Ferienhäuser Tipps gegen die Abzocke

Ein Ferienhaus - der Traum vom Urlaub in heimeligen vier Wänden kann schnell zum Albtraum werden. Dies geschieht immer dann, wenn Urlauber für Häuser zahlen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Ärger ist vorprogrammiert.

Ferienhäuser (Foto)
Wer für den Urlaub ein Ferienhaus bucht, sollte genau hinschauen. Bild: srt/Archivbild

Im Internet ein Ferienhaus zu buchen, ist bequem und unkompliziert. Doch wer nicht wachsam ist, macht große Verluste. Immer wieder ist von Reisenden zu hören, die Anzahlungen von mehreren hundert Euro auf Unterkünfte leisten, dafür aber nichts bekommen. Das Geld ist futsch, der Ärger groß, die Ferien im Eimer.

Zahlen Sie das Geld mit Bedacht

Immerhin: So mancher Ferienhausinteressent wird hellhörig, wenn der vermeintliche Vermieter schnelle Bezahlung verlangt, aber keine Kontonummer angeben will. Vielmehr drängen Gauner darauf, das Geld per Cash-Transfer, zum Beispiel via Western Union, zu erhalten. Spätestens hier sollten alle Alarmglocken schrillen, wenn nicht nur eine Anzahlung, sondern gleich der gesamte Mietbetrag gefordert wird. Als Lockmittel wird die Unterkunft häufig günstiger angeboten. Wenn Sie zahlen, dann nur einen Teil - üblich sind zwischen zehn und höchstens 30 Prozent der Gesamtmiete.

Kennen Sie den Anbieter?

Vorsicht ist geboten, wenn Kontaktdaten fehlen. Das betrifft sowohl Adresse und Telefonnummer des Anbieters als auch die Anschrift der Ferienimmobilie. Kein Wunder, denn mit diesen Angaben könnte der Betrüger - in aller Regel hat er seinen angeblichen Sitz irgendwo im Ausland - ausfindig gemacht werden. Achten sollten Interessenten auf die Mail-Adresse. Stammt diese von einem Gratis-Provider, steckt meist nichts Gutes dahinter. Im Optimalfall gibt es eine seriöse Homepage mit allen relevanten Informationen. Ist nur eine Telefonnummer aufgeführt, sollte es sich nicht um einen Handy-Anschluss handeln. Auch damit haben Nepper leichtes Spiel, weil sie nur schwer einem Besitzer zuzuordnen ist.

Gibt es Ihr Traumhaus überhaupt?

Mit der Adresse kann man das zum Beispiel über Google Maps (Satellitenansicht) leicht erkennen. Doch selbst das ist keine Garantie, wie Leid geprüfte Reisende berichten. Vor Ort mussten sie feststellen, dass die angemietete Ferienwohnung seit Jahren fest belegt oder der Bungalow in Strandnähe lange verkauft ist. Auch Fotos schützen nicht, denn nicht selten kopieren Betrüger Bilder und Beschreibung von existierenden Häusern und versenden sie per Mail. «Unseriöse Anbieter werden immer dreister», bestätigt auch Christina Olboeter-Zorn vom Ferienhausverband VDFA.

Luxushäuser zum Spottpreis?

Stutzig sollten Interessenten werden, wenn die Konditionen ungewöhnlich gut sind. Viele Urlauber fallen auf verlockende Angebote wie «ein wunderschönes Anwesen zum Spottpreis» herein. Wer vergleicht, weiß: Die Angebote für ähnliche Objekte zeigen, dass das preislich nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Ebenfalls ist es problematisch, wenn die Ferienhäuser in Kleinanzeigenmärkten im Internet offeriert werden. Das betrifft einzelne Ferienhausportale, aber auch Web-Marktplätze oder sogar Online-Annoncen von Tageszeitungen. Nur Seiten mit einem Zertifikat, etwa vom Tüv oder von Trusted Shops, oder mit einem Siegel vom VDFA dürfen als wirklich vertrauenswürdig gelten.

Ruhig bleiben und nicht einschüchtern lassen

Keinesfalls sollten sich misstrauisch gewordene Urlauber unter Druck setzen lassen. In den Verträgen findet sich häufig eine Klausel, derzufolge der Mieter bei Rücktritt die Hälfte der Miete zahlen muss. Oder die schwarzen Schafe kehren den Spieß um und drohen: «Ich klage das Geld ein, inklusive Inkassokosten, Rechtsanwalt, Gerichtsgebühren und einer Strafanzeige wegen Betrugs.»

Wer auf einen Ferienhaus-Betrüger hereingefallen ist, sollte alle Hebel in Bewegung setzen, um seine Zahlungen zu stoppen oder das Geld zurückzuholen (etwa bei Lastschriften). Außerdem sollen sich Urlauber beim Verband melden, rät Olboeter-Zorn. Eine Strafanzeige bei der nächsten Polizeidienststelle ist sinnvoll - auch wenn nach einigen Wochen meist per Post der Bescheid ins Haus flattert, die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren eingestellt.

som/zij/ham/ivb/news.de/srt

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Hans Christian Berchtold
  • Kommentar 2
  • 07.03.2011 11:02

Wenn man die Berichte alle so liest, kommt man leicht zum Schluss, dass das Net ein Tummelplatz für Verbrecher und Betrüger ist. Und dass es Trixs gibt, die man gerichtlich nicht eindämmen kann. Ja , dass sogar Anzeigen im Sand verlaufen. Ist die Geldgeilheit so übermächtig, dass Schnappfallen nicht mehr erkannt werden? Wen schlichte Formalitäten fehlen, müsste das doch Hinweis genug sein, dass hier Betrüger am Werk sind.

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  • Italiensurfer
  • Kommentar 1
  • 06.03.2011 13:58

Hatte bis jetzt bei meine Reisen in Italien immer Glück mit den Wohnungen deutscher Vermittlungsseiten. Vor Ort nutze ich das mobile Internet in den Ferienhäusern mit einer Italien Prepaid Daten SIM von Prepaid-Global ( http://www.prepaid-global.de/italien-prepaid/italien-prepaid-daten-sim-karte.html ) und informiere mich vor Ort über meine Umgebung und in Sachen Hilfe bei eventuellen problemen.

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