Erotik-Star Jana Bach «Körbchengröße ist kein Maß für Erfolg»

«Sexy Cora» wollte die sechste Brustvergrößerung - eine tödliche Entscheidung für die 23-jährige Pornodarstellerin. Im Gespräch mit news.de forscht Erotik-Star Jana Bach nach den Ursachen eines tragischen Schicksals.

Jana Bach (Foto)
Pornodarstellerin Jana Bach (31) ist einer der Stars der Branche. Bild: news.de

Nach dem Befund der rechtsmedizinischen Untersuchung ist «Sexy Cora» an einer Hirnlähmung gestorben. Die 23-Jährige war bei einer Operation zur Vergrößerung der Brüste in einer Privatklinik ins Koma gefallen und neun Tage später gestorben. «Es gibt keine Anhaltspunkte für ein Herzleiden», sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Chirurgen und die Narkoseärztin der Privatklinik wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Zum tragischen Tod der Pornodarstellerin spricht news.de mit Erotik-Star Jana Bach.

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Kann eine attraktive Frau wie Cora wirklich Selbstwertprobleme gehabt haben, wie es jetzt in den Medien dargestellt wird?

Jana Bach: Ja, ich denke schon. Das Aussehen eines Menschen reflektiert meist nicht den Charakter, da wird man oftmals geblendet. Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Selbstwahrnehmung ist so eine Sache und Eitelkeiten spielen in unserer Gesellschaft zunehmend eine Rolle. Ich glaube, dass man starke Nerven und ein festes privates Fundament braucht, um in der Öffentlichkeit lange und bei gesundem Verstand bestehen zu können. Viele Menschen haben nicht das Glück, ein behütetes Elternhaus zu haben. Darin sehe ich oftmals die Wurzel für die Sucht nach Aufmerksamkeit.

Glauben Sie, dass Cora noch mehr Erfolg gehabt hätte mit einer Körbchengröße mehr?

Bach: Das ist Geschmacksache. Ich kann mit meinem A-Körbchen erfahrungsgemäß das Gegenteil behaupten. Doch allein die Körbchengröße sollte kein Maß für Erfolg sein dürfen.

Hätten Sie ihr von der Brustvergrößerung abgeraten?

Bach: Ich würde nie zu einer Schönheitsoperation raten, die Risiken sind nicht zu rechtfertigen. Sicherlich gibt es Extreme und jeder Fall liegt anders, doch oftmals gibt es Alternativen zu den Operationen. Am Ende muss jeder Einzelne mit seiner Entscheidung leben und sich arrangieren. Die Verantwortung hat jedoch, so denke ich persönlich, der Mediziner, der Fachmann, der das Skalpell ansetzt und sich dafür bezahlen lässt.

Was würden Sie Cora gern noch sagen?

Bach: Um diese Frage zu beantworten, kannte ich sie leider zu wenig. Ich bin nur sehr traurig, dass sie nicht mehr auf dieser Welt ist, sie hinterlässt eine große Lücke. Sie war viel zu jung zum Sterben und hat damit so viel verpasst. Ein furchtbares Schicksal.

Wir wissen ja, dass bei Ihnen alles Natur ist, aber: Wie normal sind Brustvergrößerungen heute im Erotikbereich?

Bach: Das Geschäft mit der Schönheit gerät außer Kontrolle und ist mir selbst zu selbstverständlich geworden. Ich verstehe die Ideale unserer Zeit immer weniger.

Würden Sie sich operieren lassen, wenn Sie keine natürlich schöne Brust hätten? Oder kämen für Sie nur gesundheitliche und keine rein ästhetischen Gründe in Frage?

Bach: Ich bin mit mir im Einklang, mache viel Sport, ernähre mich bewusst und liebe das Leben. Solche Fragen beschäftigen mich nicht.

Entscheiden sich die meisten Mädchen wegen des erhofften Erfolgs oder des Egos für eine Brustoperation?

Bach: Ganz gleich, welche Gründe oder Hoffnungen diese Entscheidungen begleiten, sie sind auf jeden Fall zu oberflächlich und kurzlebig betrachtet, um Rechtfertigung zu finden. Der Umgang mit Operationen ist mir zu gelassen, da verstehe ich in erster Linie die Ärzte nicht, die müssten es doch am besten wissen und entsprechend beraten.

Glauben Sie, dass Coras Schicksal ein Warnsignal ist und sich jetzt weniger Mädchen unters Messer legen werden?

Bach: So wie die Medien ihr bitteres Schicksal ausschlachten, könnte ich mir eher das Gegenteil vorstellen. Sie wird zu einem zweifelhaften «Idol» gemacht. Man beschäftigt sich vielleicht wieder nur mit der Hülle, die Aufmerksamkeit erregt hat. Junge Menschen fühlen sich unsterblich und unglaublich stark. Es ist schwer, sie von ihrer Zerbrechlichkeit zu überzeugen. Der Leichtsinn ist damit wohl nicht zu stoppen. Traurig!

Geht der Trend wieder weg von Silikon und hin zu Natürlichkeit?

Bach: Oh, das kann ich nicht beantworten. Ich würde mir wünschen, es ginge mehr in Richtung Persönlichkeit, Leistung, Charakter und ein wenig mehr Niveau. Dann hätten wir wohl alle mehr Freude und Spaß im Umgang mit dem Thema Sex und Pornographie.

car/ivb/roj/news.de/dpa

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • gast
  • Kommentar 2
  • 25.01.2011 16:26

Schalte erst das Gehirn ein , es darf nicht sein das , dass die Brüste größer sind wie der Kopf . Bei Cora war es aber so , die Ärzte hätten nein sagen sollen .

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  • wurzelei
  • Kommentar 1
  • 25.01.2011 16:18

Peinlich, daß man in dieser perversen Republik allein mit seinen primären und sekundären Geschlechtsteilen auch nur Z-Promi werden kann und dann auch noch von Perönlichkeit und Leistung labert. Und da denkt man: schlimmer geht's nimmer. Weit gefehlt!

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