Teneriffa Hier urlauben Sie grün

Teneriffa (Foto)
Im Anagagebirge lässt es sich vortrefflich wandern und entspannen. Bild: srt/Archivbild

Von Sabine Metzger
Nachhaltig und ökologisch leben sind Themen, die auch beim Reisen immer wichtiger werden. Teneriffa als eines der beliebtesten Ziele der Deutschen macht da keine Ausnahme. Doch was heißt das eigentlich für den Familienurlaub? Wie urlaubt es sich richtig grün?

Teneriffa: Das ganze Jahr über Sonne, gleichmäßige Temperaturen und jede Menge Hotels - rund fünf Millionen deutsche Urlauber genießen diese Vorzüge jedes Jahr. Das können sie jetzt auch umweltschonend - mit fünf Tipps, die die grüne Seite der Insel zeigen.

Übernachtungstipp der besonderen Art
Teneriffas neueste Errungenschaft ist das erste CO2-emissionsfreie Dorf der Welt: Es liegt im sonnen- und windreichen Südosten der Insel und wandelt die natürlichen Ressourcen Sonne und Wind in Energie um. Seit kurzem ist es möglich, eines der Häuser für die Ferien zu mieten. Jedes der 25 Gebäude ist das Ergebnis eines internationalen Architektenwettbewerbs.

In Ausrichtung und Stil sowie durch die Wahl der Baumaterialien und die Raumaufteilung sind die Häuser optimal den klimatischen Bedingungen angepasst. Manche ragen nur knapp über den Erdboden, die Dächer sind mit Gras bewachsen. Andere stehen auf einer Anhöhe und haben riesige Fensterfronten. Durch manches schlängelt sich ein kleiner Bach, der das Innere des Hauses mit Luftfeuchtigkeit versorgt. Die Gebäude kommen mit wenig Energie aus und erzeugen diese aus Wind und Sonne selbst. Das bioklimatische Dorf liegt auf dem Gelände des Instituts für Technologie und Erneuerbare Energien in Granadilla de Abona. Den Forschern ist es nach mehr als 15 Jahren gelungen ist, ein praktikables Modell für Wohnen im Einklang mit der Natur zu schaffen.

Naturschauspiele
Atemberaubende Naturspektakel
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Taucherfreuden mit Walen und Schildkröten
In ruhigen und gleichmäßigen Bewegungen tauchen die Flossen neben dem Katamaran auf. Sie gehören einer Familie Pilotwale. Mit ihren sieben Metern Länge sind die Tiere nicht ganz so stattlich wie Pottwale, aber dafür das ganze Jahr über im bis zu 3000 Meter tiefen Atlantik zwischen Teneriffa und La Gomera anzutreffen. Dazu beigetragen hat der Meeresbiologe David Novillo mit seinem erfolgreichen Projekt zur Rettung des maritimen Ökosystems von Puertito de Adeje, dem Hafengebiet von Adeje. Noch vor fünf Jahren war es wegen einer Diademseeigelplage verwüstet und ohne jegliches Leben. Heute gibt es wieder Schildkröten, Seepferdchen und Harlekinkrabben, die man ebenfalls zusammen mit David und seinem Team bei einem Tauchgang besuchen kann.

Wasserspaß nachhaltig genießen
Im Siam Park auf Teneriffa, einem Wasserthemenpark altthailändischer Art mit mystischen Dschungelpfaden, einer Seelöwen-Insel, dem Mai Thai River und unzähligen Wasserrutschen kommen Surffreunde auf ihre Kosten. Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn aus Thailand höchstpersönlich hat den Park vor drei Jahren eingeweiht und damit dem Traum der Erbauer-Familie Kiessling den hoheitlichen Segen erteilt. Der Park hat sich ganz dem Umweltschutz verschrieben: Das Wasser, das durch den Park fließt, ist Teil eines geschlossenen Kreises, der im Meer beginnt. Dort wird das Wasser gefördert, in einen See geleitet und in eine eigens dafür gebaute Entsalzungsanlage gepumpt. Das entsalzte Wasser speist Rutschen und Duschen und dient danach der Bewässerung der Pflanzen. Für das Beheizen der Pools wird die erste Erdgasanlage der Kanarischen Inseln genutzt.

Wandern und Speisen im Anagagebirge
Wanderschuhe sind ein Muss für jeden Reisenden auf dem Weg nach Teneriffa. Liebhaber sattgrüner Wälder und wildromantischer Schluchten zieht es vor allem in den Norden der Insel, sie nehmen am liebsten Quartier in Puerto de la Cruz und Garachico. Steil erhebt sich dort das Anagagebirge bis auf etwa 1000 Meter aus dem Meer. Die Wanderung beginnt im nordwestlichen Teil des Gebirges im Mercedes-Wald, einem märchenhaft schönen, immergrünen Wald mit Lorbeerbäumen und meterhohen Heidekrautgewächsen. Hirtenpfade und alte Königswege führen in das entlegene Dorf von Chinamada, wo heute noch Menschen in Höhlen und höhlenartigen Wohnungen leben. Kulinarischer Wander-Höhepunkt ist das Conejo frito (Kaninchen), dazu trinkt man kanarischen Rotwein!

Weingenuß mit Ausblick
«Der Wein steigt in das Gehirn, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von feurigen und schönen Bildern», schrieb schon Shakespeare in seinem Werk Die Tragödie von König Richard III über den Wein Teneriffas. Tatsächlich verleihen die Lavaböden und das ausgeglichene Klima diesem ein ganz besonderes Aroma. Wer dem näher auf die Spur kommen möchte, dem sei La Casa del Vino La Baranda empfohlen, ein Landgut aus dem 17. Jahrhundert mit Weinmuseum, gemütlichem Restaurant und Stuben zur WeindegustationWeinverkostung .

Auf der Suche nach ökologischen Weinen geht es erst von Los Menores nach Taucho zur Bodega Tierras de Aponte. Seit 60 Jahren werden hier Reben wie Listan, Merlot, Malvasia blanco, Castellana und Rubi Cabernet zu edlen Weinen verarbeitet. Europas höchstgelegene Weinberge umgeben den dritten Tipp: die Bodegas Cumbres de Abona in der gleichnamigen Region. Experimentierfreudige Winzer probieren hier seit 1989 auf einer Anbaufläche zwischen 500 und über 1000 Meter Höhe besondere Ökoweine herzustellen. Mit Erfolg: Der Viña Peraza wurde mehrfach ausgezeichnet.

som/ham/news.de/srt

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