Extremurlaub Einmal Weltraum und zurück

Wer Geld hat, kann sich fast alles leisten. Auch den abgedrehtesten Urlaub: Ins Welltall fliegen, mit Haien tauchen oder eine U-Boot-Fahrt zur Titanic. News.de verrät, was der Spaß kostet und warum extreme Urlaubserlebnisse so begehrt sind.

Höher, tiefer, weiter: Die extreme Lust am Reisen (Foto)
Noch ist das Zukunftstmusik: ein Space-Hotel im Weltraum. Bild: dpa

Einmal Indiana Jones spielen oder wie James Cameron den Meeresgrund erforschen - möglich machen das Angebote verschiedener Reiseveranstalter. Der Tauchgang zur Titanic beispielsweise kostet zirka 50.000 Euro.

Millionen für einen Flug

Für den Flug ins All gibt es dagegen noch keine Pauschalangebote mit Reise-Shuttle, dafür aber Wartelisten. Der Trip ist ungleich teurer: Sein zweiter Ausflug kostete Charles Somonyi im Jahr 2009 satte 35 Millionen US-Dollar. Für zehn Millionen weniger hob der Weltraumtourist zum ersten Mal Richtung Weltraumstation ISS ab. Weltallluft schnuppern können demnach nur wirklich mehr als gut betuchte Menschen. Dagegen sollen regelmäßige Flüge an das Ende des Horizonts um die 200.000 Euro kosten. Geplant seien diese bereits in diesem Jahr. Mehrere hundert Flüge zum «Edge of Space» sind laut Focus bereits gebucht.

Abenteuer der Extreme für reichlich Kohle ziehen vor allem reiche Deutsche an. Den Hang zum ausgefallenen Urlaubserlebnis nennt man Narko-Kapitalismus und bezeichnet eine Sehnsucht nach dem gewissen Kick. Dafür sorgt der Adrenalinschub auf den Reisen. Auf dem deutschen Reisemarkt ist diese Art des Tourismus eine feste Konstante. Der Hamburger Stiftung für Zukunftsforschung zufolge machen rund zehn Prozent der Bevölkerung einen solchen Urlaub. Dabei buchen doppelt so viele Männer wie Frauen eine entsprechende Reise - darunter 20-mal so viele junge Erwachsene wie Senioren über 65.

Langeweile als Antrieb

Die Gründe für die Extremtrips sind unterschiedlich. Bei den Jüngeren ist es eine Art spätpubertäre Identitätssuche, Langeweile wahrscheinlich bei den gut situierten Älteren. Auch eine Rolle spielt sicher das Streben nach Anerkennung und Ruhm, etwa wie bei den Bergsteigern, die als erste den höchsten Gipfel eines Landes erklimmen. Da die weißen Flecken auf der Erde langsam rar werden, geht es künftig ins All oder die Tiefsee.

Zudem ist Urlaub an sich die populärste Form des Glücks, zumindest in Deutschland. Er bietet Erholung und liefert Kontrast zum Alltag. Obendrein führt auch der gesellschaftliche Wandel zu immer mehr Extremaktivitäten. Menschen identifizieren sich nur noch begrenzt über ihre Arbeit, vielmehr über Dinge, die sie in ihrer Freizeit machen. Da bekommt das Reiseerlebnis einen ganz anderen Stellenwert - vor allem bei der Selbstdarstellung, etwa im sozialen Netzwerk.

rzf/ham/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Sven Forbis
  • Kommentar 1
  • 05.06.2012 19:16

Extreme Urlaubserlebnisse sind deshalb so begehrt, weil der Mensch Zeit seines Lebens auf diesem Planeten gefangen ist. Erst mit dem "Tod" wird er frei sein.

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