Volkssport Seitensprung Darum gehen die Deutschen fremd

Fremdgehen ist in der Bundesrepublik zum Volkssport geworden: Je nach Umfrage liegt die Quote bei bis zu 50 Prozent, bei jenen, die entweder aus Versehen oder regelmäßig Zärtlichkeiten außerhalb des eigenen Schlafzimmers austauschen. Und das sind die Gründe dafür.

 
Gründe fürs Fremdgehen (Foto)
Die meisten wollen ihren Partner nicht verlieren, gehen aber weiter fremd. Der Grund: unerfüllte, sexuelle Befriedigung. Bild: istockphoto

Sex ist nicht gleich Sex

Zugegeben, obwohl Fremdgeher ihren Partner lieben und ihn nicht verlassen wollen, tun sie es trotzdem. Der Grund ist einfach: unerfüllte, sexuelle Befriedigung. Vor allem Männer beschäftigt diese Unzufriedenheit. Eine Studie ergab, dass von 1000 befragten Männern fast jeder Zweite dadurch in die Arme einer anderen Frau getrieben wurde.

Das hat durchaus biologische Gründe: Während das starke Geschlecht um die 30 die sexuell aktivste Phase durchlebt, danach zwar sanft, aber kontinuierlich abbaut (Adrenopause), laufen Frauen oft Anfang bis Mitte 30 zur sexuellen Höchstform auf. Bis zum Beginn der Wechseljahre (Menopause).

Männer können es dabei kaum ertragen, ansehen zu müssen, wie ihre Libido schwächelt. Automatisch stellen sich Selbstzweifel bei ihnen ein. Doch mit dem Partner wird nicht darüber gesprochen. Stattdessen kompensiert Mann das Problem mit Seitensprüngen.

Ein weiterer Grund für die sexuelle Unzufriedenheit ist der, dass das Paar unterschiedliche Vorstellungen vom Liebesleben haben kann. Ob Oralsex in der Küche, wilder Sex in der Umkleidekabine oder Fesselspiele im Schlafzimmer: Jeder hat andere heimliche Sexphantasien – die wenigsten sprechen darüber. Sie haben Angst, den Partner zu verschrecken und selbst als pervers dargestellt zu werden. Da hat die Affäre Vorteile, denn bei dieser lassen sich sexuelle Neigung vollends auskosten. Diskret und anonym lässt sich die Suche nach Gleichgesinnten zum Beispiel über Portale wie meet2cheat.de bewerkstelligen.

Wenn es nur noch im Kachelofen knistert

Können Sie sich noch an den Beginn Ihrer Partnerschaft erinnern? Wie Sie vom Schatz umworben wurden? Und nun stellen Sie sich die Frage, wie es jetzt ausschaut. Da befinden Sie sich in guter Gesellschaft: In einer Umfrage stand für 53 Prozent aller befragten Frauen und 50 Prozent aller Männer fehlende Aufmerksamkeit des Partners ganz ober auf der Liste der Gründe fürs Fremdgehen. Jeder von uns hat den Wunsch, begehrt und umworben zu werden. Es muss ja nicht täglich eine Liebeserklärung sein. Es sind die kleineren Dinge wie Streicheln oder Kuscheln. Auch über Komplimente, kleine Geschenke und Respekt vom Partner freut sich jeder.

Diese kleinen Zärtlichkeiten haben zwar auf den ersten Blick nichts mit Sex zu tun. Sie sorgen aber für eine Vertrautheit und Intimität, aus der guter, partnerschaftlicher Sex überhaupt erst entstehen kann. Bleibt dies aus, so ist die Verlockung groß, sich die Anerkennung außerhalb des eigenen Schlafzimmers zu holen. Da wirkt schon das kleinste zärtliche Wort als starkes Aphrodisiakum.

Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach

Es gibt aber auch weniger durchtriebene Gründe fürs Fremdgehen: Ob rauschende Feier mit alkoholbedingtem Ausrutscher oder spontaner Sex-Chat im Internet - die Grenze zwischen Flirt und Seitensprung ist schnell überschritten. Da ist am Tag danach der Katzenjammer groß. Hinterher fragt sich so mancher Seitenspringer entgeistert, wie es dazu kommen konnte. Diese Form des Seitensprungs weist nicht auf ein Defizit in der eigenen Beziehung hin, sondern nur darauf, dass es mit der eigenen Kontrolle nicht weit her ist.

Früh liiert, spät fremdgegangen

Besonders gefährdet sind Paare, die seit ihrer Schulzeit zusammen sind - und das über Jahrzehnte. Sie werden zwar vom Umfeld beneidet, doch innerhalb der Beziehung kann es ganz anders aussehen. Oft schleicht sich bei einem Partner die Angst ein, etwas im Leben verpasst zu haben. Vor allem sexuell. Genau wie bei der fehlenden Anerkennung kann das Schweigen einen von innen auffressen. Die Folge: Man geht fremd, um den eigenen Marktwert zu testen. Der Partner bleibt auf der Strecke und macht gute Miene zum bösen Spiel.

Wie Du mir, so ich Dir!

Oder der gehörnte Partner entscheidet sich für die harte Variante: die Rache. Zwar ist der Seitensprung aus Rache nicht die feine Art und löst auch keine Probleme. Aber immerhin für viele interessanter und spaßiger, als beispielsweise das Auto vom Schatz zu zerkratzen.

Vor allem Frauen können sich an dieser Methode erwärmen. Wie bei einer Umfrage herauskam, würden 22 Prozent aller befragten Männer diesen Schritt in Betracht ziehen. Nur neun Prozent würden es dann wirklich tun. Bei den Frauen hingegen wären es immerhin 40 Prozent – und 30 Prozent würden es durchziehen.

sca/news.de

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