Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn - 08.02.2011, 17.09 Uhr

Reiseknigge: Wie viel Trinkgeld im Ausland?

Tip, Mancia oder auch «Keep the Change» - wer im Ausland urlaubt, sollte die Regeln für Trinkgeld kennen. In manchen Ländern ist es ein Muss, in anderen gilt es als Beleidigung. News.de weiß, wo Sie zahlen sollten und wo nicht.

Wieviel Trinkgeld muss es sein? Bild: dpa

Großbritannien

Im Pub müssen Reisende kein Trinkgeld geben, weiß Kathleen Thompson von VisitEngland.de. Da die Gäste in der typisch englischen Kneipe ihre Getränke an der Theke bestellen und dort selbst holen, wird kein Trinkgeld fällig. Wer öfter in seiner Lieblingskneipe einkehrt, kann dem Wirt aber auch mal einen ausgeben.

Im Restaurant sieht das anders aus: Einige Lokale schlagen auf die Rechnung bereits die «Service ChargeBedienungsgeld » auf, die bezahlt werden muss. Theoretisch ist kein extra Trinkgeld mehr fällig. Wer möchte, kann aber trotzdem etwas dazulegen. Gibt es die Serviceabgabe nicht, werden 10 bis 15 Prozent auf den Rechnungspreis als Bonus fällig. In Großbritannien wird jedoch nicht auf den Rechnungsbetrag aufgerundet, sondern separat gezahlt. In der Regel lässt man den sogenannten Tip einfach auf dem Tisch liegen.

FOTOS: Reiseknigge So viel Trinkgeld muss sein
zurück Weiter Trinkgeld (Foto) Foto: srt/Archivbild Kamera

In vielen Hotels ist bereits ein Bonus von 10 bis 12 Prozent im Endpreis enthalten. Ist dies nicht der Fall, orientieren sich die Gäste an der 15-Prozent-Regelung. Zimmermädchen und Gepäckträger erhalten ein Trinkgeld, das im Ermessen das Gastes liegt.

Wer sich mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel bringen lässt, sollte 10 bis 15 Prozent Trinkgeld einkalkulieren. Wer aber mit dem Black CabDie Fahrer dieser Taxis sind speziell für London lizensiert. Zu erkennen ist dies an einem Zähler neben dem Taxometer sowie der Lizenznummer am hinteren Nummernschild. eine Stadtrundfahrt machen und sich vom Fahrer etwas zur Geschichte der Sehenswürdigkeiten erzählen lassen möchte, sollte den Preis dafür direkt beim Fahrer erfragen. Unabhängig von diesem Preis, seien 10 Prozent als Tip einzuplanen, erklärt Tim Bennett von go-britain.de.

USA

In den USA ist Trinkgeld ein Muss, sagt Markus Elter von discoveramerica.com. Da Kellner dort sehr schlecht bezahlt werden, leben sie oft vom Trinkgeld. Reisende sollten hier vom Rechnungsbetrag ausgehend 15 bis 20 Prozent einplanen. Das gilt auch für Taxis.

Im Hotel bekommt der Page pro getragenem Gepäckstück einen Dollar Trinkgeld.  Zimmermädchen erhalten pro Nacht im Hotel ein bis zwei Dollar für die Reinigung des Zimmers und das Beziehen der Betten. Das Trinkgeld sollte gut sichtbar auf dem Kopfkissen platziert werden, damit das Zimmermädchen es auch findet. Wer das «Valet ParkingParkservice für private Fahrzeuge » nutzt, zahlt dafür die anfallenden Gebühren plus einen bis drei Dollar Tip.

Dänemark

Die Dänen sind bescheiden. Deshalb ist es in Dänemark nicht üblich, Service mit Trinkgeld zu honorieren. In Restaurants seien die Preise ohnehin sehr hoch, betont Reiner Büchtmann von VisitDenmark.com. Ein Trinkgeld sei deshalb nicht nötig. Selbst im Taxi müssten Reisende keinen Bonus zahlen. Mittlerweile haben sich die Fahrer aber durch viele internationale Gäste daran gewöhnt, sodass auch hier ein Tip gezahlt werden sollte.

Japan

Wer nach Japan fährt, braucht sich um das Trinkgeld keine Sorgen zu machen. Hier wird prinzipiell kein Trinkgeld gegeben. Egal wie zufrieden der Reisende mit Service oder Aufenthalt war, der Obulus ist absolut unüblich und wird von japanischen Gastgebern auch nicht angenommen. Wer Trinkgeld im Restaurant oder Geschäft auf dem Tisch liegen lässt, muss damit rechnen, dass Kellner den Gästen hinterherlaufen, um den Besitzern das «vergessene» Geld zurückzugeben.

Es gilt zwar nicht als beleidigend, Trinkgeld zu geben. Möchte der Empfänger es aber nicht annehmen, sollten sich Reisende nicht auf Diskussionen einlassen, sondern diese Entscheidung respektieren, sagt Hiromi Waldenberger. Die Tourismusbeauftragte der Stadt Tokio in Deutschland betont, es würde zu einem unangenehmen Gefühl bei Verkäufer oder Kellner führen. Gäste müssen also kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie ihre Rechnung auf den Cent genau begleichen.

Türkei

In der Türkei gehört Trinkgeld zum guten Ton. Wer Dienstleistungen beansprucht, sollte dem Anbieter dafür finanziell danken. Die Höhe liegt im Ermessen des Gastes, bewege sich im Schnitt aber zwischen 6 und 10 Prozent, so Mehmet Gül von der türkischen Botschaft in Berlin. Das Trinkgeld heißt hier übrigens Bahşiş.

Spanien

In Spanien und sowie den zugehörigen Inseln gibt es keine großen Unterschiede zu deutschen Trinkgeldgepflogenheiten. Im Restaurant oder bei der Taxifahrt werden 10 bis 15 Prozent des Rechnungspreises als Trinkgeld fällig. Letztlich entscheidet aber der Gast. Wer mit dem Service nicht zufrieden war, muss auch nichts zahlen. «Stimmt so» oder «Keep the ChangeBehalten Sie den Rest. » gibt es in dieser Form nicht. Der Gast zahlt den Preis und erhält sein Wechselgeld auf dem Zahlteller. Davon lässt er einige Münzen liegen, die der Kellner stillschweigend als Trinkgeld einsteckt.

zij/news.de

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