Marseille Mit 320 Sachen ans Mittelmeer

Marseille steckt Paris locker in die Tasche. Nicht nur in Sachen Alter, sondern auch bei der Lebendigkeit. Zu Kunst, Kultur und Mode kommt nun ein besonderer Kick: Ein Geschwindigkeitsrausch rückt die südfranzösische Hafenstadt näher an Deutschland. Und bringt den Kick für Ihre Ferien.

Marseille (Foto)
Frankreichs älteste Hafenstadt überrascht - mit Geschichte und Moderne. Bild: ddp images

Tiefblaues Meer, herrliche Strände - die südfranzösische Mittelmeerküste ist ein Dauerbrenner bei Urlaubern. Vor allem im Sommer. Wer sich jedoch nicht dem Takt der Côte d'Azur unterwerfen will, der sich irgendwo zwischen den Meereswellen und Sonnenbaden am Strand abspielt, setzt sich ein Ziel, das knappe 30 Kilometer westlich liegt. Mitten im Herzen der Provence.

Dort liegt Frankreichs größte Hafenstadt: Marseille. Hektisch und lange dem Image eines schmuddeligen Fleckchens Erde unterworfen. Das ist inzwischen anders geworden. Zwar tobt noch immer das Leben in der rund 860.000 Einwohner zählenden Stadt, die dank ihrer zahlreichen Fährverbindungen zum afrikanischen Kontinent auch ein Schmelztiegel der Kulturen geworden ist. Doch Marseille weiß inzwischen, seine Reize zu präsentieren. Und das gilt nicht nur für die herrliche Mittelmeerarchitektur.

Frankreich: So schön ist Marseille

Marseille ist eine Stadt, die vor allem von jungen Reisenden geschätzt wird. Nicht zuletzt wegen ihres kulturellen Reichtums, der im kommenden Jahr besonders gewürdigt wird: 2013 ist Marseille Europäische Kulturhauptstadt. Musik, Mode, Literatur, Architektur - die Mischung kommt an. Hip Hop trifft auf algerische Gitarrenklänge, an anderer Stelle geben sich die Menschen Trommelklängen hin. Dann tauchen irgendwo Jazz- und orientalische Klänge auf. Und natürlich die traditionellen französischen Chansons. Bei 300 Sonnentagen, mit denen sich die 2600 Jahre alte Stadt rühmt, lässt sich das am besten unter freiem Himmel genießen.

Ein Wahrzeichen Marseilles kann man schmecken

Der Vergangenheit der Stadt können Urlauber dabei kaum aus dem Weg gehen. Überall ist das historische Erbe Marseilles zu sehen. Besonders schön sind das Fort Saint-Jean und das Château d'If. Hochherrschaftlich zeigt sich das Palais Longchamp mit seinen prachtvollen Gärten, die im Sommer häufig von Jazzklängen beherrscht sind. Zu den Wahrzeichen der Stadt gehört aber auch Notre-Dame de la Garde, die im neobyzantinischen Stil erbaut wurde. Wer dieser Kirche, 154 Meter über der Stadt, einen Besuch abstattet, erlebt einen herrlichen Panaromablick - ganz besonders zum Sonnenuntergang.

Auf Badeurlaub müssen Reisende in Marseille übrigens nicht verzichten. In den Buchten gibt es 50 Badestellen. Und auch Windsurfer finden ideale Bedingungen vor. Wanderer und Kletterer zieht es hingegen in das Massiv der Calanques.

Doch so richtig nahe kommt der Besucher Marseille erst, wenn er sich die Hafenstadt auf der Zunge zergehen lässt. Von hier stammt die berühmte Bouillabaisse, die traditionell mit Fisch und Meeresfrüchten zubereitet wird.

Nur einen Katzensprung von Deutschland entfernt

Und dann geht es ins Nachtleben. Wer sich für Kunst begeistert, dem sei das La Friche La Belle de Mai empfohlen, ein Gelände, das Theater, Galerien und Konzerträume beherbergt. Wer lieber in der Clubszene unterwegs ist, findet das Passende sicherlich im Szeneviertel La Pleine.

Wer es eilig damit hat, die Hafenstadt zu besuchen, nimmt den Flieger zum Flughafen Marseille-Provence. Knapp anderthalb Stunden ist Marseille von Frankfurt am Main entfernt. Wer Angst vor dem Fliegen hat, oder aber auf dem Weg zum Urlaub mehr von Frankreichs herrlicher Landschaft sehen will, nimmt den Zug.

Das dauert seit Mitte März nur noch knapp acht Stunden. Denn die Deutsche Bahn und die französische Staatsbahn SNCF haben eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Frankfurt am Main und Marseille in Betrieb genommen. Ein TGV-Zugpaar pendelt täglich auf dieser Strecke. Für Reisende ist das ein Erlebnis. Denn auf der rund 1000 Kilometer langen Strecke zwischen beiden Städten gibt es einen 140 Kilometer langen Teilabschnitt, auf dem die Züge mit Spitzengeschwindigkeiten von 320 Kilometer pro Stunde unterwegs sind - zwischen Mülhausen und Dijon.

Übrigens lässt sich mit der Verbindung nicht nur Marseille erreichen. Zwischenstopps legt der TGV unter anderem in Straßburg, Lyon, Avignon und Aix-en-Provence ein. Mit dem Europa-Spezial-Ticket der Deutschen Bahn ist die Strecke ab einem Preis von 39 Euro zu erreichen. Vorausgesetzt, Reisende buchen früh genug. Sonst kostet eine Fahrt bis zu 142 Euro.

Wer weder ins Flugzeug noch in den Zug steigen will und stattdessen das eigene Auto bevorzugt, sollte eines bedenken: Ab 1. Juli 2012 muss jedes Auto, dass in Frankreich unterwegs ist, über ein Alkoholtestgerät verfügen. Das gilt auch für Touristen. Sonst droht eine Strafe von 11 Euro. Alternativ bietet sich auch eine Mittelmeerkreuzfahrt an.

rzf/sca/news.de

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