Reisetrend Urlaub auf dem Drahtesel

Von Armin Herb
Frischluft tanken und fit bleiben: Radurlaub wird immer beliebter, das Angebot der Reiseveranstalter umfangreicher und vielseitiger. News.de gibt Tipps für Frühlingsausflüge mit dem Drahtesel.

Ob Krise oder Aufschwung - Radreisen haben immer Konjunktur. Und: Freizeitforscher sehen für den Urlaub mit dem Fahrrad sogar wachsendes Potenzial. Die Begeisterung zieht sich durch alle Altersgruppen, auch junge Menschen strampeln sich mittlerweile gern in den Ferien ab.

Den größten Wert legen Radurlauber auf eine schöne, intakte Landschaft, auf gute Luft und ein umfangreiches Angebot an Radwegen, zeigt eine Studie der Deutschen Zentrale für Tourismus: Immer mehr Urlauber buchen eine Individualtour mit reserviertem Hotel, genauer Streckenbeschreibung und Gepäcktransport. Doch wohin rollt die Radreise 2011?

Trend Nr. 1: Deutschland

Deutschland liegt im Dauertrend. Aber es müssen nicht immer die klassischen Fahrradbundesländer wie Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sein. Auch in weniger bekannten Revieren fahren künftig mehr kleine Gruppen mit Reiseradlern. Zum Beispiel am Nord-Ostsee-Kanal. Er ist das ideale Fahrradrevier für Familien und Gelegenheitsradler - besonders mit Blick auf die Topographie.

Fahrradfahren
In die Pedale treten und überall hin

Nennenswerte Steigungen haben zwischen Kiel und Brunsbüttel Seltenheitswert. Zum Gegner wird höchstens eine steife Brise. Der Nord-Ostsee-Kanal zählt zu den größten künstlichen Wasserstraßen der Welt, flankiert von einem gut ausgebauten Radweg. Die einwöchige Flachlandrunde durch Schleswig-Holstein von und bis Kiel umfasst insgesamt 313 Kilometer, verteilt auf sechs Tagesetappen zwischen 45 und 60 Kilometer. Sie kostet bei Dertour ab 535 Euro pro Person.

Trend Nr. 2: Städte im Fokus

Ob beim Sightseeing durch große Metropolen wie Paris, Berlin, London oder New York oder auf ausgedehnten Touren mit mehreren interessanten Städtezielen - warum eine interessante Stadt nicht per Rad erleben? Kein Problem. Idealerweise lassen sich Kunst und Kultur mit  einem Naturerlebnis kombinieren wie auf der Reise «Die Kulturmetropolen»: Von Graz nach Maribor, von Europas Kulturhauptstadt 2003 zur Kulturhauptstadt 2012, führt eine achttägige Radreise von Eurobike. Sie beinhaltet sechs Etappen mit 30 bis 50 Kilometern Länge, insgesamt geht es rund 280 Kilometer durch schmucke Städte und das sonnenverwöhnte Wein- und Thermenland der österreichischen Steiermark und dem angrenzenden Slowenien. Der Grundpreis beginnt bei 495 Euro ohne Anreise.

Trend Nr. 3: Rad & Schiff

Radeln an Land, Schlafen an Bord - kombinierte Rad- und Schiffsreisen, sowohl auf dem Fluss als auch auf dem See und vor allem auf dem Meer, sprechen nicht nur begeisterte Aktivurlauber an. Auch für Genussradler gibt es viele Angebote, bei denen das Hotel immer mitschwimmt. Zu den klassischen Boot&Bike-Revieren zählen die Inselwelt Kroatiens, Hollands Wasserwege und die deutschen Flüsse Main, Mosel und Rhein.

Europäisch exotisch wird es bei der Tour «Durchs Donaudelta in Rumänien». Das weit verzweigte Donaudelta gehört zu den letzten großen Naturparadiesen Europas. Schwimmende Schilfinseln und Binnenseen wechseln sich ab mit Lagunen, Kanälen und Sümpfen - mal unendliche Weite, mal sanfte Hügellandschaft, mal Sumpf und mal Steppe. Das Leben in kleinen Fischerdörfern ist beschaulich, die Einsamkeit und Stille im undurchdringlichen Dickicht oft nur vom Gekreische der Krauskopf-Pelikane, Kormorane oder Silberreiher unterbrochen.

Zu den Höhepunkten der sanften Wochenreise der Veranstalter Dertour und Rad & Reisen mit rund 130 Radkilometern zählen das Biosphärenreservat Donaudelta, die Klöster Celic Dere und Saon, die antike Siedlung Argamum und die mittelalterliche Festung von Enisala. Ab und bis Bukarest kostet die achttägige Tour mit Übernachtung auf einem Vier-Sterne-Flussschiff ab 990 Euro.

Trend Nr. 4: Radeln für die Gesundheit

Dass Radfahren in Maßen der Gesundheit dient, wissen die Krankenkassen. Deshalb unterstützen sie finanziell zum Beispiel die Gesundheitswoche rund ums Fahrrad. Eine Woche Fahrradurlaub (etwa 130 Kilometer in drei Etappen) kombiniert der Reiseveranstalter Velociped mit professionellem Rückentraining und progressiver Muskelentspannung. Jeweils sechs Trainingseinheiten stehen auf dem Programm.

Die Radreise startet in der Universitätsstadt Marburg und führt über den Kneippkurort Bad Endbach und die Fachwerkstadt Biedenkopf im Lahntal zurück nach Marburg. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen diese Gesundheitswoche (ab 786 Euro) mit 70 bis 150 Euro pro Person. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen der Vorgaben zur gesundheitlichen Prävention.

Trend Nr. 5: E-Bike on Tour

Der Wunsch, einmal E-Bike zu fahren, hat nicht nur viele Vermietstationen geradezu überrollt. Auch die Radreiseveranstalter und die Tourismusregionen erhalten täglich Nachfragen nach entsprechenden Angeboten. Für einen Großteil der klassischen Radreisen lassen sich deshalb in dieser Saison Räder mit elektrischer Trethilfe ordern. Selbst viele Bergregionen verlieren für Radler mit E-Bike ihren Schrecken, etwa wenn es heißt «Mit Rückenwind um die Dolomiten». Bruneck, Bozen, Brixen, Trento und Feltre sind die städtischen Highlights dieser Dolomitenrunde, die von Fun Active Tours speziell für E-Biker konzipiert wurde.

Im Mittelpunkt und meist im Blickfeld stehen natürlich die sagenumwobenen Dolomiten, die erst kürzlich von der Unesco wegen ihrer einzigartigen Schönheit zum Weltnaturerbe ernannt worden sind. Geradelt wird fast ausschließlich auf Radwegen. Mit Motorunterstützung ist mehr Strecke drin, so werden in der E-Bike-Reisewoche immerhin 405 Kilometer absolviert. Der Reisepreis ab und bis Toblach beginnt bei 639 Euro.

zij/ham/rzf/news.de/srt

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