Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 18.01.2012, 15.24 Uhr

Die Hochzeitszeitung: Druckfrisch ins Eheglück

Sie gehört mittlerweile zu jeder Hochzeit dazu: die Zeitung für das Brautpaar. Sie wird individuell auf Braut und Bräutigam zugeschnitten und enthält unter anderem Anekdoten vom Kennenlernen, dem Eheantrag und Bilder des Paares. Wie sie gelingt, erfahren Sie hier.

Eines der schönsten und persönlichsten Geschenke für das Brautpaar ist die Hochzeitszeitung. Bild: dpa

Sie bleibt für die Ewigkeit und soll auch nach zig Jahren das Ehepaar noch zum Schmunzeln bringen: Die Hochzeitszeitung ist das persönlichste aller Hochzeitsgeschenke. Sie ist nicht nur eine einzigartige Erinnerung für die Frischvermählten, sondern auch ein Spaß für die Gäste, die alle ein Exemplar erhalten.

Wer macht die Hochzeitszeitung?

In aller Regel gestaltet eine dem Hochzeitspaar nahestehende Person die Hochzeitszeitung. Im Idealfall sind es der beste Freund oder die beste Freundin von Bräutigam und Braut. Sie kennen die wesentlichsten Details aus dem Leben der sich Trauenden und ihre Vorlieben. Das ist vor allem wichtig, wenn humoristische Elemente in die Zeitung einfließen sollen. Es gibt nichts Schlimmeres, als ein Brautpaar, dass sich durch einen Witz angegriffen oder schlecht dargestellt sieht. Fühlen Sie sich dazu berufen, sprechen Sie Ihr Vorhaben mit dem Paar ab. Möglicherweise haben andere Freunde oder Verwandte eine ähnliche Idee.

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Technische Voraussetzungen

Für die Produktion der Gazette reichen einfache Computerkenntnisse und technische Voraussetzungen wie Textverarbeitungs- und Bildbearbeitungsprogramm, Drucker und Papier. Wer Vorlagen sucht, für den gibt es Bücher mit Anleitungen und spezieller Software. Auf der mitgelieferten CD sind Fotos, Zeichnungen sowie Texte oder Textbausteine enthalten, die als Kopiervorlagen dienen und sich leicht einsetzen oder umgestalten lassen.

Soll es eine sehr hochwertige Zeitung werden, die Sie in einer günstigen Onlinedruckerei in Druck geben möchten, benötigen Sie Software wie InDesign, QuarkXpress oder Powerpoint. Der Vorteil: Zeitschriften- und Zeitungsdesigns sind professioneller nachzustellen, die Gestaltungsmöglichkeiten sind umfangreicher und die Hochzeitszeitung ist am Ende aus einem Guss. Außerdem können Sie Musterseiten anlegen und anschließend ein PDFPortable Document Format (dt.: transportierbares Dokumentenformat). Viele Schreibprogramme wie neuere Versionen von Microsoft Word und OpenOffice bieten eine Exportfunktion an, mit der sich das Dokument mit wenigen Klicks in PDF umwandeln lässt. Auch mit zusätzlicher kostenloser Software wie dem PDFCreator lassen sich PDF-Dateien erstellen. mit allen erforderlichen Druckeinstellungen schreiben. Für Auszubildende und Studenten gibt es die Software zu erschwinglichen Preisen. Für Ihren Zweck können sie auch Testversionen kostenlos herunterladen.

Das Konzept

Steht fest, welche Möglichkeiten Sie für die Umsetzung haben, geht es ans Konzept. Legen Sie im Vorfeld fest, wie viele Seiten die Zeitung haben soll. Hilfreich ist es, sich beim Aufbau und Layout an denen bestehender Magazine oder Zeitungen zu orientieren. Ist das Brautpaar politisch sehr interessiert, könnte ihnen eine Zeitung im Stile von Der Spiegel oder FAZ sehr gut gefallen. Sind Braut und Bräutigam naturverbunden, wäre eine Zeitung im Design des Geo-Magazins vielleicht eine gute Idee. Die Umsetzung ist allerdings sehr aufwändig und kostet Zeit.

Einfacher und zeitsparender ist es, mit einem einfachen Schreibprogramm ein eigenes Design zu entwerfen. In diesem Fall können Sie Freunde, Verwandte und Bekannte des Paares bitten, Ihren persönlichen Beitrag zu leisten. Geben Sie vor, welche Seiteneinstellungen (Format, Seitenränder) Sie wünschen, welche Schriften, Schriftgrößen und Farben verwendet werden sollen. Dadurch erhält die Zeitung einen relativ einheitlichen und sehr persönlichen Look.

Binden oder heften?

Ihnen stehen mehrere Möglichkeiten offen: einfache Fadenbindung (gelochte Blätter mit einem schönen Band zusammenbinden), Heftzwecken, Spiralbindungen, Heißbindungen oder Zusammenfalten. Wofür Sie sich entscheiden, hängt vom Konzept und ihrem Geldbeutel ab.

Zeitplan

Planen Sie genügend Zeit ein, um Informationen und Bilder über das künftige Ehepaar zusammenzutragen. Das kann mitunter schwieriger sein als gedacht und kostet Zeit. Außerdem ist zu beachten, wie viel Zeit Sie für die Erstellung generell benötigen. Gut ist, etwa drei Monate vor dem Hochzeitstermin mit den Planungen zu beginnen. Fragen Sie Freunde und Verwandte des Paares nach eigenen Autorenstücken oder führen Sie kurze Interviews mit ihnen, um an interessante Informationen zu gelangen.

Etwa zwei Monate vor dem Termin, sollten Sie alle Artikel und Bilder sichten, eventuell be- und überarbeiten und die Reihenfolge festlegen. Nun können Sie anfangen, die Zeitung zu gestalten. Fertig sein sollte Sie einen Monat vorher. Jetzt haben Sie noch Zeit, Fehler zu korrigieren und sich um die Vervielfältigung und die Bindung zu kümmern. Auch für Druckaufträge in einer Online-Druckerei ist noch Zeit.

Inhalte und Bilder

Die Hochzeitszeitung ist sehr individuell auf das Brautpaar zugeschnitten. Getreu dem Motto «Alles geht, nichts muss» können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. In der Regel enthält die Zeitung Anekdoten aus dem gemeinsamen Leben des Paares. Das können Episoden zum Kennenlernen, dem ersten Kuss und dem Heiratsantrag sein. Ein besonders schönes Element ist ein Steckbrief der Eheleute. Dieser kann Geburtsnamen, Lieblingsgetränk, -farbe oder -essen verraten. Infrage kommen auch: Zeitleiste, Witze- und Rätselecke und Ehestandsbarometer sowie Ehegelöbnis und Gebote für eine glückliche Ehe. Daneben können Sie Wünsche für das Brautpaar, romantische Zitate und Gedichte veröffentlichen. Auch Informationen rund um die Hochzeit wie Hochzeitsablauf, Stadt, Kirche, Räumlichkeiten der Feier, Gästeliste und Tischordnung sind eine gute Idee.

Je nachdem, welche Inhalte und wie viele Seiten die Zeitung hat, kann sie in Rubriken unterteilt werden. Anbieten würden sich etwa Aktuelles, Privates, Leserseite und Feuilleton. Vergessen Sie das Editorial und Impressum nicht.

Eine Hochzeitszeitung ohne Fotos? Undenkbar! Hochglanzfotos, Schnappschüsse, Zeichnungen und Karikaturen füllen die Zeitung mit Leben. Gestalten Sie beispielsweise eine Fotostory, setzen Sie Akzente mit witzigen Bildern und kommentieren Sie diese. Mit Bildbearbeitungsprogrammen lassen sich außerdem tolle Effekte erzielen. Wie wäre es etwa mit einem Suchbildrätsel, das aus Original und Duplikat besteht? Im kopierten und bearbeiteten Bild müssen die Gäste die Fehler finden.

Kosten

Die Kosten hängen von der Anzahl der Exemplare ab. Diese richtet sich nach der Zahl der Gäste. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie etwa gleich viele Exemplare drucken lassen, wie es Gäste gibt. Es kann vorkommen, das eine eingeladene Familie aus vier Mitgliedern nur eine Zeitung kauft, hat jedoch den Vorteil, dass ein paar Exemplare für das Brautpaar und dessen Familie übrigbleiben.

Möchten Sie die Hochzeitszeitung professionell in einer Onlinedruckerei in Hochglanz und Farbe drucken lassen, sind etwa 120 Euro für 60 Stück bei je acht Seiten und Din A5 einzuplanen. Wollen Sie mit der Zeitung das Paar doppelt überraschen, so gestalten Sie das Titelblatt mit Preisangabe und verkaufen die Zeitung unter den Hochzeitsgästen. Bei 2,50 Euro pro Heft kommen so bis zu 150 Euro zusammen, die Sie dem Paar anschließend überreichen. Drucken Sie dagegen die Zeitung in einem Kopiergeschäft und binden Sie selbst, müssen Sie etwa mit zehn Cent pro Schwarzweiß-Seite ab 20 Seiten rechnen. Die Preise variieren von Shop zu Shop.

zij/wie/news.de

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