Familie Jugendweihe und Kommunion: Feier mit dem Kind planen

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Jugendweihe und Kommunion: Feier mit dem Kind planen Bild: dpa

Hamburg - Der Tag der Kommunion oder Konfirmation sollte kein Tag wie jeder andere sein. Was Ablauf, Essen und Gästeliste angeht, lassen Eltern ihr Kind am besten mitbestimmen.

Denn so können sich Konfirmand oder Kommunionkind als Hauptperson des Tages fühlen.

Die Kommunion oder die Konfirmation ist ein aufregender Tag im Leben eines jungen Menschen. Daher sollte er nach dem festlichen Kirchgang auch angemessen gefeiert werden. «Wichtig ist, dass der Tag nicht abläuft wie jeder andere Sonntag», sagt der Pastor Thomas Kärst vom ökumenischen Verein Andere Zeiten in Hamburg. «Ein gemeinsames Essen hinterher ist eine Phase der Entspannung, der lockere Teil, bei dem man mit den anderen Gästen ins Gespräch kommt.»

Zu den etwa 15 bis 20 Gästen zählen in der Regel die Eltern, Geschwister, Großeltern und die Paten des Kommunionkindes oder des Konfirmanden, oft außerdem noch der beste Freund oder die beste Freundin. «Bei beiden Anlässen sollte man nicht am Kind oder Jugendlichen vorbeiplanen», rät Kärst. «Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind besprechen, wohin man geht und was man isst.» Wobei eine Kommunionsfeier wegen des jüngeren Alters der Hauptperson kindgerechter zu planen sei als ein Konfirmationsfest.

Eine Grundsatzentscheidung sei, ob man nach der Kirche in ein Restaurant geht oder zu Hause isst. Durch das Essen auswärts vermeide die Familie viel Stress, weil sie das nicht umfangreich vorbereiten muss. Außerdem werde der Tag durch eine andere, festlichere Umgebung besonders aufgewertet. «Zu Hause ist es in der Regel preiswerter», gibt Kärst aber zu bedenken. Dort könne man sich die Arbeit zum Beispiel durch einen Catering-Service erleichtern. Allerdings bestehe daheim die Gefahr, dass sich die junge Hauptperson irgendwann in ihr Kinder- oder Jugendzimmer zurückzieht.

Gedanken machen sollte man sich auch über die Sitzordnung bei Tisch und den weiteren Verlauf des Tages. «Man kann zum Beispiel Tischkärtchen mit den Namen der Gäste schreiben und darauf schon für ein späteres Quiz Fragen zum Kommunionkind oder Konfirmanden notieren», empfiehlt Kärst. Er rät davon ab, die Hauptperson am Kopf der Tafel zu platzieren. «Da ist sie schnell isoliert. Besser ist ein Platz in der Mitte, damit sie schnell mit den Gästen in Kontakt kommt.» Neben dem Kind oder Jugendlichen sollten nicht wie sonst im Alltag die Eltern, sondern an einer Seite der Pate und an der anderen Seite vielleicht der beste Freund sitzen.

Außerdem sollte ein Tischgebet vor dem Essen eingeplant werden. «Das bietet sich an so einem Tag an: Entweder kann es der Konfirmand selbst sprechen, wenn er sich traut, sein Pate oder ein Großelternteil - das ist eine schöne Brücke zwischen den Generationen», erläutert der Pastor. Eine andere Möglichkeit sei, gemeinsam etwas zu singen, zum Beispiel den Kanon «Komm', Herr Jesu, sei unser Gast». Wenn der Pate mag, könne er außerdem eine kurze Rede vorbereiten, in der er etwas zur Entwicklung und zum Leben seines Patenkindes sagt.

Stellung in der Gemeinde ändert sich

Eine Konfirmation verändert die Stellung der Jugendlichen in der Gemeinde. Nach der Zeremonie dürften sie selbstständig am Abendmahl teilnehmen, sagt Silke Römhild von der Evangelischen Kirche Deutschland in Hannover. Mit der Konfirmation ende zudem die Aufgabe, die die Paten bei der Taufe übernommen haben und die Jugendlichen seien ab sofort religionsmündig.

«Außerdem dürfen die Jugendlichen dann selbst Taufpate werden», erklärt Römhild. In einigen Landeskirchen in Deutschland dürften Jugendliche nach der Konfirmation außerdem an kirchlichen Wahlen teilnehmen. In erster Linie sei die Konfirmation allerdings ein Schritt auf dem Weg ins Erwachsenenalter.

Bei den Katholiken sind die Kinder nach ihrer Kommunion nicht wahlberechtigt. Aber: «Durch die erste Heilige Kommunion erhalten die Kinder die Möglichkeit, von da an immer zur Kommunion zu gehen», erläutert Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Vor dem Fest dürften die Kinder zwar die Messe besuchen, jedoch nicht den Leib Christi in Form von Oblaten empfangen.

news.de/dpa

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