Tourismus «Ostern ist rappelvoll»: Urlauber müssen flexibel sein

«Ostern ist rappelvoll»: Urlauber müssen flexibel sein (Foto)
«Ostern ist rappelvoll»: Urlauber müssen flexibel sein Bild: dpa

Hannover (dpa/tmn) - Ostern ist Hochsaison für Reisende. Manche zieht es auf die Skipisten, andere ans Meer. Der späte Feiertagstermin in der zweiten Aprilhälfte verschiebt in diesem Jahr die Urlauberströme in Richtung Strände - davon können Krisenländer profitieren.

Hannover (dpa/tmn) - Ostern ist Hochsaison für Reisende. Manche zieht es auf die Skipisten, andere ans Meer. Der späte Feiertagstermin in der zweiten Aprilhälfte verschiebt in diesem Jahr die Urlauberströme in Richtung Strände - davon können Krisenländer profitieren.

Anja Braun redet nicht lange drumherum. «Ostern ist rappelvoll», sagt die Tui-Sprecherin. Und: «Für Schnäppchen ist es jetzt zu spät.» Wer bisher nichts gebucht hat, habe nur noch Aussicht auf vereinzelte Restplätze zu den Osterfeiertagen, die in diesem Jahr mit dem Karfreitag am 22. April sehr spät im Jahr beginnen. Spätentschlossene müssten nun «puzzeln», also nicht am Wochenende reisen und bei den Flughäfen flexibel sein.

Wer an einem bestimmten Datum zu einem genau festgelegten Ort fliegen will, für den werde es schon «extrem schwierig», sagt auch Antje Günther, Sprecherin der Rewe-Bausteintouristik mit den Marken Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen. Denn zu Ostern balgen sich um die wenigen verbliebenen Flüge neben den Urlaubern auch Reisende, die ihre Verwandten zu Hause besuchen.

Das Geschäft mit dem Reisen brummt - nicht nur, aber besonders in den Osterferien. Wegen der Besonderheiten des Kalenders beginnen sie diesmal außergewöhnlich spät, und zwar in den meisten Bundesländern erst Mitte April. Skiferien könnten so spät im Jahr nur noch wenige locken, sagt Prof. Martin Lohmann, Tourismusforscher aus Kiel. Stattdessen böten sich die Mittelgebirge sogar schon zum Wandern an.

Die meisten sonnenhungrigen Deutschen aber zieht es zu den Badezielen rund ums Mittelmeer. Bei den Marken der Rewe Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) machen mal wieder Klassiker das Rennen: Gut laufen laut Sprecherin Daniela Sauerwald Mallorca, die Kanarischen Inseln und - wegen günstiger Preise - die Türkei. Auch Zypern liege hoch im Kurs, ebenso Deutschland-Urlaub.

Ähnlich sieht es bei Thomas Cook und Neckermann aus: «Spanien ist mit Sicherheit der Gewinner der Saison», sagt Sprecherin Isabella Partasides. Knapp würden die Plätze in den Flugzeugen aber auch nach Griechenland. Denn dieses Jahr falle das griechisch-orthodoxe Osterfest in die deutschen Osterferien, das sei «für viele deutsche Urlauber verlockend». Auch die nordafrikanischen Krisenländer Ägypten und Tunesien seien wieder gefragt, in Ägypten gebe es nur noch wenige freie Betten. «Super-Schnäppchen» wie eine Woche im Fünf-Sterne-Hotel für 299 Euro seien längst vergriffen.

Bei der Tui ziehen Pyramiden und Rotes Meer ebenfalls wieder. Dass nur noch wenige Reisen zu kaufen sind, liege laut Anja Braun aber auch daran, dass nur 60 Prozent der ursprünglich für das Land am Nil vorgesehenen Flüge verfügbar sind. In Tunesien sei das Angebot noch kleiner, erst im Sommer würden die Kapazitäten wieder hochgefahren. «Mit weitem Abstand Nummer eins» unter den Osterzielen sind bei Tui die Krisengewinnler dieses Jahres: die Kanarischen Inseln.

Noch seien die bevorzugten Ausweichziele für Tunesien- und Ägypten-Umbucher aber nicht restlos ausgebucht, sagt Isabella Partasides. Das liege daran, dass Thomas Cook im Januar und Februar die Kapazitäten für Spanien, die Türkei und Griechenland aufgestockt hat.

Auf der Fernstrecke finden sich ebenfalls vor allem «alte Bekannte» unter den Osterfavoriten: Bei Tui sind Thailand, die arabischen Emirate, die Dominikanische Republik, Kuba und Mexiko am beliebtesten, bei der Rewe Bausteintouristik ist zusätzlich der Indische Ozean mit den Seychellen, den Malediven und Sri Lanka gefragt. Die Erdbeben-Katastrophe in Japan inklusive der Atomunfälle hat den deutschen Urlaubern bisher noch nicht die Lust auf Asien verhagelt. Zwar gebe es einzelne besorgte Nachfragen, sagt Rewe-Sprecherin Antje Günther. An den Buchungen habe sich aber nichts geändert.

Derzeit gebe es keinen Grund, nicht zum Beispiel nach China zu reisen, sagt auch Frano Ilic, Sprecher des Studienreisen-Spezialisten Studiosus in München. Zwischen Tokio und Peking lägen mehr als 2000 Kilometer - weit mehr als zwischen Deutschland und Tschernobyl.

Wer dennoch sicher gehen will, bleibt in Europa. Vor allem für Städtereisende gebe es noch Angebote, sagt Ilic. Auch bei Tui «geht noch was» in den Städten, selbst bei den beliebtesten Zielen Hamburg, Berlin und Paris. Eine Ausnahme ist London. Die englische Hauptstadt ist wegen eines anderen, ungleich erfreulicheren Weltereignisses ausgebucht: der Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William. Sie ist für den 29. April angesetzt - fast genau eine Woche nach Ostern.

news.de/dpa

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