Familie Fernbeziehung: Streitereien direkt ansprechen

Wendelstein - Keine Gestik, keine Mimik, keine kleinen Berührungen - am Telefon kommt es in Partnerschaften schnell zu Missverständnissen.

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Fernbeziehung: Streitereien direkt ansprechen Bild: dpa

Trotzdem sollten Partner, die in Fernbeziehungen leben, nicht alle Probleme bis zum Treffen am Wochenende verschieben.

Kleine Streitpunkte sollten Paare in Fernbeziehungen besser sofort klären - obwohl Kommunikation am Telefon schwierig ist. Denn werden unwichtige Dinge aufgeschoben, platzten die angestauten Emotionen irgendwann plötzlich heraus. Ein Griff zum Hörer könne das vermeiden. «Beide Partner müssen sich aber bewusst machen, dass sie am Telefon anders kommunizieren müssen, als im persönlichen Streitgespräch», erläuterte Psychotherapeutin Karin Kutz aus Wendelstein (Bayern) dem dpa-Themendienst.

Am Telefon komme es schneller zu Missverständnissen, weil Mimik und Gestik des Gesprächspartners wegfallen. Hilfreich sei deshalb, die Aussagen des Partners zunächst mit eigenen Worten wiederzugeben, bevor man darauf eingeht. «Man kann den Partner fragen, ob er es so gemeint hat, wie man selbst es aufgenommen hat», sagt Kutz. «Sonst artet es schnell in verbale Angriffe aus, die gar nicht nötig sind.»

Beschäftigen einen jedoch grundlegende Dinge, ist das Telefon nicht das beste Mittel: «Wenn Dinge passiert sind, die die Grundfeste der Beziehung erschüttern, dann muss man sie persönlich klären und bis zum nächsten Treffen schweigen», rät Kutz.

Oft sei es sinnvoll, gemeinsam zu vereinbaren, sich bis zum nächsten Treffen Gedanken über das Streitthema zu machen und es bis dahin ruhen zu lassen. «Für impulsive Menschen kann das eine Chance sein, weil sie Zeit haben, ihre Emotionen besser zu kontrollieren», sagt Kutz.

Sieht sich das Paar wieder, sollte der Angereiste zunächst ein paar Stunden Zeit haben, um sich einzugewöhnen. Erst dann sei der richtige Zeitpunkt, das Streitthema wieder aufzugreifen - möglichst an einem neutralen Ort oder bei einem Spaziergang. «Sonst hat einer von beiden einen Heimvorteil. In der Öffentlichkeit hält man sich außerdem emotional mehr zurück und kann nicht einfach aus der Situation fliehen.»

Um mit dem Streit nicht zu große Teile der gemeinsamen kostbaren Zeit zu verschwenden, könne man das Thema auf einen konkreten Punkt begrenzen. «Ereignisse aus der Vergangenheit zu erläutern dauert zu lange und bringt nicht viel», erklärt Kutz.

news.de/dpa

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