Freizeittipp Sieben Museen, die wirklich Spaß machen

Von Sybille Boolakee
Es gibt Museen über Autos, Kunst und Briefmarken. Aber im Verborgenen entfalten oft kleine Sammlungen zu Dingen des täglichen Lebens ihren besonderen Charme. News.de stellt sieben Museen vor, in denen sich alles um Speisen und Gewürze dreht.

Aromatisch in Hamburg

Bereits im Treppenhaus des alten Speichers duftet es verführerisch nach Zimt, Vanille, Nelken und Kümmel. In dem ehemaligen Kakaospeicher werden im Spicy's Gewürzmuseum in Hamburgs Speicherstadt rund 900 Exponate aus fünf Jahrhunderten präsentiert. Mit den Händen dürfen Besucher in große Pfeffersäcke eintauchen, die Körner rieseln durch die Finger. In bereitgestellten Schälchen duften Küchenkräuter wie Rosmarin, Salbei und Petersilie. Etwa 50 Original-Gewürze können dort erschnuppert und probiert werden. Der unterschiedliche Anbau der Gewürze, ihre Anwendung und Vorratshaltung werden erklärt, und die verschiedensten Geräte zum Reinigen, Sieben, Mischen und Mahlen sind zu sehen. Erwachsene bezahlen pro Person 3,50 Euro, Kinder unter zwölf Jahren zahlen 1,50 Euro Eintritt.

Gewürzmuseum Spicy's in Hamburg, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

Zuckersüß in Berlin

«Keine Sklaven: Kein Zucker. Kein Zucker: Keine Kolonien.» Dieser Spruch des Schriftstellers und Politikers Aimé Césaire aus Martinique beschreibt die oft bittere Geschichte des süßen Zuckers. Das Zucker-Museum in Berlin klärt die spannendsten Fragen rund um den Süßmacher: Woher kommt der Zucker, wer entdeckte ihn und wie wird eigentlich Haushaltszucker gewonnen? Im Museum steht außerdem das Brandenburger Tor, natürlich gebaut aus Zucker, und jeden Sonntagnachmittag kreiert ein Zuckerbläser kunstvolle Skulpturen. Der Eintritt ist kostenlos.

Zucker-Museum in Berlin, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9 bis 16.30 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag geschlossen

Salzig in Lüneburg

Bereits im Mittelalter wurde in Lüneburg Salz aus SalinenAnlagen zur Gewinnung von Salz abgebaut, das weiße Gold bescherte seinen Bewohnern üppigen Reichtum. Im Lüneburger Salzmuseum werden heute Exponate seit Beginn der Salzgewinnung vor mehr als tausend Jahren präsentiert. Wie im Mittelalter die Sülzknechte in bleiernen Pfannen das Salz über offenen Öfen mühsam siedeten, wird in den Sommermonaten in einer nachgebauten historischen Siedehütte vorgeführt, und auch, auf welch weiten Wegen das Salz gehandelt wurde. Und wer genug Kraft hat, der darf eine gefüllte Salztonne zum Verladeplatz rollen. Erwachsene zahlen sechs Euro Eintritt, Kinder ab sechs Jahren vier Euro.

Deutsches Salzmuseum, Industriedenkmal Saline Lüneburg, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Sonnabend und Sonntag 10 bis 17 Uhr

Gebacken in Ulm

Die Brezel ist seit dem 12. Jahrhundert das Erkennungszeichen der Bäckerzunft. Und dass «Brot und Salz, Gott erhalt's» zusammengehören, zeigt sich auch an der Lage des Museums für Brotkultur, das im ehemaligen Ulmer Salzstadel untergebracht ist. Auf drei Stockwerken sind rund 700 Exponate aus vielen Teilen der Welt zu sehen. Anschaulich präsentiert wird die Geschichte der Brotherstellung unter anderem an einer rekonstruierten Backstube, wie sie um das Jahr 1900 ausgesehen hat. Auch die kulturelle und religiöse Bedeutung des Brotes wird dort vermittelt. Ermäßigte Karten für Kinder, Studenten und Senioren kosten 2,50 Euro. Erwachsene zahlen 3,50 Euro.

Museum der Brotkultur in Ulm, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 17 Uhr

Deftig in Neudorf

«Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen!» Die natürliche Lebensart und der feinsinnige Humor der Erzgebirgler spricht aus dieser heiteren Rezeptvariation. Der kleine Ort Neudorf ist im Erzgebirge weit und breit bekannt als Suppenland. So wundert es nicht, wenn Reisende dort ein Suppenmuseum besuchen können. Im Neudorfer Suppenmuseum finden sich Terrinen, Töpfe, Teller, Tassen, Suppenbeutel, Suppenrezepte und eine fast komplett eingerichtete historische Küche. Jeden Monat wird ein neues Suppenrezept kreiert. Es finden regelmäßig Suppenkochwettbewerbe statt, jährlich im Oktober laden die Neudorfer zum Suppenfest ein. Im Museum erfährt man auch, warum die Redewendung «Es zieht wie Hechtsuppe» nichts mit dem Hecht zu tun hat, sondern von jiddisch «hech soppa» (wie starker Wind) kommt. Erwachsene zahlen 1,50 Euro, Kinder bis 16 Jahre 0,30 Euro Eintritt.

Suppenmuseum in Sehmatal-Neudorf, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Samstag 14 bis 16 Uhr, Sonntag geschlossen

Gebraten in Holzhausen

Beim Duft einer knusperig brutzelnden Bratwurst können mitunter sogar Vegetarier schwach werden. Alles rund um die Bratwurst hat im Deutschen Bratwurstmuseum in der Bratwurstmetropole Holzhausen bei Erfurt seinen Platz gefunden. Unglaublich: Bereits vor 600 Jahren wurde die berühmte Thüringer Bratwurst urkundlich erwähnt - im Jungfrauenkloster in Arnstadt. Vom frisch geschlachteten Schweinchen als lebensechte Plastik bis zu Geräten und Maschinen zur Wurstherstellung reichen die Ausstellungsstücke. Besucher erfahren auch historische Anekdoten über die Bratwurst. So tauchten erste Bratwurstrezepte im römischen Kochbuch von Apicius auf, und der römische Dichter Petronius schwärmte von «Bratwürsten, die auf silbernem Bratwurstrost rauchten». Kinder ab vier Jahre und Schüler bis einschließlich 18 Jahre zahlen 1,50 Euro, Erwachsene drei Euro Eintritt.

1. Deutsches Bratwurstmuseum in Wachsenburggemeinde Ortsteil Holzhausen, Öffnungszeiten: täglich außer Montag 11 bis 17 Uhr

Würzig in Berlin

Dicke große Ketchuptropfen klecksen von der Decke, ein Wurstsofa lädt zum Verweilen ein - mitten in der Soße. Im witzigen Design des Deutschen Currywurst Museums in Berlin erfährt man Kurioses und Interessantes rund um die Kultwurst. Wer hat die Currywurst erfunden? Was steckt überhaupt in der Wurst? Wie wird die passende Pappschale geformt? In der Gewürzkammer mit seinen Riechstationen wird das Geheimnis des gelben Currypulvers gelüftet und einiges über seine Zutaten verraten. Dort darf jeder riechen und schnuppern und wer mag, der darf sogar einmal als echter Imbissbudenbesitzer in einer Currybude posieren. Erwachsene zahlen 11 Euro Eintritt, Kinder von sechs bis 13 Jahren sieben Euro und Schüler, Studenten und Senioren 8,50 Euro. Zu jeder Eintrittskarte gibt es eine «Currywurst in the cup» - eine Currywurst im Becher - zum Probieren.

Deutsches Currywurst Museum in Berlin, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 22 Uhr

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