Familie «Königin der Blumen»: Rosen zum Valentinstag

Alle Valentinstage wieder geht ohne Rose gar nichts, am besten in rot. Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für die dornigen Blumen aus. Die «Königin der Blumen» hat eine lange Geschichte.

«Königin der Blumen»: Rosen zum Valentinstag (Foto)
«Königin der Blumen»: Rosen zum Valentinstag Bild: dpa

Berlin (dpa) - Alle Valentinstage wieder geht ohne Rose gar nichts, am besten in rot. Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für die dornigen Blumen aus. Die «Königin der Blumen» hat eine lange Geschichte.

Woher kommen Rosen ursprünglich?

Die Entstehung der Gattung sei noch nicht vollständig geklärt, sagt Katja Hesselbarth von der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Alles deute aber darauf hin, dass schon Rosen blühten, bevor der Mensch auf der Erde lebte. Die ersten Menschen nutzten Rosen wahrscheinlich als Nahrungsmittel. Die frühesten bekannten Aufzeichnungen über Rosen stammen aus dem fünften Jahrhundert vor Christus vom chinesischen Philosophen Konfuzius.

Welche Bedeutung haben Rosen traditionell?

In der Antike wurde die Rose erstmals als «Königin der Blumen» bezeichnet. Griechen wie Römer sahen in der dornigen Pflanze etwas Göttliches und ein Symbol für Sinnlichkeit und Liebe. Auch im Christentum und im Islam ist die Rose ein wichtiges Symbol. Sie steht unter anderem für Verschwiegenheit, Schmerz, Vergänglichkeit und Tod - und natürlich für die Liebe.

Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Farben der Blüte?

Wer eine Rose verschenke, gebe mit deren Farbe auch eine Botschaft preis, sagt Hesselbarth. Die im 19. Jahrhundert entwickelte «Blumensprache» gelte nach wie vor. Danach steht eine weiße Rose für platonische Liebe, eine gelbe für Vergebung und Dankbarkeit, eine orangefarbene für Begeisterung, eine lachsfarbene für Bewunderung und eine rosafarbene für Schüchternheit. Auch eine rote Rose sei nicht einfach eine rote Rose, erklärt die Expertin: «Einzeln bedeutet sie 'Du hast mein Herz gewonnen', im Strauß steht sie für Liebe und Bewunderung.»

Wie viele Rosensorten gibt es weltweit?

Das ist schwer zu sagen, denn nicht jede neue Züchtung wird auch geschützt und damit öffentlich. Nach Schätzungen der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde sind seit dem 18. Jahrhundert etwa 30 000 verschiedene Rosensorten entstanden und gezüchtet worden. Deutschlandweit geschützt sind nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter etwa 180 Sorten.

Woher kommen die Namen der Sorten?

Ihre Namen bekommen die verschiedenen Rosensorten von den Züchtern. Dabei können manchmal merkwürdig klingende Ergebnisse herauskommen: Shocking Versilia, Konfetty, Forever Young, Crazy One, Pavarotti, Hot Merengue oder Happy Time. «Es gab auch schon Sorten, deren Name geändert werden musste, damit sie sich besser verkaufen», sagt Santiago Murillo, Manager einer ecuadorianischen Rosenfirma. «'Freedom' hieß früher zum Beispiel 'Blood Patriot'. Das hat keinem gefallen.»

Wie viele Rosen werden pro Jahr in Deutschland verkauft?

Zwischen Januar und Oktober 2011 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fast eine Milliarde Rosen nach Deutschland eingeführt: 924 532 624 Stück. Alle deutschen Privathaushalte haben nach Informationen der Förderungsgesellschaft Gartenbau 2010 insgesamt 234 Millionen Euro für Rosen ausgegeben, das war allerdings weniger als in den Vorjahren.

Wer sind die größten Rosen-Exporteure weltweit?

Der Markt ist hart umkämpft. Länder wie Kenia und Äthiopien und südamerikanische Staaten wie Ecuador und Kolumbien machen sich auf, mit ihren Rosen den Niederlanden die Vormachtstellung zu entreißen. Viele Gewächshäuser beispielsweise in Ecuador stehen in Äquator-Nähe auf mehr als 3000 Metern Höhe - das lässt die Rosen größer und ihre Blüten voller werden. In Europa ist der Schnittrosenanbau dagegen stark rückläufig, weil die Produktion wegen der hohen Energiekosten immer unwirtschaftlicher wird. Trotzdem stammten zwischen Januar und Oktober 2011 dem Statistischen Bundesamt zufolge noch rund zwei Drittel aller nach Deutschland exportierten Rosen aus den Niederlanden. Auf den Plätzen folgen Kenia, Sambia, Ecuador und Kolumbien.

Welche Trends gibt es weltweit bei Rosen?

Grundsätzlich müssen die Blüten immer größer und perfekter, die Stiele immer länger und der Duft immer ausgeprägter werden, sagen alle Experten. Das ist allerdings je nach Land unterschiedlich: In Russland gehe unter einer Stiellänge von 80 Zentimetern nichts, am liebsten 1,20, sagt Rosenzüchter Murillo. In Europa reicht eine Stiellänge von 80 Zentimetern aus und die Amerikaner haben noch kleinere Röschen als Sträuße gern. Die Japaner mögen pastellfarbene Blumen. Eine der am besten verkauften Rosen weltweit ist seit Jahren die rote Sorte «Freedom».

Webseite der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde

Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter im Web

Herkunft des Valentinstag

Der Valentinstag am 14. Februar ist weltweit der Tag der Liebesgrüße. Er hat eine jahrhundertealte Tradition. Um die Ursprünge ranken sich verschiedene Legenden. Nach einer Überlieferung geht der Valentinstag auf einen Italiener zurück: den Bischof Valentin von Terni, der am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet wurde. Zuvor soll er trotz kaiserlichen Verbots Paare getraut haben. Den frisch Verheirateten hatte «San Valentino» Blumen aus seinem Garten geschenkt. Heute gilt der Heilige als Patron der Liebenden, sein Namenstag ist der 14. Februar.

Bereits die alten Römer feierten am 14. Februar das Fest des Hirtengottes Lupercus. Junge Männer und Frauen wurden unter der Schutzherrschaft des Liebesgottes Amor durch eine Liebes-Lotterie einander zugewürfelt. Am modernen Valentinstag überraschen sich Verliebte mit kleinen Aufmerksamkeiten. So werden in Deutschland an keinem anderen Tag mehr Blumen verschenkt.

news.de/dpa

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