Reiseportale Tipps für die sichere Buchung

Preisvergleich (Foto)
Ab in den Süden: Wer per Preisvergleichsportalen bucht, sollte einige Punkte beachten. Bild: dpa

Von den news.de-Redakteurinnen Sophia Sieber und Melanie Sohn
Reisevergleichsportale versprechen günstige Preise beim Buchen von Flug und Hotel. Zuhause vor dem Rechner wähnt sich der Verbraucher in Sicherheit. Doch viele Portale zocken ab. News.de verrät, wie Sie sich schützen können.

Versteckte Kosten schmälern die Freude über günstige Flug- und Hotelangebote. Kleingedrucktes, AGB und Sonderkonditionen sollten daher sorgfältig geprüft werden. Immer wieder wird aus dem vermeintlichen Schnäppchen ein teurer Spaß. Preisdifferenzen von bis zu 150 Euro sind keine Seltenheit. News.de hat für Sie Tipps zur sicheren Buchung im Internet zusammengestellt.

Vor der Buchung

Vergleichen
Zum Ersten sollten Sie mehrere Portale besuchen und ihre persönlichen Suchkriterien einstellen. Das kostet zwar Zeit, ermöglicht aber einen direkten Vergleich der verschiedenen Angebote. Außerdem verschaffen Sie sich einen Eindruck über die Menüführung und die Auswahlkriterien, die das Portal bietet. Auch das lässt Rückschlüsse auf die Qualität des Portals zu. «Es sollte unmittelbar deutlich werden, welche Reise- und Informationsangebote auf der Website gefunden werden können und wie der Zugang zu diesen erfolgt», rät der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) aus München.

Reiseschnäppchen
Die Günstig-Portale

Informieren
Wissen Sie, bei wem Sie buchen? Der VIR weist darauf hin, dass der Anbieter immer erkennbar und seine Daten leicht auffindbar sein müssen. Ist als Adresse lediglich ein Postfach angegeben und der Kontakt nur über kostenpflichtige 0900-Nummern möglich, sollten Sie von diesem Anbieter die Finger lassen.

Erkennbar müssen Name und Rechtsform der Firma, eine vollständige Adresse sowie Angaben zu den Kontaktmöglichkeiten per Telefon oder Mail sein. Auch der Name des Vertretungsberechtigten und die Handelsregisternummer sollten aufgeführt sein. Wichtig und doch oft übersehen: die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Sie müssen leicht zu finden, gut les- und ausdruckbar sein. «Geizt der Anbieter mit Eigenauskünften dieser Art, lässt man besser auch die Finger von seinen Offerten, selbst wenn diese noch so verlockend sind», empfiehlt Jürgen Zupancic vom Magazin Clever reisen!

Kontrollieren
Prüfen Sie vor der Buchung, wer für das Angebot haftet und die von Ihnen erworbene Leistung erbringt. Ist das deutsche Portal nur als Vermittler tätig und der eigentliche Anbieter, zum Beispiel einer Ferienwohnung, sitzt im Ausland, gilt das dortige Recht. Darauf weisen die Verbraucherzentralen und die Landesanstalt für Medien hin. «Recht im Ausland durchzusetzen, ist wesentlich schwieriger, aufwändiger und teurer als im Inland und lohnt sich wegen mangelhafter Reiseleistungen in der Regel nicht.»

Die Buchung

Prüfen
Haben Sie ein passendes Angebot gefunden, prüfen Sie es so genau es geht. Insbesondere Schnäppchen entpuppen sich häufig als Falle. Die Verbraucherzentralen warnen, dass zusätzliche Kosten wie Bearbeitungsgebühren oder auch Mindestverzehrwerte hinzukommen können. Lesen Sie in jedem Fall das Kleingedruckte und kontrollieren Sie den Preis während der einzelnen Buchungsschritte. Bevor die Buchung bestätigt wird, sollten Sie sicherstellen, dass alle Posten der Reise berücksichtigt sind. Dazu zählen auch die Mehrwertsteuer, Zusatzleistungen, Spezialangebote oder Sonderkonditionen.

Erkennen und nachvollziehen
«Der Kunde hat allen Grund, sich überhaupt nur mit übersichtlichen und auch für Laien nachvollziehbaren Homepages abzugeben», erklärt Zupancic. Alle Schritte der Buchung müssen für den Verbraucher deutlich erkennbar und nachvollziehbar sein. Ist die Buchung abgeschlossen, sollte eine Buchungsbestätigung per E-Mail eingehen, in der alle relevanten Daten aufgeführt sind. Dazu gehören das Reiseziel, der Gesamtpreis, die Unterbringung und Verpflegung, die Reiseroute und erforderliche Dokumente wie Pass oder Visum. Alle wichtigen Informationen des Anbieters und der Reise müssen zudem gut lesbar und ausdruckbar sein, sagen die Verbraucherzentralen. Denn kommt es zu einem Rechtsstreit müssen auch Sie die Eckdaten der Reise nachweisen können.

Absichern

Eine ausführliche Buchungsbescheinigung ist Pflicht. «Fehlbedienungen sind an der Tagesordnung - sei es aus Unachtsamkeit des Kunden, sei es wegen einer nicht gelungen gestalteten Unternehmensseite», so Zupancic. Nur die Buchungsbescheinigung biete Kunden die Möglichkeit, noch einmal in aller Ruhe die wichtigsten Daten ihrer Reise zu überprüfen.

Bestehen Sie auf einen Sicherungsschein: Denn dieser schützt Sie vor finanziellen Verlusten bei Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Anbieters. Bei der Onlinebuchung muss dieser Schein unbedingt abrufbar sein. Bei der Zahlung des Reisepreises sollten Ihnen außerdem mehrere Zahlungsmethoden, mindestens jedoch zwei, angeboten werden, sagen die Verbraucherzentralen.

Achten Sie bei sensiblen Daten wie Bankverbindungen und persönlichen Angaben darauf, dass die Übermittlung verschlüsselt stattfindet. Eine Verschlüsselung erkennen Sie am Schlüsselsymbol in der unteren, rechten Ecke Ihres Browserfensters. Auch die Erklärung zum Datenschutz muss leicht auffindbar und verständlich für den Reisenden sein.

Warum sind Billigflüge häufig Kostenfallen?

Dieser Frage ist die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf den Grund gegangen. Im Dezember 2010 hat sie darum den Test gemacht. Gebucht wurden ein Hin- und Rückflug für einen Erwachsenen von Hannover nach Mallorca und zurück. In der Buchung inbegriffen sollten eine Sitzplatzreservierung, ein Handgepäckstück und ein 25 Kilogramm Koffer sowie die Bordverpflegung sein.

Getestet wurden die Buchungsportale von sechs Airlines, vier Reisevermittlern und drei Reiseveranstaltern. Bei allen kamen die Tester zu dem Ergebnis, dass die Preistransparenz der Anbieter nur mangelhaft ist. Denn: Auf die beworbenen Angebote wurden diverse Zuschläge erhoben, so dass Preisdifferenzen von bis zu 150 Euro entstanden.

Dabei müssen Fluggesellschaften laut Preisangabenverordnung bei Angeboten immer den Endpreis nennen. Dieser setzt sich laut Verbraucherzentrale aus den vorhersehbaren Komponenten Flugpreis, Steuern, Gebühren, Zuschlägen und Entgelten zusammen. Trotzdem können auf den Fluggast am Flughafen noch Kosten zukommen. Gemeint sind damit die nicht vorhersehbaren Kosten, die auf den Serviceanspruch des Reisenden zurückzuführen sind und sich deshalb unterscheiden können. Dazu gehören beispielsweise die Gepäckgebühr, Kosten für eine Sitzplatzreservierung oder auch Zuschläge für die Verpflegung an Bord.

Bei den von der Verbraucherzentrale Niedersachsen unabhängig getesteten Angeboten war bei Buchungsende immer ein höherer Preis als der zuvor angegebene fällig. Am günstigsten schnitt dabei das Flugportal fluege.de ab. Hier kostete der Flug mit Germanwings am Ende 306 Euro statt der beworbenen 266. Die Preisdifferenz von 40 Euro war der niedrigste des Tests. Ganze 154 Euro mehr als anfangs angeboten, wollte opodo.de für den Flug mit der Airline swiss+ haben. Hier wurden statt angebotenen 219 Euro am Ende 372,99 Euro fällig. Auch andere Portale schlugen für den Flug mit swiss+ ordentlich auf. Fluege.de, weg.de sowie billigweg.de wollten immerhin 150 Euro mehr als vorher angegeben.

Die Vergleichsportale hotelreservierung.de und fluege.de gehören zur Unister Unternehmensgruppe.

sua/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Lisa69
  • Kommentar 1
  • 03.04.2012 20:07

Wer seine Reise online buchen möchte dem kann ich nur http://www.urlaubskroeten.de empfehlen. Dort erhält jede 33. gebuchte Reise 250€ Urlaubsgeld und jede 99. Reise wird komplett zurückerstattet. Die Buchung selber erfolgt ganz normal auf den Reiseportalen...

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