Sparsames Spanien Mit billigen Tapas gegen die Krise

Tapas (Foto)
In Spanien sollen Tapas nun die Wirtschaft ankurbeln Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
21 Prozent Arbeitslosigkeit, sinkende Urlauberzahlen und keine Lust mehr auf Feiern: Spanien steckt tief in der Wirtschaftskrise. In Barcelona wollen nun Barbesitzer dagegen steuern: Sie bieten Tapas und Bier zum Krisenpreis an.

Wir geben zu wenig Geld aus. Das Schreckgespenst Krise hat uns nicht nur den Blick ins Portemonnaie verdorben - es ist uns auch auf den Magen geschlagen. Zumindest den Spaniern hat die Krise ordentlich die Petersilie verhagelt. Ein todsicheres Zeichen dafür, wie düster es wirklich aussieht: Die Einnahmen beim Tapasverkauf sind gesunken.

Tapas, diese kleinen Leckereien zum Bier oder zum Wein: Datteln im Speckmantel, scharf gewürzte Oliven, frisches Brot mit Dip, Tortilla, kleine Fleischbällchen in würziger Soße. Doch dem Spanier war die anhaltende finanzielle Misere ein wahrer Appetitkiller: Er ging einfach nicht mehr aus, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Um acht Prozent ist der Bierkonsum in dem sonst so durstigen Land eingebrochen und mit ihm der Tapasmarkt.

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Rund 40 Bars in Barcelona haben das Problem nun in die Hand genommen. Nur noch zwei Euro kostet jetzt ein Bier inklusive Tapa. Andere Städte ziehen schon nach. Das Essen und Trinken zum Krisenpreis regt den Appetit wieder an.

Wer ein Bier trinkt, der nimmt auch noch ein zweites

Den Spaniern gefällt das. Sie geben weniger Geld aus als früher, können aber weiterhin ihre Tapas-Kultur zelebrieren. Schon zu Beginn der Krise gab es in Castilla-Leon ein ähnliches Angebot, um die wirtschaftliche Durststrecke in der Wintersaison zu überbrücken. 1,50 Euro kostete ein Bier mit Tapa damals. Doch zur Urlaubssaison zogen die Preise wieder an, die Touristen kurbeln für gewöhnlich das Geschäft ohnehin wieder an.

Aber auch die Urlauber haben das Sparen für sich entdeckt und kommen viel weniger nach Spanien. Mit bis zu 50 Prozent weniger Gästen mussten viele Hotelbetreiber im vergangenen Jahr leben. Besonders die Balearen waren davon betroffen.

Die Tapas-Aktion soll nun wieder Leben in die spanische Gesellschaft und gleichzeitig in die Wirtschaft bringen. Raus aus der eigenen Küche, rein in die Straßen der Städte. Denn wer ein Bier trinkt, der nimmt meistens auch noch ein zweites. Das ist zumindest die Idee der Barbetreiber. Vielleicht gibt der Erfolg ihnen Recht.

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iwi/news.de

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