Kundenrecht Geld zurück für Busreisende

Grünes Licht für mehr Rechte von Busreisenden (Foto)
Mehr Rechte für Fernbusreisende: Künftig gibt es bei zweistündigen Verspätungen Geld zurück. Bild: dpa

Noch machen Fernbusse nur Station in Deutschland, eigene Linien gibt es nicht. Doch wer mit der Bahnalternative durch Europa tourt, kann nicht immer auf Pünktlichkeit hoffen. Bei zu viel Verspätung gibt es nun Geld zurück, entschied das Europaparlament.

Die Abgeordneten des Europaparlaments haben entschieden: Wer per Linienbus durch Europa reist, hat - ebenso wie Flugreisende - Anspruch auf Schadenersatz. Verspätet sich die Abfahrt des Busses um mehr als zwei Stunden, kann der gesamte Reisepreis zurückverlangt werden. Entschädigungen sind auch im Fall von Stornierungen und Überbuchungen geplant.

Geht ein Gepäckstück verloren, könnten bis zu 1200 Euro Entschädigung gezahlt werden. Kann ein Passagier nicht an seinen Zielort gebracht werden, obwohl der Transport gebucht war, müssen die Betreiber der Buslinien Hotelübernachtungen bereitstellen. Dies gilt für maximal zwei Nächte und Übernachtungskosten von höchstens 80 Euro pro Nacht. Kommt es zu Naturkatastrophen oder extremen Wetterbedingungen, kann der Kunde keine Entschädigung verlangen.

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Die Regelung soll nur für Fernstrecken ab 250 Kilometer gelten. Regionale Busverbindungen sowie Charterfahrten, beispielsweise zu Weihnachtsmärkten in einem Nachbarland, sind davon ausgenommen. In Kraft tritt das neue Recht für Fahrten innerhalb europäischer Mitgliedsländer sowie Fahrten von der EU in einen Drittstaat voraussichtlich ab März 2013.

In Deutschland gibt es bislang nur Buslinien im Nahverkehr. Genehmigungen für Fernverbindungen wurden bislang nicht erteilt. Ausschlaggebend dafür ist Absatz 13 des Personenbeförderungsgesetzes. Dort ist geregelt, wann eine Busstrecke neben einer Zugverbindung genehmigt werden darf.

Das Bundesverkehrsministerium bereitet derzeit ein Gesetz zur Freigabe der Fernbuslinien vor. Union und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, Fernbusse als günstigere Alternative zu Fernzügen zuzulassen. Über das Ausmaß der Liberalisierung wird diskutiert. Denkbar ist eine völlige oder eine begrenzte Freigabe, bei der pro Strecke nur wenige Betreiber Lizenzen erhielten. Die Beschränkungen sollten einst den Aufbau der Eisenbahnen schützen.

som/ham/zij/reu/news.de/dpa

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