Wellness Ein Bett im Heufeld

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Regionale Produkte eignen sich hervorragend für Wellness. Egal ob Heubad oder die Behandlung mit Weinessenzen. Bild: ddp

Im Wellnessbereich werden bisher meist Behandlungen angeboten, die ihren Ursprung im asiatischen Raum haben. Doch es gibt einen neuen Trend zu heimischen Produkten, die der Konkurrenz in Sachen Entspannung in nichts nachstehen.

«Das Interesse für Anwendungen mit heimischen Produkten ist in den letzten Jahren gestiegen», sagt Lutz Hertel vom Deutschen Wellnessverband. Nach seiner Einschätzung liegt der Grund dafür in den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen: «Heimat ist heute nicht mehr langweilig, sondern ein Bestandteil des Lebensstils.»

Die bedeutendsten regionalen Wellnesskonzepte kommen derzeit laut Hertel aus dem alpinen und dem maritimen Raum. Für eine der wichtigsten Anwendungen müsse man nichts bezahlen: Aufenthalt an der frischen Luft. «Regionen wie Nord- und Ostsee oder der Alpenraum bieten ein gesundheitsförderndes Klima, das sich unter anderem günstig auf die Atemwege auswirkt und auch Körperfunktionen stimulieren kann.»

Baden in Salz und Heu

Zu den traditionellen Wirkstoffen gehöre das Salz. Am Meer wird in der Regel Meersalz eingesetzt, in den Alpen das Salz aus den Bergwerken. Das Baden im Meerwasser oder ein Salzpeeling soll eine positive Wirkung auf die Haut haben, in kosmetischer wie in medizinischer Hinsicht.

Andere regionale Natur-Wirkstoffe seien zum Beispiel Schlamm, Schlick und Kreide, die vorwiegend an der See eingesetzt werden. Sie wirkten entzündungshemmend, entschlackend und beeinflussten die Funktion innerer Organe.

Typische Wellnessanwendungen im Alpenraum und im Alpenvorland sind Heubäder. Das dafür verwendete Heu werde auf Bergwiesen oberhalb von 800 Metern gemäht, sagt Hertel. «Dieses enthält Gebirgsblumen, Gräser und Kräuter wie Arnika, Knabenkraut, Enzian, Schafgarbe und Steinklee, welche die Wirkstoffe liefern.»

Damit sich diese Vielfalt an pflanzlichen Zutaten entwickeln kann, dürfe die Wiese nicht gedüngt und nur einmal im Jahr gemäht werden. Ein Heubad dauert 20 bis 25 Minuten und bringt den Körper zum Schwitzen. Vor dem Bad wird das Heu zunächst gewässert oder aufgedampft und dabei auf rund 40 Grad erwärmt. Die enthaltenen ätherischen Öle entfalten durch die Erwärmung ihre Wirkung. Im Heubad werden die gesundheitsfördernden Stoffe über die Haut und die Atemwege aufgenommen, das Schwitzen wirkt hautreinigend und durchblutungsfördernd.

Wellness mit Wein

In deutschen Weinanbaugebieten wird die Vinotherapie angeboten, bei der unter anderem Traubenkernextrakte, Traubenkernöl und Weintrester eingesetzt werden. «Dabei geht es vor allem um die Schönheitspflege und die Revitalisierung der Haut», erläutert der Wellnessexperte.

Der Weintrester, die Haut der Traube, Teile des Fruchtfleisches, die zerstoßenen Traubenkerne und gemahlene Stengelteile werden zusammen mit Tonerde zu einem Brei gerührt. Dieser ergibt die Ausgangsbasis für Anwendungen wie Bäder, Massagen und Packungen.

Interessant seien darüber hinaus spezielle, weniger bekannte Regionalkonzepte, wie etwa in Sachsen: «Dort hat man Körperflegerituale des im sechsten Jahrhundert eingewanderten slawischen Volksstamms der Siusler wiederbelebt, bei denen der Honig eine zentrale Rolle spielt.»

som/sca/news.de/ddp

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