Alkoholverbot In diesen Metropolen ist Saufen im Bus tabu

Kein Bier in der Bahn - Alkoholverbote im Ausland (Foto)
Alkoholkonsum in Bus und Bahn - das soll in Hamburg demnächst verboten sein. In mehreren ausländischen Städten ist das schon lange so.  Bild: dpa

Hamburg geht demnächst mit einem Bußgeld gegen Alkohol in Bussen und Bahnen vor. Die Hansestadt fühlt sich im Partymachen beschnitten - dabei ist Saufen in öffentlichen Verkehrsmitteln in vielen Metropolen längst tabu. 

Gelage auf dem S-Bahnsteig und fröhliches Vorglühen auf dem Weg zur Party - all das soll in Hamburg am 1. September enden. Die Hansestadt verbannt Alkohol aus Bussen und Bahnen. Nach einem Monat Anlaufphase werden vom 1. Oktober an 40 Euro für Verstöße fällig. In vielen Städten im Ausland gilt so ein Verbot schon lange. Einige Beispiele:

In London waren Betrunkene in der U-Bahn lange ein gewohntes Bild. Doch Bürgermeister Boris Johnson setzte 2008 als eine seiner ersten Amtshandlungen ein Alkoholverbot in der «Tube» durch. Der letzte Tag, an dem noch getrunken werden durfte, artete in einer Saufparty aus. Der Alkoholbann gilt auch für Busse und Nahverkehrszüge und wird weitgehend eingehalten. Dafür sorgt die Überwachung per Kamera in Zügen und Bahnhöfen.

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Wer in Paris in der Metro gesittet eine Flasche Bier trinkt oder sich mit Freunden unauffällig eine Flasche Wein teilt, muss in der Regel keinen Ärger befürchten. Die für den öffentlichen Nahverkehr zuständige RATP betont aber, dass Alkoholkonsum eigentlich verboten sei. Betrunkenen kann die Mitfahrt verweigert werden. Wenn die Polizei geholt werden muss, droht eine Geldstrafe bis zu 150 Euro.

In den U-Bahnen und Bussen in Washington ist es wie auch auf den Bahnhöfen verboten, zu essen und zu trinken. Die Regeln werden rigoros umgesetzt, es kam bei Verstößen auch schon zu Festnahmen. Ohnehin gilt in der Hauptstadt wie in vielen anderen US-Städten ein Gesetz, das Alkoholgenuss im öffentlichen Raum verbietet.

In der Budapester Metro darf man grundsätzlich weder essen noch trinken. Das gilt auch für Busse und Straßenbahnen sowie für die Bahnsteige und Unterführungen. Man darf weder auf Bahnsteigen noch in den Bahnen betrunken sein - egal wo der Alkohol konsumiert wurde. Dem Essverbot läuft zuwider, dass auf vielen Bahnsteigen Essen und Trinken verkauft werden.

In der Bukarester Metro ist Essen und Trinken nicht verboten. Einzige Kuriosität: Ausdrücklich wird das Mitführen von lebenden Vögeln verboten, es sei denn, diese säßen in einem Käfig.

Offene Bier- oder Weinflaschen und grölende Fahrgäste sind in Rom in der Metro eher selten. Alkohol ist nicht ausdrücklich verboten, aber betrunken zusteigen, singen, Musik machen oder andere Fahrgäste stören - all das wird nicht gern gesehen. Auf das Rauchverbot legen die Verkehrsbetriebe nachdrücklicher Wert. Doch obwohl die «21 Metro-Verbote» in allen Stationen hängen, gibt es verhältnismäßig wenig Kontrollen.

In Österreich wollen die Wiener Linien dem Thema «eher mit Augenzwinkern» begegnen, sagte deren Sprecher Michael Unger. Zwar sei ein Getränkeverbot festgelegt, aber eine explizite Verordnung wie das Rauchverbot sei nicht geplant.

In Griechenland gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln ein Verbot von Alkohol und allen anderen Getränken außer Wasser. Es wird meist eingehalten. In der Regel wird nicht auf der Straße, im Zug oder Bus getrunken. Es gilt als unhöflich, mit einer Flasche durch die Gegend zu laufen.

In Russland hat Kremlchef Dmitri Medwedew kürzlich radikale Einschränkungen für den Bierkonsum befohlen. Ab 2012 herrscht in allen öffentlichen Anlagen ein absolutes Alkoholverbot, ab 2013 dürfen Geschäfte und Kioske neben Wodka und Wein nachts auch kein Bier mehr verkaufen. So will Medwedew die weit verbreitete Trinksucht eindämmen. Alkohol in der Moskauer Metro ist verboten, doch sind Biertrinker ein alltägliches Bild. Kontrollen gibt es nicht.

Das schärfste Alkoholgesetz der Schweiz hat Chur im Osten des Landes. Ab Mitternacht bis sieben Uhr morgens ist Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit verboten. Die Erfolge werden in der ganzen Schweiz diskutiert, auch kleine Gemeinden planen schärfere Bestimmungen.

In Neu Delhi herrscht an allen öffentlichen Orten Alkoholverbot. Jugendliche mit einem Bier in der Hand wären in der Metro undenkbar. Zumal es für sie unmöglich ist, überhaupt (legal) an Alkohol zu kommen: Die Abgabe alkoholischer Getränke auch in Restaurants und Bars ist nur erlaubt, wenn der Kunde mindestens 25 Jahre alt ist.

Ihre Meinung interessiert uns: Was halten Sie von dem Alkoholverbot in Bussen und Bahnen? War ein solches Verbot schon lange fällig oder finden Sie es unnötig?

brc/som/zij/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Gerhard Ziefuhs
  • Kommentar 3
  • 09.04.2012 12:46

Alkohol hat in Öffis nichts verloren, ich trinke auch gerne einige Halbe, aber nur in guter kollegialen Gesellschaft, und da können wir normalerweise zu Fuß oder mit Taxi heimkehren.

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  • Ralf
  • Kommentar 2
  • 07.12.2011 18:06

Absolut gegen das Trinken in Bus und Bahn, Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen. Hier in Köln ist das Mitführen in öffentlichen Verkehrsmitteln von offenen Getränken verboten. Somit dürfte keine offene Bierflasche mitgenommen werden. Leider sieht man aber regelmäßig Biertrinkende Jugendliche und Erwachsene.

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  • Thomas
  • Kommentar 1
  • 31.08.2011 14:28

Komisch, dass sich jedesmal Leute aufregen von denen andere nicht mehr Bock haben deren Ausfälle und Aussetzer hinzunehmen. Wer mit Drogen aus der Gesellschaft flüchtet, der kann der Gesellschaft doch auch fern bleiben, bis er bereit ist, wieder daran Teil zu nehmen. Warum sollen sich alle anderen dem Suff anderer unterwerfen. Alkohol ist ja ok wenn man es unter Kontrolle hat und nicht halb besinnungslos ist.

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