Strafen im Ausland Für Verkehrsrowdys kann der Urlaub teuer werden

Falsch geparkt, zu schnell oder alkoholisiert unterwegs, ein Verkehrszeichen missachtet: Wer im Urlaub ins Visier der Ordnungshüter gerät, muss mit sehr teuren Strafen und sogar Gefängnis rechnen.

Verkehrssünder im Ausland (Foto)
Teures Vergnügen: Wer im Ausland Verkehrsdelikte begeht, muss mit hohen Geldbußen, teilweise sogar Haft rechnen. Bild: dpa

Sie gehören bei Fahrten ins Ausland zu den Souvenirs der unangenehmen Art - Protokolle, Bußgelder oder Strafmandate. «Auf Verkehrsrowdys warten im europäischen Ausland zum Teil erheblich härtere Strafen als in Deutschland», sagt Maximilian Maurer vom ADAC in München.

So müssen in Frankreich Raser laut der Rechtsschutzversicherung Arag mit 1500 Euro Bußgeld rechnen, wenn die Tachonadel mehr als 50 Kilometer pro Stunde über dem Limit pendelt. Derselbe Fall in Österreich kann sogar mit 2180 Euro zu Buche schlagen. Zum Vergleich: 50 Kilometer pro Stunde zu schnell kosten in Deutschland maximal 200 Euro, jedoch verbunden mit vier Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei und einem Monat Fahrverbot.

Kein Spaß mit Alkohol am Steuer

Und das Strafmandat aus dem Ausland einfach zu vergessen, empfiehlt sich auch nicht mehr. Seit 28. Oktober 2010 können nichtbezahlte Bußgelder aus den anderen 26 EU-Ländern in Deutschland vollstreckt werden. Die Geldsanktion muss sich hierbei auf mindestens 70 Euro einschließlich der Verfahrenskosten belaufen. Fahrverbote sowie Punkte im Verkehrszentralregister gibt es für Verstöße im Ausland allerdings nicht.

Überhaupt keinen Spaß verstehen die meisten Länder bei Alkohol am Steuer. «In Dänemark wird schon bei der ersten Alkoholfahrt ein Monatsgehalt fällig. In Italien hört der Spaß bei 1,5 Promille endgültig auf; hier kann sogar das Auto enteignet und zwangsversteigert werden», berichtet ADAC-Mitarbeiter Maurer.

Mit einer recht rigiden Verkehrsregel warten die Vereinigten Arabischen Emirate auf. Dort gilt überall die Null-Promille-Grenze. Bei Verstoß drohen auch für Ausländer Haftstrafen bis zu 30 Tagen. Doch Achtung: Auch eine leere Bierdose im Auto wird als Zeichen für Trunkenheit gewertet.

Wenn Bußgelder die Urlaubskasse sprengen

Grundsätzlich gelten die skandinavischen Staaten als besonders unnachsichtig bei Regelverstößen. Norwegen ahndet beispielsweise Rotlicht- und Überholverstöße mit jeweils 670 Euro. «In Finnland und Schweden drohen ebenfalls hohe Sanktionen», warnt Mauer und verweist darauf: «Wer Geldbußen im Ausland nicht sofort bezahlt, muss in vielen Ländern mit höheren Strafen rechnen.» Besonders drastisch zeige sich hier Griechenland. Dort koste etwa ein Überholverstoß nach zehn Tagen bereits 700 Euro statt 350 Euro bei Sofortzahlung. Spitzenkassierer bei Parkvergehen sind Norwegen mit 90 Euro, Ungarn mit bis zu 110 Euro sowie Spanien mit bis zu 200 Euro.

Doch nicht nur klassische Verkehrsvergehen reißen ein Loch in die Reisekasse. Die Benutzung eines Mobiltelefons ohne Freisprecheinrichtung am Steuer kann ebenfalls teuer werden. In Italien müssen Autofahrer mit einer Strafe von mindestens 150 Euro rechnen. In den Niederlanden sind 180 Euro fällig, wenn man von der Polizei erwischt wird.

Man sollte sich deshalb vor Fahrtbeginn informieren, welche Besonderheiten die Verkehrsregeln des jeweiligen Landes parat halten. Entsprechende Hinweise finden sich auf den Webseiten der Automobilclubs. Auf Frankreichs Straßen und Autobahn gilt beispielsweise bei Nässe, Fuß vom Gas und Licht an. Das Landstraßenlimit von 90 Kilometer pro Stunde sinkt auf Tempo 80. Auf Autobahnen gilt dann Tempo 110.

Vorsicht bei Radarwarnern und fremden Autos

Die Benutzung beziehungsweise das Mitführen eines Radarwarners ist in der Schweiz laut ADAC verboten - wie übrigens in Deutschland auch. Es drohen hohe Geldstrafen oder eine Haftstrafe. Das Gerät wird eingezogen und vernichtet. Das Verbot umfasst auch GPS-Navigationsgeräte, die im Rahmen ihrer Zusatzfunktionen vor Geschwindigkeitskontrollen warnen können. Ein solches Verbot gilt zwar ebenso in Deutschland. Während hierzulande aber entsprechend gezielte Kontrollen dem ADAC unbekannt sind, ist in der Schweiz durchaus mit entsprechender Überwachung zu rechnen.

Wer in Polen mit einem fremden Fahrzeug unterwegs ist, muss mit einer «Vollmacht» nachweisen können, dass er das Fahrzeug mit der Genehmigung des Halters führt. Das Papier muss von dem Halter, der sich aus den Fahrzeugpapieren ergibt, ausgestellt sein. Eine Beglaubigung ist nicht notwendig. Die «Vollmacht» darf in der Landessprache des Halters ausgestellt werden. «Es drohen sonst Bußgelder oder sogar die vorläufige Beschlagnahme des Fahrzeugs», sagt ADAC-Experte Maurer.

In eine Bußgeldfalle können Autofahrer auch in Griechenland tappen. Maurer sagt: «Rauchen im Auto ist dort verboten, sofern Kinder unter zwölf Jahren mit an Bord sind, und kostet bis zu 1500 Euro und zwar unabhängig davon, wer im Fahrzeug raucht.»

som/rzf/rli/ivb/news.de/dapd

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