Garni, Lodge & Co. Was bedeuten die Hotel-Zusätze?

Hotel (Foto)
Das Boutiquehotel 40 Winks in London. Bild: srt-Archivbild/Hotel 40 Winks

Von Rainer Krause
Design, Charme oder Garni - Hotels schmücken ihren eigenen Namen gern mit speziellen Zusätzen. Wer sieht da noch durch und weiß, welches Hotel er letztendlich gebucht hat? News.de klärt auf.

Jung, trendbewusst, gut verdienend und kinderlos sind die Gäste von Design-Hotels. Die von bekannten Innenarchitekten, Designern und Künstlern durchgestylten Häuser boomen derzeit nicht nur in den Städten. Auch in zahlreichen Ferienorten am Meer und in den Bergen gibt es inzwischen die hippen Edeladressen.

Wer weniger kühles Weiß in den Räumen und weniger Purismus bei der Einrichtung bevorzugt, der wählt ein Boutique-Hotel. Das sind kleine Häuser, für die oft so ungewöhnliche Gebäude wie ehemalige Gasspeicher und Lagerhallen, aber auch historische Stadthäuser umgebaut wurden. Allerdings sollten Gäste genau hinsehen. Denn inzwischen hängt sich das «Boutique» gerne jedes Hotel mit einigermaßen modischem Ambiente an den Namen dran.

Ungewöhnliche Hotels
Hier schlafen Sie jenseits der Norm

Gesetzter sind die Gäste von Charme-, Romantik- und Flairhotels, dabei aber nicht unvermögend. Hotels, die sich so nennen, sind persönlich geführt und setzen auf Komfort, von der Hoteliersfamilie liebevoll gestaltete Räume und persönliche Betreuung. Flair hat oft auch die Lage in einer romantischen Altstadt, an einem stillen Seeufer oder im Weinberg.

Im Hotel Garni gibt es nur die Übernachtung mit Frühstück. Diese - meist kleinen Pensionen nicht unähnlichen - Unterkünfte bieten bis auf das morgendliche Mahl und wenige Snacks keinerlei Verpflegung an.

Dorfhotel ist nicht gleich Dorfhotel

Geborgen fühlen sollen sich auch die Gäste eines Village. Diese Hotels im Dorfstil sind ein Trend in den Alpen. Rund um einen zentralen Hotelbereich gruppieren sich Einzelhäuser im Stil von Bergbauernhöfen. Die Wohnungen darin sind aber nicht rustikal, sondern im modernen alpenländischen Design gehalten. Privatheit in der Wohnung paart sich so mit Hotelkomfort vom Restaurant bis zum Wellnessbereich. So ein Ambiente darf man von Ferienparks, Feriendörfern und Hotels im Dorfstil an den Stränden von Mallorca, Kanaren und der Türkei nicht erwarten. Sie erfüllen das «Dorf» meist nur durch die niedrige Bauart der Gebäude.

Führt ein Hotel Parc oder Park im Namen, kann der Gast großzügige Gartenanlagen mit parkähnlichem Charakter erwarten. Ein Gartenhotel verweist ebenfalls auf seine üppig bepflanzten Freiflächen, die aber kleiner sind als beim Park-Hotel.

Im Familienhotel hat man nichts gegen Kinder, bietet ihnen Spielzimmer und oft auch Aktivprogramme. Der Hotelier hat sich aber nicht so eindeutig festgelegt wie bei einem Kinderhotel. Dort steht das Wohl der kleinen Gäste im Vordergrund mit Ganztagesbetreuung in riesigen Erlebisländern, speziellen Menüs und Serviceangeboten vom Babyphon über Babysitter bis zum separaten Kinderrestaurant.

Familien mit Kindern sind in Hotels mit dem Zusatz Wohlfühlhotel die Ausnahme. Damit verweist der Hotelier auf seine gute Küche und die persönliche Betreuung. Ähnliches gilt für ein Genießerhotel. Beide bieten oft kleine Wellnessbereiche. Wer noch mehr Wert auf exzellente Küche legt, der quartiert sich in einem Gourmethotel ein, dessen Restaurant meist von den gängigen Führern mit Hauben und Sternen ausgezeichnet wurde. Die Gäste sind in allen drei Hoteltypen gutsituierte Paare.

Kinder müssen draussen bleiben!

Ganz und gar nichts mit Kinder zu tun haben wollen Hotels für «adults only», nur für Erwachsene - dem neuen Trend in der Ferienhotellerie. Das hat grundsätzlich nichts mit Schlüpfrigkeiten zu tun - auch wenn es Häuser mit solcher Ausrichtung gibt. Die Idee von kinderfreien Hotels schwappte mit Verzögerung aus der Karibik nach Europa. Andere Hotelgruppen machen das nicht so offensichtlich: Sie regeln den Gästemix über den Preis, bieten keine Kinderermäßigungen und keine Einrichtungen für Kinder an.

Spa, Therme, Vital, Aktiv, Well & Fit sowie Wellness zielen auf den gesundheitsbewussten Gast, der sich fit für den Alltag machen will. Spa leitet sich vom belgischen Kurort Spa ab. Daher setzen diese Hotels Schwerpunkte bei medizinischen Bädern, Reha-Anwendungen sowie Fitness- und Ernährungsprogrammen zusätzlich zu Wellness- und Beautyangeboten. Das gilt auch für das Thermenhotel, nur werden dort Schwimmbecken und Bäder mit Thermalwasser gespeist.

Wenig am Hut mit Wellness hat ein Sporthotel. Dort steigen aktive Gäste ab, die sich den ganzen Tag über im Freien aufhalten. Weitläufige Wellnessbereiche gibt es dort in der Regel nicht, Schwimmbad und Sauna reichen aus. Varianten davon sind Golfhotels und Tennishotels.

Eine Lodge (ursprünglich englisch für Hütte) ist ein Berghotel im rustikalen Stil, das oft mitten in der Natur liegt. Es gibt inzwischen auch designte Edel-Lodges, deren einziger rustikaler Touch das naturbelassene Holz der Fassade ist.

Ein Resort kann in den Bergen stehen, meistens liegt es jedoch am Meer. Es ist ganz einfach das englische Wort für Ferienhotel.

Budget bezeichnet Hotels mit günstigen Preisen. Das sind inzwischen keine nüchternen Selbstbedienungshotels mehr. Die erfolgreichen Ketten setzen auf geschmackvolles, modernes Design. Noch ein paar Euro weniger als Budgethotels verlangen Hostels. Dafür bekommt man aber oft kein Zimmer, sondern nur einen Platz zum Übernachten im Mehrbettzimmer mit Etagendusche.

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som/sis/rzf/news.de/srt

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