Zu Land und zu Wasser Auf den Spuren der «Titanic»

Urlaub auf den Spuren der «Titanic» (Foto)
Im Ulster Folk & Transport Museum in Belfast ist ein Modell der «Titanic» zu sehen. Bild: SRT-Archivbild/Brian Morrision

Von Sibylle von Kamptz
Das kommende Jahr steht ganz im Zeichen der «Titanic». Nicht nur, weil Kate Winslet und Leonardo DiCaprio dann in 3D dem Untergang des Ozeandampfers entgegen schippern. Reisefans können selbst auf «Titanic»-Tour gehen - aber ohne Eisbergkollision.

James Camerons Titanic erobert im April 2012 wieder die Kinoleinwände - diesmal allerdings in 3D. Doch auf den Spuren des legendären Ozeandampfers unterwegs zu sein, geht auch anders. Beispielsweise auf der Musicalbühne. Auf dem Plan steht die Aufführung unter anderem im Minack Theatre in Cornwall (6. bis 14. April), in Belfasts Great Opera House (10. bis 14. April) und in Liverpool im Empire Theatre (9. bis 12. Juni). Im Schweizerischen Thun geht die «Titanic» am 10. Juli fernab des Atlantiks bei den Thuner Seespielen auf ihre verhängnisvolle Fahrt (bis 30. August).

Schiffe im Film
Hochspannung auf See

Echtes Wasser unterm Kiel haben «Titanic»-Fans bei einer Gedenkfahrt. So legt die «Marco Polo» am 12. April in Liverpool ab, um im Rahmen der «Maritime Heritage Cruise» einem Teil der Reiseroute der «Titanic» zu folgen. Auch ab Southhampton und New York begeben sich Kreuzfahrtschiffe auf die historische Strecke - wobei, wie es in den Ankündigungen heißt, «Kollisionen mit Eisbergen ausdrücklich nicht vorgesehen» sind.

Wer lieber festen Boden unter den Füßen behalten will, ist in Southhampton richtig. Dort begann einst die Reise der Titanic. Im April eröffnet das neue Sea City Museum, das sich dem Hafen als Tor zur Welt und den Matrosen der Handelsmarine widmet. Immerhin stammte ein Großteil der Besatzungsmitglieder aus der Stadt an der Südküste Englands. Eine Sonderschau präsentiert zudem die «Legende Titanic» - zu sehen sind Memorabiliadenkwürdige Sammelutensilien , die regelmäßig Rekordpreise auf Auktionen erzielen.

Die Hafenstadt Cherbourg in der Normandie war der letzte kontinentale Hafen, den die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt anlief. 281 Passagiere gingen an Bord - in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Amerika. 100 Jahre später stellt das Meeresmuseum Cité de la Mer im April einen neuen Bereich zu den Themen Auswanderung und Titanic vor. Herzstück sind die Säle, in denen die Passagiere abgefertigt worden sind. Interaktive Videos machen das Schicksal der Auswanderer erfahrbar.

Bevor es Richtung New York ging, steuerte die Titanic am 11. April 1912 als letzten Stopp Cobh - früher Queenstown - an der Südküste Irlands an. Noch einmal stiegen 123 Passagiere zu, von denen die meisten in der Nacht zum 15. April ertranken. Ihrem Schicksal widmet sich ab Januar das neue Besucherzentrum Titanic Experience Cobh. Im ehemaligen Büro der White Star Line wird außerdem eine nachgebaute Erste-Klasse-Kabine zu sehen sein.

Nach der Kollision mit dem Eisberg waren es Schiffe aus Halifax, die dem sinkenden Luxusliner zu Hilfe eilten. So hält auch Kanada die Erinnerung an den Untergang der Titanic wach: Das Maritime Museum of the Atlantic plant im Jubiläumsjahr neben seiner Dauerausstellung zur «Titanic» eine Sonderschau über die Bergungsschiffe und deren Besatzung (12. April bis 4. November). Rundgänge führen zu den Orten in Halifax, die mit dem Untergang in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören die Friedhöfe, auf denen rund 150 Opfer begraben wurden. Auch in der Nachbarprovinz Neufundland - die Funkstation auf Cape Race fing die ersten Notsignale auf - wird mit Veranstaltungen an das Ereignis erinnert.

Ein neues Besucherzentrum ist in der nordirischen Hauptstadt Belfast in Planung. Dort wurde die «Titanic» von Harland and Wolff gebaut. Das sechsstöckige Museum wird Ende März auf dem ehemaligen Werftgelände eröffnet. Neun Themenbereiche informieren über den Bau des Schiffes und die Ausstattung der Kabinen, der Speisesäle und des Maschinenraums sowie schließlich über den Ablauf des Untergangs. Zum Schluss gehen Besucher virtuell auf Tauchfahrt zum Wrack der «Titanic». Das architektonische Konzept ist gewagt - erinnert das mit Metall verkleidete Gebäude illuminiert doch an einen Eisberg.

ham/sca/eia/news.de/srt

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