18.01.2012, 15.22 Uhr

Hochzeitsbräuche: Glücksbringer für die junge Ehe

Manche werfen Reis, andere mit Toilettenbecken. Doch es gibt mehr Glücksbringer, die einem Brautpaar auf dem Weg in die Ehe mitgeben werden können. Wofür Brautstrauß, Hochzeitstorte und Co. stehen, erklärt news.de.

Junggesellenabschied

Was einst den Männern vorbehalten war, ist inzwischen auch bei Frauen üblich: ausgelassen die letzten Abende ohne Ehefesseln genießen. Das jeweils andere Geschlecht muss der Party fern bleiben. Organisiert wird das meist feuchtfröhliche Treiben von den Trauzeugen. Gern auch mit Gogo-Tänzerinnen oder Strippern, die die Stimmung anheizen.

Um die «Endstation Ehe» aller Welt kund zu tun, sind bei passendes Accessoire. Zur Zeit der Renaissance handelte es sich um Duftsträuße, die die Gerüche fehlender Körperhygiene übertünchten. Außerdem war an den verwendeten Blüten der Status der Braut zu erkennen. War sie noch Jungfrau schmückte Myrte den Strauß. Ein Brautstraße mit Orangenblüten verwiesen darauf, dass die Braut schon einmal geheiratet hatte.

Tradition bis heute ist es, dass der Bräutigam den Brautstrauß besorgt und diesen der Dame des Herzens vor dem Gang in die Kirche oder das Standesamt überreicht. Behalten wird ihn die Braut jedoch nicht. Nach der Trauung oder bei der Hochzeitsfeier wird der Brautstrauß in eine Gruppe unverheirateter Frauen geworfen - über die Schulter und mit geschlossenen Augen. Der Legende nach wird die Fängerin als Nächste heiraten. Wer seinen Brautstrauß behalten möchten, lässt eine kleinere Kopie beim Floristen anfertigen, die eigens zum Brautstraußwerfen verwendet wird.

Reis werfen

Eine fruchtbare Ehe und viele Kinder soll es dem Brautpaar bescheren, wenn es nach der Trauung vor Kirche oder Standesamt mit Reis beworfen wird. Meist stehen die Gäste dafür Spalier. Allerdings ist das Werfen von Reis nicht überall gestattet. Alternativ lassen sich Konfetti oder Blütenblätter verwenden.

Baumstamm zersägen

So können Gäste einem Brautpaar zu starkem Zusammenhalt in der Ehe verhelfen, das keinen Polterabend gefeiert hat. Meist muss sich das Paar den Weg aus Kirche oder Standesamt freisägen. Diese Tradition steht zudem für die Gleichberechtigung in der Ehe, denn der Stamm lässt sich nur bezwingen, wenn beide im Wechsel an der Säge ziehen.

Hochzeitstorte

Wann die Leckerei serviert wird, die den Start in die Ehe versüßen soll, ist ganz unterschiedlich. Manche Paare eröffnen mit dem Anschneiden der Hochzeitstorte die Kaffeetafel, andere lassen diese erst kurz vor Mitternacht servieren. Grundsätzlich schneiden die frisch Vermählten die bisweilen mehrstöckige Torte gemeinsam an. Wer von den Partnern dabei die Hand oben hat, hat laut Tradition in der Ehe die Hosen an.

Ein weiterer Brauch ist es, die oberste - meist kleinste - Etage der Hochzeitstorte nicht den Gästen zu überlassen. Dieser Teil wird eingefroren und am ersten Hochzeitstag gemeinsam verspeist. Das soll Glück bringen und ein gutes Omen für eine lange Ehe sein.

Brautentführung

Dieser Brauch geht auf das Mittelalter zurück: Adel und Klerus sollen sich damals das Recht genommen haben, frisch verheiratete Frauen zu entjungfern. Heute wird die Braut von der Hochzeitsfeier entführt - möglichst so, dass die gesamte Hochzeitsgesellschaft, aber vor allem der Bräutigam dies bemerkt.

Während es sich die Entführer samt Beute meist in einer Kneipe gut gehen lassen, muss der Bräutigam bei diesem Hochzeitsbrauch Rätsel lösen, um das Versteck zu finden. Anschließend gilt es die Braut auszulösen. Manchmal muss der frischgebackene Ehemann dafür ein Lied singen, in anderen Fällen verschiedene Pflichten in den ersten Wochen der Ehe erfüllen.

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ham/rzf/sgo/news.de

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