die Kombination Orange-Grün – allerdings nicht unbedingt bei der Farbwahl Ihres Strandoutfits, sondern beim Speiseplan. Orangefarbenes Obst und Gemüse wie Mangos, Papayas, Pfirsiche oder Möhren sowie Süßkartoffeln sind ebenso wie tiefgrünes Gemüse (Spinat, Brokkoli oder Kresse) voller Provitamin A und deshalb für Sonnenanbeter ideal.

Medikamente können den Sonnenspaß trüben

Vorsicht ist auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente geboten. Einige Wirkstoffe, die beispielsweise in Antibiotika, Entwässerungsmitteln, Medikamenten gegen Diabetes und Rheuma oder Antidepressiva enthalten sind, können die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Stellt sich nach dem Sonnenbad ein Hautausschlag mit Juckreiz ein, reagieren Substanzen im Körper durch die Sonneneinwirkung. Der Mediziner spricht dann von einer phototoxischen Reaktion. Auch pflanzliche Präparate können diese Reaktion auslösen, beispielsweise Mittel auf der Basis von Johanniskraut. Am besten prüfen Sie vor Reisebeginn die Packungsbeilagen Ihrer Medikamente oder fragen Ihren Arzt.

Make-up ist beim Sonnenbad tabu

Sonnenbäder und Schminke vertragen sich nicht. Wer hübsch gebräunt und ohne Ausschlag aus dem Urlaub zurückkommen möchte, verzichtet deshalb am besten gänzlich auf Make-up am Strand. Auch Parfüms können die Empfindlichkeit der Urlaubshaut steigern. Lidschatten, Lippenstift und Co. sind also eher für die abendliche Party nach dem Strandbesuch geeignet.

Dass zu jedem Sonnenbad sorgfältiges Eincremen der Haut gehört, sollte für Sonnenanbeter inzwischen Pflichtprogramm sein. Wer zu Sonnenekzemen neigt, sollte sich für die Auswahl des Sonnenschutzmittels ein bisschen mehr Zeit nehmen. Hautverträglichkeit ist das A und O - sonst wird die ohnehin empfindliche Haut beim Sonnenbad nur noch stärker strapaziert. Sonnenschutzmittel ohne Konservierungsstoffe, ohne Farbstoffe und ohne Parfümzusätze sind die beste Wahl. Außerdem sollte der Lichtschutzfaktor möglichst hoch sein - besonders für helle Hauttypen empfiehlt sich ein hoher Wert zwischen 30 und 50.

Auf guten UV-A-Schutz achten

Ausschlaggebend ist auch, ob die Lotion einen UV-A-Filter enthält. Mediziner vermuten nämlich, dass UV-A-Strahlen den lästigen Ausschlag nach dem Sonnen auslösen. Außerdem sind UV-A-Strahlen für eine schnellere Hautalterung verantwortlich und sorgen für eine kurzfristige Bräune. Da UV-A-Strahlen Expertenmeinungen zufolge auch die Hautkrebsgefahr erhöhen, ist ein guter Schutz unerlässlich. Wer mit trockener Haut zu kämpfen hat, greift am besten nach einer Emulsion, die rückfettend wirkt und die Haut pflegt. Bei Mallorca-Akne hingegen sind fettfreie Präparate das Mittel der Wahl, am besten sind Gels und Mittel ohne EmulgatorenEmulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Öl und Wasser, zu vermengen. geeignet.

So lindern Sie Hautausschlag nach dem Sonnenbad

Allen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen zum Trotz können die unliebsamen Sonnenbläschen nach dem Sonnenbad dennoch auftreten. Um für solche Notfälle gerüstet zu sein, gehört eine entzündungshemmende Creme ins Reisegepäck, die beispielsweise den Wirkstoff Kortison enthält. Solche Salben gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Ein natürlicher Wirkstoff, der Entzündungen in Schach hält, ist Bisabolol – von Natur aus enthalten in der Kamille. Zusätzlich hilft es, die vom Sonnenausschlag betroffenen Hautpartien gut zu kühlen und, auch wenn es schwerfällt, nicht zu kratzen.

sca/news.de

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