Urlaub kulinarisch Süße Früchtchen von Obstbauer Klaus

Herbstferien (Foto)
Äpfel, Birnen, Trauben oder Oliven - im Herbst können Urlauber zum Erntehelfer werden. Bild: srt-Archivbild

Von Sibylle von Kamptz
Weingüter und Obstplantagen laden ein: Hier können Besucher im Urlaub zum Erntehelfer werden und die fruchtigen Köstlichkeiten direkt von Baum oder Strauch pflücken. Ein Spaß für die ganze Familie.

Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen - der Herbst steht vor der Tür. Im Gepäck hat er jedoch köstliche Schätze aus der Natur: Äpfel, Birnen, Pflaumen und Sanddorn sowie Oliven, Trauben oder auch Hopfen. Warum nicht den Urlaub nutzen, um sich an diesen leckeren Früchten frisch vom Baum oder Strauch zu laben? 

Dicke Birnen in Niedersachsen

Im Spätsommer geht es bei Obstbauer Klaus-Ulrich Ramm in Otterndorf bei Cuxhaven rund: Nach den Erdbeeren und Himbeeren reifen Pflaumen, Birnen und Äpfel. Sein schmuckes, 400 Jahre altes Fachwerkanwesen, das einige Ferienwohnungen beherbergt, ist von weitläufigen Obstgärten umgeben. Und helfende Hände sind jederzeit willkommen. Wem der Sinn nicht nach Erntearbeit steht, der erkundet mit dem Fahrrad das Cuxland, geht an dem nur einen Kilometer entfernten Nordseestrand spazieren und unternimmt Ausflüge in die Küstenbäder.

Leuchtender Sanddorn am Kap Arkona/Rügen

Auf den sandigen Böden der Ostseeinsel Rügen gedeihen die stacheligen Büsche des Sanddorns. Weil die Früchte des ursprünglich aus Nepal stammenden Gewächses sehr vitaminreich sind, werden die orangeroten Beeren auch «Zitrone des Nordens» genannt. In einer Sanddornplantage am Kap Arkona machen Urlauber beim Schneiden und Putzen mit, bevor die in Trauben wachsenden Früchte gepresst werden. Die fruchtig-herben Beeren sind vielseitig verwendbar: Saft, Likör, Marmeladen und Tee sind einige der Sanddornspezialitäten, die beispielsweise auf dem Rügenhof in Putgarten angeboten werden.

Aromatischer Hopfen aus Bayern

Die bayerische Hallertau ist Hopfenland: Zwischen Pfaffenhofen, Freising, Landshut und Kelheim rankt an langen Stangen der Hopfen empor. Die Blüten - neben Malz und Wasser Grundstoff des Biers - werden heute meist maschinell gezupft. Doch beim Gasthaus Rieder in Kirchdorf bei Abensberg können Urlauber auch das «Hopfenpflücken wie zu Großmutters Zeiten» - also per Hand - ausprobieren. Der Tag beginnt mit einem Weißwurstfrühstück, bevor es in den Hopfengarten geht. Eine Brotzeit auf dem Feld und ein abschließendes Hopfenmahl entlohnen für die Mühe.

Einmal Weinbauer an der Donau spielen

Wenn die Trauben süß genug sind und die Weinlese beginnen kann, ist auf den Weinhöfen jede helfende Hand willkommen. Viel zu tun gibt es zwischen Ende September und Oktober auch auf dem Weingut Aigner in Niederösterreich. Muskateller, Veltliner, Riesling und Sauvignon blanc sind einige der Sorten, die Wolfgang Aigner auf 13 Hektar Land anbaut.

Das Weingut nahe Krems an der Donau ist seit neun Generationen in Familienbesitz. Wer mit Winzerschere und festen Schuhen die Arbeit in einem Weinberg kennenlernen will, der ist bei der Weinlese willkommen. Erholung verheißen Wanderungen, Radtouren und Weinproben - sicher die angenehmste Art, einen Einblick in Weinbau und Kellerwirtschaft zu bekommen.

Knackige Äpfel von Südtiroler Bäumen

Apfelplantagen, so weit das Auge reicht: In Südtirol produzieren 8000 Obstbauern jährlich 950.000 Tonnen Äpfel - das entspricht zwölf Prozent der europäischen Apfelernte. Einer von ihnen ist Thomas Kohl, der auf dem Obsthof Troidner in Unterinn am Ritten sechs verschiedene Bergapfelsäfte und Marmeladen herstellt. An den Hängen des Bozener Hausbergs reifen dank des milden Klimas auch Pfirsiche und Aprikosen. Die Ernte miterleben können Urlauber in Oberbozen: Gäste des Hotel Post dürfen beim «Klauben» der Äpfel und beim «Wimmen» der Trauben nach Lust und Laune mit anpacken.

Lernen und lesen in der Toskana

Zwei Vokabeln werden sprachbegeisterte Urlauber nach diesen Ferien bestimmt beherrschen: «Vendemmia» und «raccolta delle olive» - Weinlese und Olivenernte. Auf der Fattoria il Falcone bei Suvereto in der Toskana findet vormittags Unterricht statt, nachmittags geht es hinaus in die Gärten des Landguts: Reben wachsen dort ebenso wie jahrhundertealte Olivenbäume. Der Besuch in einem Weinkeller oder die Besichtigung einer Ölmühle zeigen, wie viel Mühe und Können für die Produktion nötig sind. Und natürlich bleibt Zeit, die italienischen Spezialitäten ausgiebig zu probieren.

Überall auf der Welt - Kiwis, Kaffee und Bananen

Wen es in die Ferne zieht, der hilft mit, wenn Kiwis, Bananen, Kaffeebohnen und Avocados geerntet werden. Der Verein WWOOF (Freiwillige Helfer auf ökologischen Höfen) vermittelt Kontakte zu Bauern, die Gäste auf Zeit aufnehmen. Kost und Logis sind frei, dafür muss aber mindestens zwei Tage lang mit angepackt werden. Das Internetportal farmarbeit.de listet Angebote rund um den Erdball von Neuseeland über Südafrika bis Brasilien auf. Das in der Regel mehrwöchige «Fruitpicking» hat aber nichts mit Urlaub zu tun. «Man sollte harte Arbeit nicht scheuen und sich weder vor Spinnen noch vor Schlangen fürchten», heißt es auf der Internetseite. Klingt nach Abenteuer.

som/sca/sis/news.de/srt

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