Paris im Herbst Hochburg der Verliebten

Paris (Foto)
Wer in Paris ist, sollte sich auf keinen Fall den berühmtem Louvre entgehen lassen. Er ist auch für Pärchen Pflichtprogramm. Bild: ddp

Von Hans-Werner Rodrian
Paris ist eine Reise wert - und eine Metropole für Verliebte. Hier lässt es sich herrlich schlemmen, entspannen und in romantischen Gassen spazieren. Die perfekte Kulisse für Liebesschwüre und Heiratsanträge.

Paris, mon amour: In der Stadt der Liebe elektrisiert mehr als nur das Lächeln der Mona Lisa oder der Tiefblick vom Eiffelturm. Anderswohin fährt man mit der Reisegruppe, nach Paris besser zu zweit. Nirgendwo sonst können Paare so leicht die kleinen Sorgen des Alltags hinter sich lassen. Keine andere Stadt wirkt so verführerisch und berauschend. Paris - das ist Champagner für die Seele.

Auf den Spuren von Amélie

Voilà: Der erste Weg führt frisch eingetroffene Paare ins Kaufhaus «Galeries Layfayette». Nein - nicht der Kauflust wegen. Auf der Dachterrasse des Konsumtempels lockt ein einmaliger Rundumblick - gratis. Dabei lässt sich herrlich Händchen halten, einen Café au lait trinken und prächtig planen. Weit schweift der Blick über die Opera Garnier auf Berühmtheiten wie Louvre, Notre-Dame und Eiffelturm.

Drüben, vom Montmartre, grüßt die weiße Zuckerbäckerkirche Sacre Cœur. Das legendäre Künstlerviertel mit seinen Kneipen, Kabaretts und Revuen ist zwar total touristisch, aber trotzdem liebenswert geblieben. Porträtmaler und Straßenmusikanten säumen die TrottoirsBürgersteig, Gehweg , auf winzigen Plätzen stehen die Bistrotische dicht an dicht. Bei zwei Gläsern Rotwein blicken sich Liebespaare gern tief in die Augen.

Ein besonders guter Platz dafür ist das «Café des 2 Moulins», wo der Film Die fabelhafte Welt der Amélie gedreht wurde. Dass Paris nicht nur seine Historie pflegt, beweisen die mutigen Akzente der Moderne: zum Beispiel die Glaspyramide im weiten Atrium des Louvre. Ein idealer Platz, um das spektakuläre Meisterwerk des Amerikaners I. M. Pei zu betrachten, ist das Café Marly in den Louvre-Arkaden. Abends drängeln sich hier die Yuppies; früh um acht genießen Verliebte das opulente Frühstück mit Orangensaft und Hörnchen, die hier «Viennoiseries» heißen.

Tradition trifft auf Moderne

Auch das futuristische Centre Pompidou macht Spaß: Wer mit Performance und modernen Filmen nichts anfangen kann, freut sich an den freischwebenden Rolltreppen in den Glasröhren vor der Fassade. Von dort schweift der Blick nach unten auf den Vorplatz, wo stets Schwertschlucker, Trommler und Akrobaten die Menschen unterhalten. Nebenan sprüht aus dem knallbunt verspielten Strawinsky-Brunnen von Niki de Saint-Phalle kühles Nass.

Mutig sind sie ja, die Pariser. Dem Elan der Neuerer ist freilich viel Liebenswertes zum Opfer gefallen: Wo noch vor dreißig Jahren die Hallen standen, der faszinierende Markt von Paris, hat sich eine U-Bahn-Station vier Stockwerke in die Tiefe gegraben. Mittlerweile sind die Ladengalerien der 1970er-Jahre wieder einer Gartenanlage mit Einkaufszentrum gewichen - schließlich wünscht man heute Grün in der Stadt.

Nicht weit entfernt gibt es ein Paris, das sich seine ursprüngliche Atmosphäre erhalten hat. In der Rue Poncelet bummelt man durch eine freundliche Marktstraße wie von früher, vorbei an Hummer und Austern, Trüffel und Gänseleberpastete.

Hinter der grasgrünen Fassade des Chocolatier Patrick Roger am Boulevard St. Germain 108 können Gourmetpralinen in Geschmacksrichtungen von Passionsfrucht bis Thymian gekostet werden, und im liebenswerten alten Käsegeschäft «Barthélemy» in der Rue de Grenelle schwelgen Gourmets in Camemberts, Roqueforts und Ziegenkäsen.

Dior, Chanel und die große Liebe

Das ist es, was Paris so schön macht: durch die Straßen zu flanieren und in die Schaufenster zu sehen. Rund um die Champs-Elysées, in der Avenue Montaigne, residieren alle bekannten Modemacher. Ein Blick zu Dior, Yves Saint Laurent und Chanel kostet nichts.

Berühmt für seine Schaufenster-Arrangements ist Hermès in der Rue Faubourg-Saint Honoré 24. Und noch ein Tipp: Bei «Réciproque» (Rue de la Pompe 88-95) gibt es die Vorjahreskollektionen der großen Modezaren fürs halbe Geld. Das ist zwar immer noch zu teuer - aber Träumen kostet nichts.

Liebe geht durch den Magen, oder wie man in Frankreich sagt: Das Restaurant ist das Vorzimmer der Liebe. Wer in Paris fein essen gehen will, der gibt allerdings leicht ein kleines Vermögen dafür aus. Eine Alternative zu den sternengekrönten Gourmettempeln sind die Bistros und Brasserien. Sie bieten zumeist ein Mittagsmenü «Formule» an.

Austern für Verliebte

Hauptgericht und Vor- oder Nachspeise sind bereits ab 20 bis 25 Euro zu haben. Eine der schönsten Brasserien ist das «Grand Colbert» in der Jugendstilgalerie Colbert. Oder man bestellt sich einfach einen Käseteller in der legendären Lebensmittelabteilung der Galeries Lafayette.

Aber wenigstens einmal müssen es Austern sein. «Mit jeder Auster, die du schlürfst, fängt die Seele an zu schweben», sagt ein französisches Sprichwort. Der optimale Platz für so ein Hochgefühl sind die vier Restaurants der kleinen Kette «Bar à Huitres» nahe der Bastille, in Terne, Montparnasse und St. Germain de Prés: Bereits am Eingang knacken zwei Angestellte unablässig die schwarzen Schalen, drinnen hat der Gast die Wahl zwischen 15 verschiedenen Austernsorten.

Praktischerweise gibt es für alle Unentschlossenen das «Plateau Géant», den Riesenteller mit allem für zwei. Er schmeckt tatsächlich himmlisch - und ist mit rund 75 Euro ein echtes Schnäppchen. Das lässt sich in Paris von den wenigsten Dingen sagen.

som/news.de/srt

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