Mallorca Spätsommerglück in Cala Millor

Mallorca im Herbst (Foto)
Bank mit Meerblick: Regelmäßig am Nachmittag treffen sich in Cala Millor grauhaarige Mallorquinerinnen zum Plaudern in der Sonne.  Bild: dpa

Es muss nicht immer Ballermann sein: Im Herbst verwandelt sich Mallorca zur Liebhaberinsel und bietet Gästen wunderschöne Naturschauspiele und viel Ruhe. Und auch das Wetter lässt Deutschland in weite Ferne rücken.

Das Mittelmeer rund um Mallorca ist im September oft noch 24 Grad warm und selbst Ende Oktober nur ein, zwei Grad kühler. An sonnigen Tagen sieht es an den Stränden nicht viel anders aus als im Sommer, selbst an der Ostküste weit abseits der Inselhauptstadt Palma. Cala Millor ist dort der wichtigste Touristenort.

Entlang der Promenade stehen eine Reihe von Bänken. Nachmittags treffen sich hier regelmäßig Spanierinnen im gesetzten Alter, um auf die Brandung zu schauen. Viele Kinder werfen sich auf Luftmatratzen in die Wellen und lassen sich an Land spülen. Allerdings weht die gelbe Fahne, und das heißt: «Baden auf eigene Gefahr».

Eine Insel nur für Liebhaber

Es sind Mallorcas letzte Wochen der Hauptsaison. Im September 2010 kamen mit gut 520.000 deutschen Gästen sogar mehr Urlauber nach Mallorca als im Juni oder August. Und selbst im Oktober waren es noch mehr als 362.000. In den Herbstferien geht es in den Tourismuszentren deshalb noch einmal richtig rund. Ende Oktober schließen viele Hotels dann aber schon. Bald danach wird es kühl und ungemütlich. Dann wird Mallorca zur Insel für Liebhaber, der Massentourismus macht Pause.

Herbst auf Mallorca
Warmes Wasser und wilde Wellen
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Auch im Frühherbst rauscht das Mittelmeer an der Ostküste manchmal kräftig. Wenn der Wind stärker weht, bieten die Wellen Urlaubern ein Naturschauspiel, wenn sie am Rand von Cala Millor auf die Küste branden. Einige wagen sich vor bis an den Felsenrand: Mit lautem Krachen brechen sich die Wellen, es spritzt meterhoch, ein feiner Tropfennebel ist noch in Metern Entfernung zu spüren. Die Wave-WatcherWellenbeobachter machen Fotos oder drehen Wellen-Kurzfilme mit dem Handy. Am Strand von Cala Millor stehen die Sonnenliegen an solchen Tagen in Stapeln. An Baden ist nicht zu denken. Der Himmel ist grau, die Temperatur erinnert an Hamburg im Herbst.

Eine andere Seite der Insel

Cala Millor ist nicht der Ballermann. Aber der Badeort zieht vor allem Briten und Deutsche an, auch solche, die abends gerne nochmal ein Bier trinken und danach noch eins oder zwei. Die Kneipen an der Strandpromenade heißen «Zur Zapfsäule» oder «Liverpool Pub». Das Bier wird in Pintgläsern ausgeschenkt, und es gibt Full English Breakfast.

Für Wanderer ist dagegen die Halbinsel Punta de n'Amer südlich von Cala Millor ein beliebtes Ziel. Auf sandigen Wegen geht es bis zum Castell de n'Amer, einer Mini-Festung aus dem 17. Jahrhundert, die einen tollen Blick über die Bucht vor Cala Millor bietet.

Außerdem gibt es an der Ostküste zwischen dem Cap Formentor ganz im Norden und dem Cap Salines im Süden eine Reihe von Orten, die einen Abstecher lohnen: Portocolom etwa, das sich an das Hafenbecken schmiegt. Ein Stück weiter nördlich ist Porto Cristo ein beliebtes Ausflugsziel, das von Cala Millor aus auch mit einem Glasbodenschiff zu erreichen ist. Wie in Portocolom gibt es hier keinen Mangel an Cafés und Restaurants, viele mit Blick auf den Jachthafen.

Viele Besucher fahren gleich weiter zu den Coves del Drac, den Drachenhöhlen. Das Höhlensystem haben die Mallorquiner im Mittelalter als Versteck bei Piratenangriffen genutzt. Rund 40 Meter tief unter der Erde liegt in den Höhlen der Lago Martel, ein rund 200 Meter langer See, von denen sich gut 175 Meter per Boot erkunden lassen.

Solche Tropfsteinhöhlen sind im Osten Mallorcas nicht ungewöhnlich: Die Coves del Hams sind nur wenige Kilometer entfernt, noch ein Stück weiter nördlich liegen die Coves d'Artà. «Eingang zur Hölle» heißt dort eine Tropfsteinformation, die an ein Tor erinnert. Der «Himmel» dagegen ist ein 40 Meter hoher Saal. Eine der Säulen, die in 100 Jahren jeweils einen Zentimeter wächst, ist bereits 22 Meter hoch - noch 5 000 Jahre, und sie hat die Decke erreicht.

som/news.de/dpa

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